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Pächter erstattet Anzeige: Hunde jagen Wildschwein

Lüdersdorf Pächter erstattet Anzeige: Hunde jagen Wildschwein

Nach einem Vorfall in der Palinger Heide ermittelt die Polizei

Lüdersdorf. Freilaufende Hunde stöbern ein Wildschwein auf und hetzen es über die Heidefläche. Ein weißer Schäferhund, der einer Spaziergängerin begegnet, hat hellrote Blutspuren am Maul. In der Palinger Heide sollen vier große Hunde ein Wildtier gejagt haben. Einige der Hunde sollen aus einer Hundeschule und Pension stammen, lautet der Vorwurf. Die Polizei bestätigt einen Vorfall mit freilaufenden Hunden. „Ich wurde angerufen, weil eine Spaziergängerin gesehen hatte, wie mehrere freilaufende Hunde ein Wildschwein über das Feld jagten“, berichtet der Lübecker Jagdpächter Wolf Menken. Die Spaziergängerin habe auf dem Waldparkplatz an der Straße nach Schattin einen weißen Schäferhund laufen sehen und ihn zu sich gerufen. „Der Hund hatte Blut am Maul“, so Menken.

Aus Polizeikreisen wird der Vorfall bestätigt. Demnach waren am 5. Januar um 10.43 Uhr die Beamten gerufen worden, nachdem vier Hunde in der Nähe von Duvennest ein Wildschwein verfolgt hätten. Als die Polizisten am Tatort eintrafen, war eine Hundehalterin mit zwei Tieren noch vor Ort. Tatsächlich stellten die Beamten fest, dass einer der Hunde Blutspuren im Fell hatte. Ob diese von dem Wildschwein stammen, ist allerdings unklar. Die zwei weiteren Hunde, von denen der Pächter berichtete, seien laut Polizeibericht ins Dorf gelaufen. Wem die Tiere gehören, sei derzeit nicht bekannt.

Die Hundehalterin habe eingeräumt, dass sie ihre beiden Tiere ohne Leine habe laufen lassen. „Die Halterin war sehr einsichtig. Einen Hund hatte sie von der Leine gelassen, der war dann getürmt. Den zweiten Hund hatte sie dann hinterhergeschickt, um den ersten einzufangen“, erzählt Jagdpächter Menken. Besonders bitter: Die Hunde stammen aus einer Pension und Hundeschule, die sich laut Website mit „Problemen wie Jagen“ beschäftigt.

Das gehetzte Wildschwein konnte Jagdpächter Menken nicht finden. „Wir sind mit einem Schweißhund raus und haben versucht die Fährte aufzunehmen“, erklärt Menken. Nach Erzählungen der Spaziergängerin sei das Schwein bereits sehr erschöpft gewesen als es versuchte vor den Hunden zu flüchten. „Die Hunde haben es flankiert und waren dicht dran“, so Menken. Das helle Blut an der Hundeschnauze deute daraufhin, dass das Wildschwein im Kopfbereich geblutet habe. „Das Grundproblem ist einfach, dass hier viele Menschen unterwegs sind, die die freien Flächen hier nutzen, um ihre Hunde laufen zu lassen“, sagt der Jagdpächter. Vor allem aus Lübeck kämen die Hundehalter. „Und dabei ist hier nicht nur Naturschutzgebiet wo Leinenpflicht herrscht.“ Die Ländereien sind Privatbesitz. Es gibt keine öffentlichen Wege. Die Hinweisschilder würden einfach ignoriert. „Wildtiere sind hier tagsüber kaum noch zu sehen; die freilaufenden Hunde verschrecken sie“, so Menken. Die Besitzer der Vierbeiner seien oft unbelehrbar. „Natürlich gibt es Gegenbeispiele, aber wir haben hier ein Riesenproblem.“ Die Halter würden mit ihrem Verhalten nicht nur Wildtiere und andere Menschen gefährden. „Wenn ein Hund beim Wildern auf eine Bache trifft, kommt er nicht mehr lebend aus dem Wald“, macht Jagdpächter Menken deutlich.

Tomma Petersen und Michael Prochnow

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