Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
Nach Deutschkursen und Praktika im Traumjob

Wismar Nach Deutschkursen und Praktika im Traumjob

Syrer Mohammed Alsaleh kam 2015 nach Wismar und arbeitet nun im Jobcenter / Integration gelingt über Sprache

Voriger Artikel
5000 Euro weg: Betrug mit Bestattung?
Nächster Artikel
Aufmaß nehmen im Schweriner Schloss

Mohammed Alsaleh (l.) am Tresen des Regionalen Integrationsservices im Jobcenter mit einem Kunden.

Quelle: Foto: Nh

Wismar. „Guten Morgen! Was kann ich für Sie tun?“, begrüßt Mohammed Alsaleh seine Kunden im Jobcenter. Die staunen mitunter, ihn – den Syrer – dort hinterm Tresen zu sehen. Mohammed Alsaleh gehört zu den mehr als 1400 Flüchtlingen, die 2015 nach Nordwestmecklenburg kamen. Und er hat einen Job, spricht hervorragend Deutsch und lebt mitten in der Gesellschaft.

Der 31-Jährige erzählt: „Ich habe in Syrien Jura studiert und als Rechtsanwalt in einer Kanzlei gearbeitet.“ 2015 kam er als Flüchtling mit seinem Bruder nach Deutschland. Der Bruder ist nach Dortmund gegangen, Alsaleh hat sich bewusst für das kleinere Wismar entschieden, um einen besseren Kontakt zu den Menschen zu bekommen. „Nur so lernt man die Sprache“, meint er. Diesen Weg empfiehlt er auch seinen Kunden mit Migrationshintergrund im Jobcenter: „Die Sprache zu lernen, ist das Wichtigste, man muss viel machen und sich kümmern.“

Er hat deutsche Nachbarn, deutsche Freunde, guckt deutsches Fernsehen und hört deutsches Radio, feiert mit Deutschen: „Man muss Kontakte haben, sonst bringt das nichts. Es gibt Übersetzer im Internet, aber Kontakt ist das Beste, um eine Sprache zu erlernen.“

Doch der Anfang war auch für ihn nicht leicht: Nach dem ersten Integrationskurs folgte ein zweiter Sprachkurs, dann ein Praktikum in einer Kanzlei in Grevesmühlen und ein großes Praktikum beim Städte- und Gemeindetag in Schwerin, wo er mit dem dortigen Integrationslotsen zusammenarbeiten konnte.

„Dadurch konnte ich mich mit der deutschen Gesetzgebung vertraut machen und mir Wissen im Bereich des Sozialgesetzbuches aneignen“, berichtet Alsaleh. Er hat das gleiche Problem wie viele andere Geflüchtete – seine Ausbildung und sein Studium werden in Deutschland nicht anerkannt.

Es folgte das nächste Praktikum, diesmal beim AWO Integrationslotsendienst im Regionalen Integrationsservice (RIS). „Ich half bei Übersetzungen und beim Erklären der Unterlagen. Ich habe unter Anleitung die Kunden bei der Antragstellung unterstützt“, berichtet er aus dem Praktikum.

Der 31-Jährige überzeugte und bekam ein Jobangebot als Fachassistent im RIS. „Er hat sich einfach gut gemacht“, begründet Kathrin Müller vom Integrationslotsenteam. „Mit seinen eigenen Erfahrungen als Flüchtling und mit seinen Sprachkenntnissen ist er eine große Hilfe.“ Er übersetzt, unterstützt das Team sprachlich und empfängt im Eingangsbereich die Menschen mit seiner ruhigen, freundlichen und deeskalierenden Art. „Kleine Probleme kann ich den Kunden auch direkt erklären“, betont Alsaleh.

Doch trotz seines guten Deutsch hat er noch Probleme mit dem komplizierten Beamtendeutsch. „Es ist mein Traum, dass ich die Amtssprache mal richtig verstehe.“ Im Januar würde er gern die Sprachprüfung C1 ablegen, um danach studieren zu dürfen oder die Ausbildung in Richtung Verwaltung zu beginnen.

Nicole Hollatz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Greifswald

In der Kita „Rudolf Petershagen“ klingt es sogar an der historischen Stadtmauer

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Wismar
Verlagshaus Wismar

Mecklenburger Straße 28
23966 Wismar

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag 10.00-17.00 Uhr
Freitag 10.00-16.00 Uhr

Leiterin Lokalredaktion: Kerstin Schröder
E-Mail: wismar@ostsee-zeitung.de
Telefon: 0 38 41 / 415 65

Ticket- und Anzeigenverkauf: 03841 / 41550.

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.