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Mit Münzen aus Wismar um die ganze Welt

Wismar Mit Münzen aus Wismar um die ganze Welt

Händler, Sammler und Interessierte aus Nordwestmecklenburg und darüber hinaus kamen zum 9. Mecklenburger Münztag ins Obergeschoss des Phantechnikums

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Eine Nachprägung zum 60-jährigen Bestehen der Wismarer Numismatiker wurde präsentiert.

Wismar. „Die Münze ist bis zu 40 Euro wert“, erklärt Händler Fritz-Peter Müller aus Hamburg und zeigt auf den „Wismarer Witten“. Er erklärt auch gleich, wie das so ist mit dem Wert und den Sammlern: „Eine Münze ist so viel wert, wie der Sammler dafür zu zahlen bereit ist.“ 1799, als der Witten im Umlauf war, war er drei Pfennige wert. Nun wird er für bis zu 40 Euro gehandelt. „Je nach Seltenheit und Erhaltung“, erklärt Fachmann Müller und zeigt den sehr guten Erhaltungszustand seines Wismarer Witten.

OZ-Bild

Händler, Sammler und Interessierte aus Nordwestmecklenburg und darüber hinaus kamen zum 9. Mecklenburger Münztag ins Obergeschoss des Phantechnikums

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Am Sonntag fand der 9. Mecklenburgische Münztag statt, erstmals im Phantechnikum. Händler, Sammler und Interessierte aus der Region und darüber hinaus kamen ins Obergeschoss des Technischen Landesmuseums, stöberten in den Auslagen, fachsimpelten oder nutzten die Möglichkeit, beispielsweise die vom Opa geerbte Münze schätzen zu lassen.

Dabei waren nicht nur Münzen aus der Region zu sehen, die Händler hatten Exemplare aus aller Welt dabei. 40 Euro für eine einzige Münze, das sei noch nicht viel, sagt Reinhard Sieg von den Wismarer Numismatikern. Er kennt eine Wismarer Münze, die mit mehr als 3000 Euro gehandelt wird. „Ich habe sie nicht in meiner Sammlung“, sagt der Numismatiker und lacht.

Reinhard Sieg erklärt auch den historischen Hintergrund des wertvollen Stücks: Ob Wismar das Münzrecht, also das Recht, Münzen zu schlagen, hatte, sei ungewiss. „Die entsprechende Urkunde soll bei einem der Rathausbrände verloren gegangen sein oder sie hat nie existiert“, sagt er und lächelt über die spannende Überlieferung zu der wertvollen Münze. Fest steht jedoch: es gab Münzmeister in der Stadt, die offensichtlich das steuerlich wertvolle Recht ausübten. Und immer, wenn es Nachfragen gab, ob Wismar denn überhaupt Münzen prägen dürfte, haben die Wismarer als Antwort eine „Schauprägung“ gemacht, besonders seltene, wertvolle Münzen. Einige wurden sogar in Gold geprägt. „Das durften die Wismarer definitiv nicht“, sagt Reinhard Sieg. Und wer so eine Münze hat, hat einen Schatz.

Zu seinem 60-jährigen Bestehen hat der Wismarer Verein die Münze nachgeprägt. Derzeit hat er 23 Mitglieder und es werden wieder mehr, die sich für das ungewöhnliche Hobby interessieren. „Ich gehöre mit meinen 63 Jahren zu den Ältesten“, sagt Reinhard Sieg. Der Wismarer wird oft um Hilfe gebeten, wenn es darum geht, den Wert von Münzen zu bestimmen. Dachbodenfunde, Erbstücke oder eben das, was man als vermeintlich wertvoll gekauft hat. „Dann verweise ich immer an die Fachleute“, erklärt Reinhard Sieg.

Mit einer Mappe und zwei großen, glänzenden Medaillen kam ein älterer Herr, der anonym bleiben wollte, an den Stand der Wismarer Numismatiker. 100 Euro hatte er ausgegeben bei der Bestellung über einen Werbezettel. Reinhard Sieg formulierte eine erste Werteinschätzung der Medaillen vorsichtig, bevor er den Sammler an den Fachmann verwies: „Sie müssen drauf achten, dass dort beispielsweise Massivgold steht, nicht nur vergoldet.“

Ob Gold oder Silber wäre Ralf Bernitt egal. Der Wismarer sammelt alles zur Biergeschichte, auch Münzen. Manches Kuriosum hatte er mitgebracht. Beispielsweise die Münze vom Stammtischspiel: Münze drehen und hoffen, dass man nicht selbst die nächste Runde ausgeben muss. „Mir hat besonders die Schauprägung gefallen. Da habe ich einen Einblick erhalten, wie damals diese Münzen geprägt wurden“, war das Fazit von Richard Helms aus Rostock.

Nicole Hollatz

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