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Nostalgische Zugfahrt mit Dampflok

Wismar Nostalgische Zugfahrt mit Dampflok

Knapp 120 Jahre alte Tenderlok und historische Wagen zu Besuch bei den Eisenbahnfreunden Wismar

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Der Sonderzug zum Hafenfest mit der fast 120-jährigen Tenderlok und den historischen Reisezugwagen erreichte pünktlich Wismars Bahnhof.

Wismar. Da stand sie nun auf dem Präsentierteller: die Tenderlok, Baujahr 1898. Die Situation war durchaus wörtlich zu nehmen. Denn dank der Drehscheibe, die nach zehn Jahren Stillstand 2009 wieder in Betrieb ging, zeigte sich das 118 Jahre alte Gefährt auf dem ehemaligen Bahnbetriebswerk in Wismar gleich von seinen beiden schönen Seiten.

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Knapp 120 Jahre alte Tenderlok und historische Wagen zu Besuch bei den Eisenbahnfreunden Wismar

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Dampfzischend, fauchend und gelegentlich rauchend, entsprach das genau dem Geschmack der an Fotos und Videos interessierten Eisenbahn-Fan-Gemeinde. Viele kamen mit der historischen Rangierlok neben zahlreichen Hafenfestbesuchern aus Schwerin. Erstaunlich pünktlich entließen die ebenfalls historischen Reisezugwagen die mehr als hundert Fahrgäste aus allen Altersgruppen. „Ein tolles Erlebnis diese Nostalgie-Tour, auch wenn die harten Holzbänke etwas gewöhnungsbedürftig sind. Jetzt freuen wir uns auf das Hafenfest, gleich um die Ecke", sagte der Schweriner Thomas Neubauer, der mit Sohn Felix gekommen war.

Inzwischen war die Lok bereits in Richtung der restaurierten Lokschuppen abgekoppelt worden. Dort hatte Norbert Burmeister vom THW Ortsverband Wismar mit einem Löschschlauch die Wasserversorgung zum nächstgelegenen Hydranten aufgebaut. Schließlich benötigte das Dampfross für die Rückfahrt ausreichend Reserven.

Gut 50 Minuten problemlose Fahrt und bemerkenswert pünktlich. Wie ist das mit einer fast 120 Jahre Eisenbahntechnik zu schaffen, so die Frage an den Lokführer. Doch niemand war zu entdecken, der dem Bild eines altgedienten Ex-Reichs- oder Bundesbahner entsprach. „Fragen sie doch einfach mich“, sagte ein junger Mann amüsiert. Dem erst 23 Jahre alten Martin Engwicht war wohl das überraschende Moment ob seines geringen Alters bewusst. Trotz seiner Jugend: Er ist ausgebildeter Lokführer – und besitzt die Zusatzqualifikation für Dampfloks.

„Pünktlich zu sein, ist auch beim klassischen Eisenbahnfahren kein Problem, wenn die Strecke frei und dank guter Pflege und Wartung auf die solide Technik Verlass ist“, erklärte Martin Engwicht, Mitarbeiter der Pressnitztal-Bahn GmbH. Ihm machen Fahrten auf den Spuren der Eisenbahngeschichte und der Kontrast zu hoch technisierten Fahrständen mit computergestützter Elektronik stets großen Spaß. Der 23-Jährige kann seine Herkunft nicht verleugnen, er sächselt leicht. Zu Haus ist er in Zwickau, dort studiert er Verkehrstechnik. Für diesen „Lokführer-Freundschaftsdienst“ zugunsten der veranstaltenden Mecklenburgischen Eisenbahnfreunde Schwerin war Martin Engwicht extra für das Wochenende in die Landeshauptstadt gereist.

Die Gastgeber, die Eisenbahnfreunde Wismar, waren über diese zusätzliche Aktion zu den Hafentagen mehr als glücklich. Die fast 40 Mitglieder nutzten zudem die Möglichkeit, eigene Aktivitäten vorzustellen. Besonders auffällig ist der Baufortschritt am sanierten Ringlokschuppen. Denn zehn von zwölf so genannten Ständen, sprich Zufahrten sind mit Schuppengleisen bis zur Drehscheibe verlegt.

„Es ist ein mühsamer Weg, der einen langen Atem braucht. Doch seit unserer Vereinsgründung im Jahr 2000 ist dank zahlreicher Förderungen und dem Engagement unserer Mitglieder schon sehr viel erreicht worden lobte der Wismarer Vereinsvorsitzende Andreas Nielsen (56). Ihm kam übrigens die Ehe zu, die historische Lok auf der Drehscheine zu bewegen, so dass sie den Rückweg nach Schwerin antreten konnte. Auch dieses Erlebnis war für die Zuschauer eine „runde Sache“.

Eine Tonne Kohle

Die Regelspur-Nassdampflok von 1898 entstammt der Baureihe 91 und trägt die Baunummer 134. Damit ist sie deutschlandweit die älteste Lok dieser Art, die noch funktioniert. Sie wird von den Mecklenburger Eisenbahnfreunden Schwerin betrieben.

Etwa eine Tonne Kohle braucht es für die Fahrt von Schwerin nach Wismar, um das fast 60 Tonnen schwere Gefährt mit seinen 470 PS ordentlich unter Dampf zu halten. Mit einem Fassungsvermögen von 2,5 Tonnen Kohle ist der Aktionsradius zwar nicht so groß, aber als Rangierlok bestand auch kein Bedarf.

Die Lok wurde von der Elsässischen Maschinenfabrik Grafenstaden gebaut. Seit der Buga 2009 in Schwerin ist sie wieder betriebsfähig. ZG

Hans-Joachim Zeigert

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