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„Ohne Musik könnte ich nicht sein“

Wismar „Ohne Musik könnte ich nicht sein“

Peter Herchenbach, Leiter des Wismarer Shantychores „Blänke“, feiert heute 70. Geburtstag

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Im nächsten Jahr feiert der Shantychor „Blänke“ aus Wismar sein 20-jähriges Bestehen. FOTOS: PRIVAT (1), HANS-JOACHIM ZEIGERT (1)

Wismar. Er liebt nicht nur seine Frau Inge und seine norddeutsche Heimat, sondern hat sein Herz auch an die Musik verloren: Heute wird Peter Herchenbach, künstlerischer Leiter des beliebten Shantychores „Blänke“ aus Wismar, 70 Jahre alt. Wie die OSTSEE-ZEITUNG erfuhr, feiert der Jubilar den runden Geburtstag morgen nach der Chorprobe im Gägelower Domizil mit seinen sangesfreudigen „Seebären“ nach.

OZ-Bild

Peter Herchenbach, Leiter des Wismarer Shantychores „Blänke“, feiert heute 70. Geburtstag

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„Peter stellt hohe Ansprüche. Er versucht mit aller Konsequenz, uns zu einem erstklassigen Chor zu formen. Das ist nicht immer ganz leicht. Aber Peter schafft es mit Geduld und Spucke, uns etwas beizubringen“, lobt Sänger und Vorstandsmitglied Dieter Volkwein aus Dorf Mecklenburg. Seit fünfeinhalb Jahren hält Peter Herchenbach den hansestädtischen Klangkörper mit mehr als 40 kräftigen Männerstimmen auf Erfolgskurs. „In dieser Zeit hat er Großes geleistet“, erklärt der Vereinsvorsitzende Peter Frank, der von Fleiß und einem straff organisierten Übungspensum spricht und an viele schöne Auftritte erinnert. Besondere Freude bereitet den „Blänke“-Sängern, die sich der Pflege des maritimen Liedgutes verschrieben haben, beispielsweise die Verabschiedung von Kreuzfahrtgästen aus dem Wismarer Hafen.

„Ohne Musik könnte ich nicht sein. Ich sehe die Welt mit anderen Augen“, betont Peter Herchenbach. Das erste Akkordeon, das er zu Weihnachten von seinen Eltern bekam, war größer als er selbst. „Meine Eltern waren nicht musikalisch. Nur mein Onkel spielte Mundharmonika aus voller Seele.“ Das hat geprägt. Heute spielt Peter Herchenbach 30 Instrumente: Schlagzeug, Klavier, Gitarre, Blockflöte und Maultrommel sind nur einige Beispiele.

Der talentierte Vollblut-Musiker blickt auf bunte, stressige und abenteuerliche Jahrzehnte zurück. Dazu gehören ein Maschinenbaustudium sowie ein Fernstudium Musik, aber auch der erste Bandauftritt am 3. Mai 1963 im „Wallgarten“ in Wismar: E-Gitarre in der Hajo-Ehlert-Combo, dem späteren Jürgen-Heidmann-Sextett. Geprägt haben ebenso die vielen Seereisen und die beeindruckenden Landgänge.

Fast zehn Jahre lang schipperte der Vater von drei Söhnen – Tibor ist DJ, Andreas und Sascha sind ebenfalls Musiker – und einer Tochter als Musiker im Bordorchester von „Traumschiffen“ überall auf den Weltmeeren herum. „Ich habe unglaublich viel gesehen“, erinnert sich der „Blänke“-Leiter. „In Argentinien habe ich Tango erlebt, in Hongkong tollen Jazzbands gelauscht und in Brasilien natürlich schöne Samba-Tänzer bewundert.“ Herchenbach spielte, komponierte, arrangierte, schrieb im Laufe seines Lebens ein paar Hunderttausend Noten, etwa für Dagmar Frederic und Peter Wieland. Er begleitete Stars wie Udo Lindenberg, Jennifer Rush, Roberto Blanco, Katja Ebstein oder Deborah Sasson. 2001 stieg er vom Traumschiff ab. In seinem Haus in Blowatz hütet Peter Herchenbach Souvenirs und Schätze, die er von seinen Reisen quer über den ganzen Globus mitgebracht hat. Didgeridoo und Steel Drum gehören zu seinen Lieblingen.

Nun hat Herchenbach Spaß bei Auftritten als Tanzmusiker und als Leiter des „Blänke“-Chores. „Das Potenzial der Truppe ist toll“, schwärmt der Profi, der seinen Jungs viele neue Lieder beibringen konnte. Die nächsten Darbietungen sind bereits geplant. So ist der Shantychor, der in diesem Jahr fast 50 Auftritte hatte, bei der Seemannsweihnacht mit Lichterfahrt am dritten Advent im Wismarer Hafen dabei. Am 18. Dezember folgt ein Auftritt in der Weihnachtsscheune des Erdbeerhofes Glantz in Hohen Wieschendorf. Und im Februar kommenden Jahres soll das 20-jährige Bestehen des Männerchores gefeiert werden. Gesucht werden übrigens ständig neue Sänger und Instrumentalisten mit Talent und „Salzwasser im Blut“.

Norbert Wiaterek

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