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Neukloster rüstet um auf Biomethan

Wismar Neukloster rüstet um auf Biomethan

Neues Kraftwerk soll im Herbst in Betrieb gehen. In Kirchdorf wärmt künftig Erdgas.

Wismar. Im Juli werden die beiden mit Erdgas betriebenen Blockheizkraftwerke (BHKW) am Standort Alte Gärtnerei in Neukloster stillgelegt und durch ein Heizkraftwerk auf Biomethan-Basis ersetzt. „Die beiden BHKWs sind seit 1998 in Betrieb. Nach 15 Jahren läuft der Vertrag mit der e.distherm jetzt aus“, erklärt Gerd Stanik vom Zweckverband Wismar. Die Anlagen in Bad Kleinen, Neuburg und Dorf Mecklenburg seien bereits seit Jahresbeginn von Erdgas- auf Biomethanbetrieb umgestellt. Reiner Erdgasbetrieb sei an diesen Standorten unwirtschaftlich geworden, erläutert der Mitarbeiter aus dem Bereich Fernwärme. „Wegen der neuen Gesetzeslage — Stichwort Energieeinspeisegesetz — sind für Biomethan viel höhere Vergütungssätze möglich als für Erdgas.“

Die Anlage in Kirchdorf werde zu 100 Prozent mit Heizöl betrieben, „dort hatten wir bisher keine Alternative. Die Gasversorgung Wismar-Land baut derzeit eine Erdgasleitung von Neuburg nach Kirchdorf.

Die Fertigstellung ist zum 1. Oktober geplant“. In diesem Zug soll das Heizhaus in Kirchdorf dann auf Erdgas umgestellt werden. „Für die dortige Kesselanlage gibt es keine andere Möglichkeit“, fügt er hinzu. Auch in den Kesselanlagen in Bad Kleinen, Neuburg und Dorf Mecklenburg wird weiterhin Erdgas als Brennstoff verwendet. „In den Kesselanlagen wird der Brennstoff nur zur Wärmezeugung verwendet, nicht auch für Strom wie in den Blockheizkraftwerken. Hier ebenfalls Biomethan einzusetzen, wäre zu teuer“, so Stanik. Die Verwendung von Biomethan sei nur wirtschaftlich sinnvoll, wenn es sowohl zur Wärme- als auch zur Stromerzeugung verbrannt würde. „Biomethan ist aufbereitetes Biogas, das irgendwo in Deutschland in Erdgasqualität eingespeist wird.“

In Zurow arbeite der Zweckverband ausschließlich auf der Basis von Heizöl. „Dort haben wir nur ein kleines Heizhaus und keine Alternativmöglichkeit.“

Für Neukloster seien bereits seit Jahren Alternativen erörtert worden. Obwohl der Vertrag mit e.distherm erst Ende 2013 auslaufe, habe der Zweckverband bereits Mitte Februar mit der e.distherm die künftige Versorgung geregelt. Der neue Vertrag hat eine Laufzeit von zehn Jahren. „Die Außerbetriebnahme der Erdgas-BHKWs an der Alten Gärtnerei erfolgt im Juli 2013“, informiert der Vertreter des Zweckverbands Wismar. Das neue BHKW auf Biomethanbasis soll voraussichtlich im Oktober/November diesen Jahres in Betrieb genommen werden.

Darüber hinaus arbeitet der Zweckverband mit der LBG Bioenergie Glasin GmbH zusammen, der Betreiberin und Eigentümerin der beiden Blockheizkraftwerke am Standort Hopfenbachstraße. „Seit 1. November 2012 sind wir Wärmeabnehmepartner“, erklärt Stanik. Während die e.distherm Hauptpartner für die Grundversorgung sei, übernehme der Zweckverband bei Bedarf auch Leistungen von der LBG Bioenergie, mit der ebenfalls ein Vertrag über zehn Jahre geschlossen worden sei.

Nachdem Stanik die Stadtvertreter von Neukloster bei deren Sitzung am Montagabend umfangreich über die Fernwärmeversorgung informiert hatte, kritisierte Detlef Kohrt (SPD), dass die Stadtvertreter erst nach Vertragsanschluss informiert worden seien: „Schöner wäre es gewesen, wenn wir vorher eine Information bekommen hätten.“

Ulrike Oehlers

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Neukloster

Die mit Erdgas betriebene Anlage im nordwestmecklenburgischen Neukloster wird durch moderne Biomethan-Generatoren ersetzt.

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