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Mit frischem Gemüse auf den ersten Platz

Rohlstorf Mit frischem Gemüse auf den ersten Platz

Die Kita „Spatzenhaus“ in Rohlstorf gewinnt Gesundheitspreis des Landes MV und erhält 5000 Euro

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Ute Wiese, stellvertretende Leiterin vom „Spatzenhaus“ in Rohlstorf, schaut Amy, Emma, John (alle 6) und Selma (5, v.l.) beim Schnippeln von Obst und Gemüse über die Schulter. Die Kita hat einen Gesundheitspreis des Landes gewonnen. Fotos (2): Sylvia Kartheuser

Rohlstorf. 5000 Euro sind ein warmer Geldregen für die Kita „Spatzenhaus“ im Hornstorfer Ortsteil Rohlstorf. Sie hatte sich um den von der AOK und der Ärztekammer MV ausgelobten Gesundheitspreis beworben — und neben Projekten aus Rostock, Greifswald und Wöbbelin einen der vier ersten Plätze belegt. „Damit hatten wir nie gerechnet“, sagt Kita-Leiterin Andrea Riga.

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Die Kita „Spatzenhaus“ in Rohlstorf gewinnt Gesundheitspreis des Landes MV und erhält 5000 Euro

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Sie und die sechs anderen Erzieherinnen sowie die Eltern hatten sich schon eine kleine Chance auf einen Preis ausgerechnet. „Nie aber, dass es für den ersten Platz reichen könnte.“

Das Konzept macht das „Spatzenhaus“ in den Augen der Jury so preiswürdig. Das Thema für den Gesundheitspreis war Kampf dem Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen. Damit haben die 50 Mädchen und Jungen in Krippe und Kindergarten der Kita in Rohlstorf gar nicht erst zu kämpfen, dank viel Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung. Konserven sind dort ein Fremdwort. Vielmehr kommen Obst und Gemüse in der Regel frisch aus dem eigenen Garten oder werden von Eltern gebracht.

Damit die Kinder die Gaben auch zu schätzen wissen, dürfen sie bei der Zubereitung helfen. Wie Hanna eine Gurke mit dem Spargelschäler bearbeitet und Emma (beide 6) einen Kohlrabi mit dem Messer teilt, sieht schon richtig fachmännisch aus. „Die Kinder helfen gern mit, das Frühstück oder Mittagessen vorzubereiten“, erklärt die stellvertretende Kita-Leiterin Ute Wiese. Das liegt auch an Küchenleiterin Heike Wolff und Köchin Katrin Kirch, die ihnen alles ganz genau erklären und zeigen. „Ohne ihren Einsatz hätten wir den Preis nicht gewonnen“, ist Ute Wiese sicher.

Das Helfen in der Küche löst bei den Kindern immer dann große Begeisterung aus, wenn sie das Gemüse im Garten der Kita selbst gesät und geerntet haben. „Kartoffeln buddeln im Garten ist so, so spannend wie eine Schatzsuche“, sagen Tom und Jamie (beide 5). In der Bewerbung zum Gesundheitspreis erklärt Andrea Riga: „Das Funktionieren der Natur zu begreifen, beispielsweise durch das Pflanzen einer einzigen Kartoffel, das anschließende Warten auf das Grün, das Häufeln, wieder warten und schließlich das Ernten von unzähligen Kartoffeln kann kein Buch der Welt besser erlebbar machen.“

Für den Gesundheitspreis wird auf acht Seiten das Konzept vom „Spatzenhaus“ erläutert, das sich neben der körperlichen auch um die seelische Hygiene kümmert. Zeiten für Kreativität und Entspannung würden Freiräume für Kindergedanken schaffen. „Da möchte ich Carolin Lüdtke, einer unserer Mütter, ganz großen Dank sagen. Ohne ihre Gestaltung wäre unser Antrag längst nicht so schön geworden“, sagt Andrea Riga.

Wofür das Preisgeld in der seit mehr als 60 Jahren existierenden Kita eingesetzt werden soll, steht schon ziemlich fest. Die Kita hat eine große gepflasterte Freifläche, auf der die Kinder ihre Mahlzeiten einnehmen, sobald es wärmer wird. Das Freiluft-Esszimmer hat einen Nachteil: Es gibt dort keinen Schatten. „Wir würden dort gern eine große Markise anbringen, denn Sonnenschirme allein reichen nicht“, erklärt Ute Wiese. Außerdem sollen größere Spielgeräte gekauft werden, zum Beispiel „Dreirad Taxis“, die hinter dem Fahrer einen Extrasitz haben. Und was wünschen sich die Kinder?

„Ich hätte gern ein Trampolin“, sagt die sechsjährige Amy. „Und ich eine neue Kita“, ruft John (6). Doch dafür reichen die 5000 Euro wirklich nicht.

Der Gesundheitspreis

Der Gesundheitspreis Mecklenburg- Vorpommern wird von der Gesundheitskasse AOK in Kooperation mit der Ärztekammer MV alle zwei Jahre vergeben, erstmals 2014.

Der Wettbewerb widmet sich immer einem Thema. Diesesmal ging es um die Gesundheitsförderung bei Übergewicht und anderen gesundheitlichen Einschränkungen bei Kindern und Jugendlichen. Der Kinder- und Jugendgesundheitsbericht von 2012 der Landesregierung belegt, dass schon in der Grundschule zwölf Prozent der Schüler übergewichtig sind.

Gesucht wurden innovative, praxisorientierte Projekte oder zukunftsweisende Versorgungskonzepte. Für die besten Ideen gab es insgesamt 30000 Euro Preisgeld. Die vier Siegerprojekte wurden mit je 5000 Euro ausgezeichnet, weitere acht Projekte erhielten 1500 beziehungsweise 1000 Euro.

Von Sylvia Kartheuser

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