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Wismar Mühlengelände in Bad Kleinen kann jetzt entwickelt werden
Mecklenburg Wismar Mühlengelände in Bad Kleinen kann jetzt entwickelt werden
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00:14 09.05.2018
Blick auf das Mühlengelände in Bad Kleinen Quelle: Foto: Peter Täufel
Bad Kleinen

Die Suche nach einem privaten Investor für das 2,7 Hektar große Mühlengelände nebst fünf denkmalgeschützten Gebäuden ist beendet: 13 von 15 Gemeindevertretern von Bad Kleinen haben dem Verkauf zugestimmt. Neuer Eigentümer ist nun, unter Vorbehalt der Zustimmung der Rechtsaufsicht des Landkreises, die Flemming Finanzgruppe mit Sitz in der Hansestadt Wismar. „Ich bin froh, dass es nun so gekommen ist und wünsche Herrn Flemming bei der Verwirklichung seiner Vorhaben alles Gute“, so Bürgermeister Joachim Wölm (Die Linke) auf Nachfrage der OZ. Finanz- und Immobilienmakler Egon Flemming, der seinen Wohnsitz in Bad Kleinen hat, will mit weiteren Partnern das Areal entwickeln. „Hier könnte ein zweiter Ortskern entstehen mit Kleingewerbe, Verwaltung und Wohnungen“, sagte der 60-jährige bei der Vorstellung seiner Pläne am 28. Februar (die OZ berichtete). Dabei sollen alle historischen und denkmalgeschützten Gebäude erhalten bleiben, zusätzlich unter anderem eine Reihenhausanlage und ein Parkhaus errichtet werden. Das von der schleswig-holsteinischen GLC Glücksburg Consulting AG im Rahmen einer Machbarkeitsstudie entwickelte Nutzungskonzept aus dem Jahr 2016 schätzte die notwendigen Investitionskosten für das Gelände auf knapp 22,3 Millionen Euro.

Über den Inhalt des Kaufvertrages, besonders über die Kaufsumme, herrscht Stillschweigen. Nach inoffiziellen Informationen soll sie 50 000 Euro betragen. Das wollte der Leitende Verwaltungsbeamte des Amtes Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen, Eckhard Rohde, weder bestätigen noch dementieren. „Viel wichtiger als die Kaufsumme sind die weiteren Bestandteile des Vertrages, die weitere Vorteile für die Gemeinde bringen“, erklärt der Verwaltungschef. Gemeint ist damit unter anderem die Übernahme der noch offenen Kosten für die Notsicherung des historischen Mühlengebäudes durch den neuen Eigentümer.

Allerdings belässt die Gemeinde nach Aussage von Bürgermeister Wölm auf ihre Kosten das bereits aufgestellte Gerüst an dem Gebäude. Auch die Schäden im Zusammenhang mit der Erneuerung der Kanalisation, durch die der Keller der Mühle mit Fäkalien verseucht wurde, werden mit Kommunalgeldern beseitigt.

150 000 Euro hat Bad Kleinen 2012 beim Erwerb für das Projekt gezahlt, weiteres Geld für Beräumung und Unterhalt bezahlt. Zuletzt noch fast 10 000 Euro Eigenanteil für die vom Land geförderte Machbarkeitsstudie der GLC aufgebracht. „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“, resümiert einer der Gemeindevertreter den jetzigen Verkauf. Man habe sich nun von dem Risiko befreit, weiter Geld in ein Fass ohne Boden zu werfen. Nun müsse Egon Flemming zeigen, dass er seinen Worten auch Taten folgen lassen kann. Dieser wollte sich trotz mehrfacher Nachfrage dazu nicht äußern.

Peter Täufel

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