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Neuer Berater bei der Aids-Hilfe Wismar

Wismar Neuer Berater bei der Aids-Hilfe Wismar

Sozialwissenschaftler Thomas Hinz verstärkt das Präventionsteam / Mehr als 100 Veranstaltungen im Jahr

Wismar. Wer glaubt, Aids und HIV sind Themen von gestern und betreffen nur Kontinente wie Afrika? Weit gefehlt. In Deutschland gibt es laut dem Robert-Koch-Institut etwa 88400 Erkrankte. Davon wissen etwa 12700 Menschen gar nicht, dass sie sich bereits mit der Immunschwächekrankheit infiziert haben.

 

OZ-Bild

Thomas Hinz

Quelle: Foto: Privat

In Wismar gibt es für die Aufklärung und Prävention die Aids-Hilfe Westmecklenburg. Die hat 2017 insgesamt 136 Veranstaltungen auf Messen und in Schulen durchgeführt und zum Jahresbeginn personelle Verstärkung bekommen: Sozialwissenschaftler Thomas Hinz. Der Wilhelmshavener ist nach einigen Jahren in der Aids-Arbeit in Gießen, Afrika, Erfurt, Nürnberg und Stuttgart wieder in den Norden zurückgekehrt: „Ich habe den Stuttgarter Feinstaubkessel gegen die frische Ostseebrise eingetauscht“, sagt er.

Zentrale Bausteine der Präventionsarbeit in Wismar sind Weiterbildungen für Pflegekräfte und Info-Veranstaltungen in Schulklassen. „Im Bereich von HIV und Aids hat sich in den vergangenen Jahren medizinisch viel getan, auch die Prävention muss mit Blick auf die neuen Medien andere Wege gehen, um die Menschen zu erreichen“, sagt Hinz. Es gibt immer wieder neue wissenschaftliche Erkenntnisse, die Betroffene entlasten können. So können unter erfolgreicher HIV-Therapie Paare ohne Verhütungsmittel sich sexuell nicht mehr anstecken. Ebenso wurde das Berufsverbot für HIV-positive Chirurgen, dank moderner Therapie, wieder aufgehoben. Seit kurzem gibt es „die Pille gegen HIV“, die bei korrekter Einnahme eine HIV-Infektion so gut wie Kondome verhindert. „An der Übernahme der Kosten durch die Krankenkassen arbeiten wir noch, besonders die Deutsche Aids-Hilfe macht hier wertvolle Lobbyarbeit“ sagt Thomas Hinz, denn bislang muss der Patient die 55 Euro selbst bezahlen.

Zurzeit betreut das Wismarer Team 30 bis 50 Menschen mit HIV. Doch jeder kann sich in der Beratungsstelle informieren. Ebenso ist ein HIV-Schnelltest jeden ersten Donnerstag im Monat möglich. Sprechstunden sind Montag und Donnerstag von 9 bis 12 Uhr sowie Dienstag von 14 bis 19 Uhr. Weitere Infos gibt es auf www.wismar.aidshilfe.de oder unter der Nummer ☎ 038 41 /

21 47 55.

Tatjana Krebs

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