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Wismar Motten fressen sich durch Wismars Kastanien
Mecklenburg Wismar Motten fressen sich durch Wismars Kastanien
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06:11 08.09.2018
 Befallene Kastanie in der Wismarer Dahlmannstraße. Die Motten fressen sich durch die Blätter der Bäume. Quelle: Michaela Krohn
Wismar

Mitten im Sommer, wenn die meisten Bäume in saftigem Grün die Parks und Alleen in Nordwestmecklenburg säumen – bietet sich bei einigen Arten ein trauriger Anblick: Die Kastanien in der Region leiden unter der Miniermotte. Die Folge sind welke, braune Blätter, die schon im Früh- und Hochsommer abfallen. Kein neues Problem – die Motte befällt die heimischen Kastanien seit Jahren – in diesem Jahr machen den beliebten Bäumen jedoch zusätzlich Hitze und Trockenheit zu schaffen. Auch in Wismar und der Umgebung leiden die Bäume darunter. Eine Besserung ist kaum in Sicht.

„Das Problem gibt es schon seit Jahren“, betont Dr. Rica Münchberger vom Naturschutzbund MV (Nabu). Sie erklärt: „Die Miniermotte lebt in den Blättern der Kastanien. Das ist in der Natur etwas ganz normales, es sieht nur schlimm aus.“ Weil die Motten aber innerhalb des Blattes leben und es auffressen, wird dieses dann braun und stirbt letztendlich ab.

Betroffen sind in Wismar unter anderem die Bäume in der Philipp-Müller-Straße oder an der B 105 bei Kritzow, auch Richtung Metelsdorf sieht man viele befallene Bäume. Gesunde Kastanien zu finden, scheint fast aussichtslos. „Vor allem Straßenbäume haben es schwer. Sie leiden besonders, weil sie zudem wenig Platz und wenig Erde haben und zudem nur wenig Wasser aufnehmen können. Das ist Stress für die Bäume“, weiß Rica Münchberger.

Die Folge: Die Früchte der Kastanien, die vor allem bei Kindern im Herbst beliebt sind, werden immer kleiner. „In disesm Jahr besonders schlimm durch die Hitze“, betont die Expertin vom Nabu.

Für Bäume, die an öffentlichen Straßen und in Parks stehen, könne man nicht besonders viel tun. Wer allerdings eine Kastanie bei sich im Garten stehen hat, könne versuchen, das Laub zusammenzusammeln und wegzuschaffen. „So kann ein erneuter Befall im nächsten Jahr vielleicht gemindert werden“, sagt Rica Münchberger.

2005 schon wurde die Rosskastanie zum Baum des Jahres gewählt. Auch damals war der extreme Befall der Miniermotte der Grund dafür. So sollte Aufmerksamkeit auf die prächtigen Bäume gelenkt werden. Nun – mehr als 20 Jahre später – ist die Miniermotte immer noch da. Außerdem werden viele Kastanien vom Bakterium Pseudomonas syringae befallen. Die traurige Konsequenz: Unzähle Bäume mussten schon gefällt werden. „Die Bäume sehen zwar nicht schön aus“, heißt es von Seiten des Nabu. Fällungen seien aber nicht nötig.

Krohn Michaela

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