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Wismar Organisiertes Massenzappeln auf dem Wismarer Marktplatz
Mecklenburg Wismar Organisiertes Massenzappeln auf dem Wismarer Marktplatz
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07:47 22.04.2013
Schrecksekunden am Sonnabend auf dem Wismarer Marktplatz: Eine Rauchbombe h�llte die Tanzenden in blaue Rauchschwaden. Ein Ordner entfernte die Rauchbombe. 400 junge Leute, aber auch �ltere waren zum Flashmob gekommen. Fotos (5): Nicole Hollatz

Sonnabend 15 Minuten vor 15 Uhr: Kleine Grüppchen mit Jugendlichen stehen in der Krämerstraße und in den umliegenden Gassen oder sitzen vor dem Rathaus. Mehr als sonst. Auf dem Markt stehen die ersten Autos mit ordentlich „Bumbum“-Musik aus den Lautsprechern. In den nächsten Minuten ziehen die Grüppchen immer weiter Richtung Markt und Musik. Das fällt auf.

Passanten bleiben stehen und wollen gucken, was da gleich passiert. Vor allen Dingen, weil Polizeiwagen positioniert sind. Einige der Jugendlichen tragen bunte Masken oder schrille Sonnenbrillen.

„Wir haben alle leuchtende Warnwesten an“, erzählt Jaqueline Grambow (35). Sie selbst hatte Cheerleader-Pompons mit.

Um 15 Uhr ergreift Lars Schwenckner (23) als Mitorganisator das Mikrofon: „Hammer, dass so viele da sind!“ Er erklärt, wie das organisierte Massenzappeln — genannt „Harlem Shake“ — ablaufen soll.

Vorher bat Frank Junge, Pressesprecher der Stadt, darum, die Aktion nicht unnötig zu verzögern. Zeitgleich sollte ein Musikschulkonzert im Bürgerschaftssaal beginnen. Mit dem „Bumbum“ hätten die Flöten nicht harmoniert.

Mit dem Auto sind Ideengeber Julian Lewerenz (25) und Lars Schwenckner auf den Markt gerollt, in abgefahrenen Verkleidungen ausgestiegen und haben die ersten Sekunden alleine getanzt. Dann, bei der Textzeile „Do the Harlem Shake“ steigen die Massen auf dem Markt mit ein. 400 haben sich dort versammelt, dazu noch viele, die am Rand stehen und gucken. Leider mehr Gaffer als Tänzer. Die, die mit dem Smartphone ein Video drehen, statt selbst mitzutanzen.

Ein Schreckensmoment: Auf einmal steigt dicker blauer Rauch aus der Masse auf. Ein Mann in roter Latzhose und „Ordnerbinde“ am Arm trägt die Rauchbombe aus den Massen. Lars Schwenckner greift ein — der Aktion droht der Abbruch, bevor sie richtig losgeht.

Dann — zum Glück für die Organisatoren und all die, die da sind — noch mal die Musik als Zappelaufforderung und Futter für das Youtube-Video. Dort sind die ersten dieser Privatvideos schon hochgeladen und zeigen weltweit, dass auch die Wismarer friedlich tanzen und Spaß haben können. Über Alters- und andere Grenzen hinweg. Einfach nur zappeln, Musik hören und kontrolliert ausflippen für ein paar Minuten.

15 Minuten später ist alles vorbei. Die Massen ziehen ab, die Musik verstummt und das Musikschulkonzert im Bürgerschaftssaal kann beginnen, während viele der Mittänzer die Frühlingssonne für einen Stadtbummel mit Eis nutzen.

Flashmob
Der Begriff Flashmob (aufgewiegelte Volksmenge, Pöbel) bezeichnet einen kurzen, scheinbar spontanen Menschenauflauf auf öffentlichen oder halböffentlichen Plätzen, bei denen sich die Teilnehmer persönlich nicht kennen und ungewöhnliche Dinge tun.


Flashmobs gelten als spezielle Ausprägungsformen der virtuellen Gesellschaft (virtual community, Online-Community), die neue Medien wie Mobiltelefone und Internet benutzt, um kollektive direkte Aktionen zu organisieren.

Obwohl die Ursprungsidee unpolitisch war, gibt es mittlerweile auch als Flashmob bezeichnete Aktionen mit politischem oder wirtschaftlichem Hintergrund. Für solche zielgerichtete Aktionen wird oft die Bezeichnung „Smart Mob“ verwendet.


Der Flashmob endet durch ein vereinbartes Signal, eine erreichte Zeit oder es gibt ein natürliches Ende der Aktion. So schnell, wie die Menschen zusammengekommen sind, löst sich ihre Gruppe auch wieder auf.

Nicole Hollatz

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