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Ohne Proben geht es nicht

Wismar Ohne Proben geht es nicht

/Gägelow. Es ist nicht ganz leicht, im Dunkeln das neue Domizil des Wismarer Shantychores „Blänke“ in der Unteren Straße in Gägelow zu finden.

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Der Shantychor „Blänke“ probt unter der Leitung von Peter Herchenbach. Fotos (4): Hans-Joachim Zeigert

Wismar. /Gägelow. Es ist nicht ganz leicht, im Dunkeln das neue Domizil des Wismarer Shantychores „Blänke“ in der Unteren Straße in Gägelow zu finden. Doch hat man donnerstags nach 19 Uhr den Parkplatz des modernen Gemeindeobjektes erreicht, führt der Sound kräftiger Männerstimmen leicht zum Ziel. Wenig später befindet man sich mittendrin im voll besetzten Übungsraum.

OZ-Bild

/Gägelow. Es ist nicht ganz leicht, im Dunkeln das neue Domizil des Wismarer Shantychores „Blänke“ in der Unteren Straße in Gägelow zu finden.

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Nach den „Fischerjungs der Hansestadt“ beginnt ganz leise, fast sanft der Part eines neuen Titels „Ave Maria No morrow“. Es handelt vom Leben in den Favelas, den Armensiedlungen von Rio. Der Komponist und Sänger hat es seiner verstorbenen Frau gewidmet, Dalva de Oliveira, einer berühmten brasilianischen Sängerin. Ein anspruchsvolles Lied, dem sich nach wie vor berühmte Interpreten und Klangkörper widmen. Dessen ist sich ebenso Leiter Peter Herchenbach bewusst. Immer wieder unterbricht der Chorleiter: „Ihr müsst die Melodie dynamisch aufbauen, gefühlvoll, bis zur optimalen Lautstärkesteigerung.“

Zwischendurch weist er auf die unterschiedliche Atemtechnik hin: „Gerade im ersten Teil des Liedes braucht ihr viel Luft, die sollt ihr versuchen, nicht gleich, sondern während des weiteren Gesangs auszuatmen.“ Proben heißt zudem, Ausdauer und Geduld aufbringen, bis es irgendwann heißt: „Das hört sich jetzt schon viel besser an.“ Der studierte Vollblutmusiker zeigt viel Geduld und keine übertriebene Strenge. Schließlich weiß er um den gehobenen Altersdurchschnitt seiner Chormitglieder, ist zudem inzwischen nach einem vollen Leben mit und von der Musik selbst im Herbst des Lebens angelangt. Sein Credo: „Ohne stetige Proben kein Erfolg, dabei orientieren wir uns auf den jeweils vor uns liegenden Auftritt.“

Natürlich werden auch neue, anspruchsvolle Titel einstudiert manchmal sogar vierstimmig. Am Ende sind die zwei Stunden wieder viel zu schnell vergangen. Der fast vollständig anwesende Chor stellt sich noch einmal auf, wie beim richtigen Auftritt. Harald Schabacker, einer der Solosänger beginnt seinen Part, während Ulli Jansen am Akkordeon begleitet und Wolfgang Post mit dem Schlagzeug unterstützt. Mit diesem neu einstudierten Lied haben die Akteure eine weitere Hürde zu meistern, denn das Lied wird auf Spanisch vorgetragen. Während die anderen noch nicht ohne Textblatt auskommen, interpretiert der Vorsänger die spanische Version bereits fehlerfrei aus dem Gedächtnis und mit stilechtem Akzent. Der Grund: Harald Schabacker lebte zuvor sechs Jahre in Mexiko.

„Für uns ist dieser Neuzugang seit gut einem Jahr eine echte Bereicherung“, geizt auch der Vereinsvorsitzende Peter Frank nicht mit Lob. Am Ende jedes Auftritts zählen Beifall und öffentliche Anerkennung als Lohn für Fleiß und freizeitliches Engagement der Seniorensänger, deren Altersdurchschnitt über 60 Jahre liegt. Selbst auferlegte strenge Disziplin ist für jeden von ihnen einer der Schlüssel zum Erfolg. Das bedeutet, jeden Donnerstag pünktlich um 19 Uhr zu erscheinen. Auch wenn manche aus Warin, Klütz und Boltenhagen kommen.

Knapp 30 Auftritte stehen bereits jetzt für die 42 Ensemble-Mitglieder, davon fünf Instrumentalisten, in diesem Jahr terminlich zu Buche. Weitere Auftritte kommen erfahrungsgemäß noch hinzu.

Erster großer Höhepunkt war das Konzert auf der Hanseschau Anfang März. Wenig später geht es mit Einladung auf Reisen zum Shantychortreffen nach Neu Wulmstorf bei Hamburg. Feste Termine sind natürlich weiterhin Großveranstaltungen in der Hansestadt und in verschiedenen anderen Orten. Nicht zu vergessen sind die Verabschiedungen der Kreuzfahrtschiffe.

„Wir sind sehr glücklich, dass wir seit 2013 diese Möglichkeiten in Gägelow für uns nutzen können“, sagt Peter Frank. Dessen Dank gilt daher der Gemeinde Gägelow mit ihrem Bürgermeister Uwe Wandel an der Spitze. Seitdem gibt es keine Parkplatzprobleme mehr. Die Instrumente und der Hänger für die Chorausrüstung lassen sich bequem unterbringen und letztendlich kann noch ein kleines Büro für die Vereinsarbeit, für Vorstandssitzungen und zur Dokumentenlagerung genutzt werden.

Von Hans-Joachim Zeigert

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