Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wismar Neues Leben fürs Leichenwärterhaus gesucht
Mecklenburg Wismar Neues Leben fürs Leichenwärterhaus gesucht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:00 02.05.2018
Anja Kretschmer (l.) und Karin Engelmann vom Friedhofsverein suchen nach einer neuen Nutzung für das einstige Leichenwärterhaus auf dem Ostfriedhof in Wismar Quelle: Nicole Buchmann
Anzeige
Wismar

Ideen gab es viele für das Haus der einstigen Leichenwärter auf dem Ostfriedhof in Wismar. Das Dach saniert, der Lack auf den Fensterrahmen abgeblättert, das Fachwerk samt Stroh freigelegt von bröckelndem Putz - seit Jahren wird über eine Nutzung des denkmalgeschützten Gebäudes nachgedacht.

Einst wurden dort die Toten aufgebahrt, nun steht das Leichenwärterhaus seit mehr als zehn Jahren leer.

Dienstbeflissen, reinlich und verschwiegen

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet, gehöre es zu den ältesten Leichenwärterhäusern überhaupt, erzählt Kunsthistorikerin Anja Kretschmer. Die Angst vor dem Scheintod - damals so groß, dass Angehörige ihre Verstorbenen dorthin brachten, um ganz sicher zu gehen, dass sie auch wirklich tot waren.

Ordnerweise liegen noch heute die Bewerbungen um das Amt des Leichenwärters im Archiv der Hansestadt. Dienstbeflissen, verschwiegen und reinlich hatte man zu sein, um über die Toten wachen zu dürfen. Mit der ganzen Familie zog der Ausgewählte dann auf den Friedhof.

Friedhofsverein will Denkmal retten

Neben des Leichenwärters Schlafzimmer lagen die Toten aufgebahrt. Jede kleinste Bewegung sollte dank einer Konstruktion aus Schnüren die sogenannten Leichenklingel läuten lassen - das untrügliche Zeichen dafür, dass noch Leben ist auf der Bahre. Wie oft die Klingel geläutet hat? „Das ist nicht überliefert - das ist unserer Phantasie überlassen“, sagt Karin Engelmann.

Engelmann hat Jahrzehntelang den Wismarer Friedhof geleitet. Nun engagiert sie sich gemeinsam mit Anja Kretschmer und rund zwanzig anderen Wismarern im Verein zur Förderung der Friedhofskultur. Unter anderem eben für den Erhalt und die Nutzung des Leichenwärterhauses.

Erste Sicherungsmaßnahmen sollen bald umgesetzt werden

Studenten der Fakultät für Gestaltung hatten bereits Entwürfe erarbeitet - beispielsweise für ein Café oder einen Ausstellungsraum. Die Stadt als Eigentümerin hatte zunächst vor, das Haus für die Friedhofsmitarbeiter umzubauen - mit Sanitäreinrichtungen und Umkleidemöglichkeiten. Eine erste Schätzung ging laut Pressesprecher Marco Trunk von Baukosten in Höhe von rund 520 000 Euro aus. Der Friedhofsverein selbst habe damals dagegen argumentiert, dass eine solche Nutzung nicht der Würde der Räume entspreche. Was mit dem Leichenwärterhaus geschehen soll, werde nun im Zusammenhang mit der Friedhofsentwicklungsplanung erörtert. Die werde derzeit erarbeitet, sagte Trunk. 

Der Friedhofsverein selbst möchte am liebsten schon jetzt loslegen: die Fensterrahmen aufarbeiten, den losen Putz abklopfen zum Beispiel. Dagegen sei nichts einzuwenden, sagte Trunk. Der Friedhofsverein sei für den städtischen Friedhof eine große Unterstützung und Bereicherung. Nicht ohne Grund habe die Stadt Karin Engelmann deshalb auch die Bürgermedaille als Anerkennung des ehrenamtlichen Engagements verliehen.

Buchmann Nicole

Oberligist gewinnt beim Brandenburger SC Süd mit 2:0

02.05.2018

Nach dem Brand in zwei historischen Häusern am Markt hat die Feuerwehr weiterhin zu tun. Mit Schaum wurde ein weiteres Brandnest bekämpft. Einschränkungen für Autofahrer bleiben.

01.05.2018

Radstrecke ändert sich wegen Bauarbeiten. Wismarer fahren am Sonnabend auch wieder mit.

01.05.2018
Anzeige