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Wismar Nordwestmecklenburg: Helfer immer häufiger im Einsatz
Mecklenburg Wismar Nordwestmecklenburg: Helfer immer häufiger im Einsatz
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00:10 16.02.2017
Bernd Räsenhöft (l.) und Fabian Franz arbeiten ehrenamtlich für die First-Responder-Gruppe in Schönberg. Pro Jahr rücken sie bis zu 90-mal aus. Quelle: Foto: Jürgen Lenz

Ist die Angst der Nordwestmecklenburger um ihre Gesundheit in den vergangenen Jahren angestiegen? Der Leiter des Rettungsdienstes, Florian Haug, berichtet zumindest von steigenden Einsatzzahlen im Vergleich zu stagnierenden, gefährlichen gesundheitlichen Situationen. „Man kann im Landkreis von Nordwestmecklenburg von einer jährlichen Steigerung um die drei Prozent sprechen“, sagt Haug.

In konkreten Zahlen heißt das: 2013 gab es 11250 Einsätze von Rettungswagen, 2014 waren es bereits 11948, im darauffolgenden Jahr 12175 und im vergangenen Jahr schließlich 12

596 (Letzteres ist die vorläufige Einsatzzahl vom Rettungsdienst). Dabei steigen die Einsatzzahlen in der Urlaubssaison nicht eklatant an, erklärt Haug, „zumindest nur im Rahmen der zusätzlichen Menschen, die sich dann im Landkreis aufhielten.“ Drei Gründe gelten als offizielle Erklärung für den Anstieg der Rettungswageneinsätze. „Nicht nur für Nordwestmecklenburg, sondern im gesamten Bundesgebiet“, betont Haug, „denn überall steigen die Einsatzzahlen.“ Ein Grund ist die im Durchschnitt immer älter werdende Bevölkerung, ein zweiter ist die immer schlechter werdende hausärztliche Versorgung – besonders im ländlichen Bereich – sowie die immer längeren Wartezeiten auf Facharzttermine.

Als dritten Grund nennt Florian Haug „das steigende Anspruchsdenken“. Dazu hat er auch ein Beispiel parat: Es gäbe zum Beispiel Patienten, sagt er, die einfach nicht bis zum nächsten Tag warten wollen und sich mit einem gesundheitlichen Problem – das sie schon länger haben, das auch nicht wirklich bedrohlich ist – an den Rettungsdienst wenden und verlangen, behandelt oder in eine Notaufnahme gefahren zu werden. „Weil das wie ein kostenloses Taxi ist oder sie sich so einen Arztbesuch ersparen.“

Fakt ist, ein Rettungswagen muss kommen – wann immer er angefordert wird. Denn, wenn es sich wirklich um einen Notfall handelt, dann ist das nächste Krankenhaus oft nicht gleich um die Ecke. Und bei Schlaganfällen und Herzinfarkten zum Beispiel zählt eben häufig jede Minute.

Aufgrund der immer weiter steigenden Einsatzzahlen kann es aber immer häufiger vorkommen, dass alle gerade verfügbaren Rettungswagen im Einsatz sind. Genau aus diesem Grund kooperiert der Rettungsdienst – insgesamt zehn Rettungswachen gibt es im Landkreis – inzwischen mit den First-Responder-Einheiten der freiwilligen Feuerwehren. Diese Einheiten leisten professionelle Erste Hilfe und stabilisieren Patienten bis zum Eintreffen eines Rettungswagens.

Mittlerweile gibt es vier freiwillige Feuerwehren im Landkreis, die eine First-Responder-Einheit aufgebaut haben, beziehungsweise dabei sind. Jeweils eine gibt es in Schönberg und Dassow, Gadebusch ist bereit zu starten und Boltenhagen hat gerade mit dem Aufbau der Einheit angefangen. Die Schönberger waren die Ersten, „nicht nur in Nordwestmecklenburg, sondern in gesamt Mecklenburg-Vorpommern, die eine First-Responder-Einheit hatten“, erzählt Holger Bade, Leiter der Spezialeinheit bei der Feuerwehr Schönberg. Um die 80 bis 90 Einsätze haben die Schönberger pro Jahr. Die Dassower Feuerwehrleute mussten 2016 insgesamt 39 First-Responder-Einsätze fahren, in 2015 sogar 50-mal. „Das ist alles noch zu schaffen“, sagt Daniel Selzer von der Feuerwehr Dassow. Aber auch er und seine Kameraden stellen fest, dass immer öfter ein Rettungswagen gerufen wird, obwohl es eigentlich nicht nötig sei.

Rettungsdienst NWM

Der Rettungsdienst im Landkreis

arbeitet mit externen Dienstleistern, wie unter anderem dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) oder den Johannitern zusammen.

Sechs Standorte – zwei in Wismar, einer in Grevesmühlen, einer in Schönberg, einer in Gadebusch und einer in Züsow – und zehn Rettungswachen gibt es insgesamt im Landkreis.

Rettungswagen-Einsätze mit und ohne Notarzt gibt es – bei Bedarf kann ein Rettungswagen mit an Bord befindlichem Notarzt von der Leitstelle nachgeordert werden. Bei der Einschätzung der Situation helfen auch die First-Responder-Einheiten.

Annett Meinke

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