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Wismar Nachts im Museum
Mecklenburg Wismar Nachts im Museum
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15:17 11.03.2018
Nachts im Museum: Maybritt Peters und Michael Vogel haben es gewagt und waren begeistert. Quelle: Fotos: Nicole Hollatz
Wismar

„Die Taschenlampe ist für Sie heute Nacht ganz wichtig!“, sagt Jörn Schmidt und übergibt diese an Maybritt Peters und Michael Vogel. Eine Taschenlampe zum Kurbeln ohne Batterien – sicher ist sicher. 16.15 Uhr im Phantechnikum. Während die letzten Besucher des Tages in der Flughalle am Bernoulli-Experiment kurbeln, richten die beiden Wismarbesucher aus Bremen ihr Schlafstatt für die Nacht ein. Sie gehören zu den Testschläfern im „Sleeperoo“. Der Schlafwürfel steht seit Ende Januar und noch bis Ende Februar in der Lufthalle des Phantechnikums. Ein zwölf Kubikmeter großer Stoff-Würfel auf Rädern mit Bett, Stauraum und dem Versprechen, dass man mit diesem transportablen Minihotelzimmer an den ungewöhnlichsten Orten der Welt übernachten kann. Im Sommer stand der Würfel schon neben dem St. Marienkirchturm und lockte dort die Testschläfer. Jetzt lockt die „Nacht im Museum“.

16.30 Uhr. „Noch können sie sich frei bewegen, aber nachher ist im Obergeschoss die Alarmanlage an. Nach 17 Uhr gehen die Lampen nach und nach aus“, lauten die Instruktionen von Phantechnikumsmitarbeiter Schmidt. Und auch die Türen sind nach 17 Uhr mit der Alarmanlage verbunden. Raus geht es nur im Notfall. Rein kommt keiner mehr. Michael Vogel und Maybritt Peters nehmen die Ausstellung im Obergeschoss im Schnelldurchlauf. Er ist Ingenieur, sie studiert Tourismusmanagement.

16.40 Uhr: „In 20 Minuten schließt das Phantechnikum“, kommt die Lautsprecherdurchsage. Die Räume leeren sich. Die beiden Übernachtungsgäste bleiben in der aktuellen Sonderausstellung über Günther Plüschow hängen. Sie haben die Taschenlampe mit – sicher ist sicher. Inzwischen sind sie die einzigen Gäste im Museum. Es wird ruhiger.

17 Uhr. „Vielleicht wird der rote Baron ja lebendig“, sagt Phantechnikumsmitarbeiter Schmidt in Anspielung auf den bekannten amerikanischen Film „Nachts im Museum“ mit Ben Stiller und zeigt auf das riesige Exponat in der Halle. Daneben Lilienthals Gleiter. Darunter, vergleichsweise klein, der Schlafwürfel. Die Lichter an Decke, Wänden und Exponaten gehen nach und nach aus. Von draußen scheint das Restlicht der untergehenden Sonne in die Räume. Michael Vogel und Maybritt Peters staunen, wie sich die Räume verändern. Leer, ohne Licht, fast ohne Geräusche.

„Schon interessant, so ein Museum mal für sich alleine zu haben“, sagt Maybritt Peters. „Wenn sie nicht schlafen können, drehen Sie ein paar Runden mit dem Propellerkarussell“, empfielt Schmidt und erzählt von Vätern, die mit ihren Kindern schon die Nacht im Museum verbracht haben. Nach dem Propellerkarussell waren alle bettreif. „Wir haben uns einen Film auf dem iPad mitgebracht“, erzählt Maybritt Peters. Lange wird die Nacht eh nicht dauern. Um 7 Uhr kommen die Reinigungskräfte, um 9 Uhr müssen sie den Schlafwürfel verlassen, er wird für die nächsten Gäste vorbereitet. „Wir sind jede Nacht ausgebucht“, erzählt Jörn Schmidt. Die Übernachtungsgäste kommen aus ganz Deutschland. Einer kam auch direkt von gegenüber aus dem Wohngebiet.

„Das ist schon ein komisches Gefühl, so eingeschlossen zu werden“, lächelt Maybritt Peters. Sie behält die Taschenlampe, das ist klar. Ihr Begleiter grinst: „Das könnte doch jetzt eine neue Folge Tatort oder Soko Wismar werden.“

Wurde es nicht, wie sich am nächsten Tag herausstellt. Maybritt Peters: „Wir hatten eine sehr ruhige Nacht im Museum, also bis auf einige Poltereien und doch sehr laute Musik aus der Innenstadt ist nichts lebendig geworden.“ Das Paar hat es sich abends mit Stirnlampe in der „Picknick-Area“ bequem gemacht und gegessen, das Erdgeschoss des Museums erkundet und ist natürlich noch eine Runde Karussell gefahren. Und auf dem iPad lief natürlich der Film „Nachts im Museum“.

Übrigens: mit den Erfahrungen der Testschläfer aus Wismar geht der Prototyp in die Überarbeitung, danach auf die Internationale Tourismusmesse ITB, gleichzeitig läuft die Serienproduktion an. „Die ersten Sleeperoos im Echtbetrieb werden zu Mai/Juni platziert“, erzählt Karen Löhnert vom Hamburger Unternehmen.

Nicole Hollatz

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