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Wismar Ökologisches Schulungszentrum: Zukunft gesichert
Mecklenburg Wismar Ökologisches Schulungszentrum: Zukunft gesichert
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00:01 09.12.2017

Eine Fördervereinbarung zwischen der Hansestadt und der Protinus Projektentwicklung gGmbH soll die Zukunft des Ökologischen Schulungszentrums am Lenensruher Teich für mindestens weitere drei Jahre sichern. In der Bürgerschaft gab es dafür eine knappe Mehrheit. Ausschlaggegend waren die 16 Ja-Stimmen von SPD und Linken sowie die drei Enthaltungen von Wolfgang Box (CDU), Gerd Zielenkiewitz und Hans-Jürgen Leja (beide Für-Wismar-Fraktion). Gegen die Vereinbarung stimmten 14 Abgeordnete, darunter auch die Fraktion FDP/Grüne.

Rund 280000 Euro jährlich benötigt die Protinus gGmbH, eine Tochter der Arbeiterwohlfahrt, um das Ökologische Schulungszentrum zu betreiben. Die Hansestadt übernimmt 85000 Euro sowie den anfallenden Erbbauzins für das 33000 Quadratmeter große Gelände. Mit rund 154000 Euro trägt das Jobcenter Nordwestmecklenburg den größten Anteil der Kosten. Es finanziert Arbeitsgelegenheiten für 30 Teilnehmer. Die Maßnahmen beinhalten zum Beispiel die Pflege der Anlagen und des Naturlehrpfades um den Mühlenteich und die Aufarbeitung der Freiland-Modellhäuser der Wismarer Altstadt. 30000 Euro soll die Protinus mit Eigenleistungen aufbringen. Der bestehende Pachtvertrag wird in einen Erbbaurechtsvertrag für 66 Jahre umgewandelt. Damit soll Sicherheit für anstehende Investitionen geschaffen werden.

Inhaltlich soll das Profil geschärft werden. Die gemeinnützige Gesellschaft will die angelegten Themen- und Demonstrationsgärten für die ökologische Bildungsarbeit von Kitas und Schulen erhalten und letztere wieder mehr in den Mittelpunkt rücken. Das Schulungszentrum soll zu einem außerschulischen Lehr- und Lernort in Wismar weiterentwickelt werden.

Für die Angebote will Protinus ab Januar eine pädagogische Fachkraft einstellen. Auch baulich sind auf dem idyllisch gelegenen Gelände einige Veränderungen geplant.

Für die CDU ist die Finanzierung nach 2018 nicht gesichert. Tom Brüggert ging auf mögliche Sparmaßnahmen beim Jobcenter ein. „Was passiert, wenn das wegbricht?“ Der Stadt werde dann die Pistole auf die Brust gesetzt, die 155 000 Euro zu übernehmen. Außerdem sprach Brüggert von Interessenten für eine bauliche Nutzung des Areals. Nach Angaben von Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) habe das Jobcenter der Stadt zugesichert, dass es bei der Förderung Vorrang besitzen wird, auch wenn niemand sagen könne, wie es grundsätzlich beim Jobcenter weiterläuft. Beyer: „Ich halte es für richtig, diese Fläche für Kinder und Jugendliche zu nutzen.“

Im Bereich der freiwilligen Leistungen müsse die Frage erlaubt sein, so Rene Domke (FDP), was man sich leisten wolle und könne. Er fragte nach der finanziellen Beteiligung des Landkreises, brachte Kooperationen mit dem Tierpark ins Spiel und sieht auf Dauer ebenfalls, dass die Stadt weitere 155000 Euro übernehmen muss. Joachim Winkler (SPD) sieht keinen Grund, „die Einrichtung nicht weiter zu fördern“. Die Einwände seien sehr vage. Für ihn ist das Schulungszentrum „ein wunderbares Ding. Das soll man nicht zerstören“. Christa Hagemann (Linke) sieht in der Vermittlung von ökologischem Wissen an Kinder und Jugendliche diese freiwillige Leistung als eine sehr gute Investition. In Richtung CDU fragte Hagemann: „Was haben Sie wirklich mit diesem Stück Land vor?“

Seit 1993 wurde das Gelände durch den früheren Bildungsträger QEG entwickelt, 2014 von der Protinus übernommen und zu einem Zentrum für Umweltbildung und -erziehung ausgebaut. Im letzten Jahr nutzten rund 8000 Besucher die Angebote, davon über 4000 Mädchen und Jungen aus Schulen und Kindertagesstätten. Im Durchschnitt finden 200 Veranstaltungen im Jahr statt.

Heiko Hoffmann

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