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Pappbecher ade! Cafés setzen auf Mehrweg-System

Wismar/Boltenhagen Pappbecher ade! Cafés setzen auf Mehrweg-System

Rabatte für eigene Becher oder Pfand – immer mehr Gastronomen in Wismar und Nordwestmecklenburg wollen den Kaffeemüll vermeiden.

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Wer Tasse und Verpackung selbst mitbringt, bekommt in Julia Kögels Café Bela in der Wismarer Mecklenburger Straße Rabatt.

Quelle: Michaela Krohn

Wismar/Boltenhagen. Milchkaffee, Cappuccino, heiße Schokolade – wer sich sein Getränk beim Bäcker zum Mitnehmen kauft, wird fast automatisch zum Umweltsünder. Denn die Pappbecher, in denen die Heißgetränke ausgeschenkt werden, wandern oft nur Minuten später in den Müll. Ergebnis: übervolle Abfalleimer in der ganzen Stadt. Daher setzen nun immer mehr Bäckereien und Cafés auf wiederverwertbare Mehrwegbecher – ein Konzept, das auch bei den Kunden ankommt.

 

Bäckerei verkauft wiederverwertbaren Becher

„Einige reichen uns ihre eigenen Becher über die Theke und wollen ihren Kaffee daraus trinken“, bestätigt Marcel Fastnacht, stellvertretender Geschäftsleiter der Bäckerei Junge am Wismarer Marktplatz. Weil das Thema immer mehr Menschen beschäftige, bietet die Bäckereikette nun auch ihre eigenen Mehrwegbecher an – aus nachwachsenden Rohstoffen. „Der Becher ist aus Bambus, nicht aus Plastik“, betont Fastnacht. Und: Auch für die Mitarbeiter der Bäckerei sei die Einführung der Bambus-Becher ein Vorteil. „Wir selbst produzieren auch nicht mehr so viel Müll, müssen nicht mehr so viele Pappbecher bestellen“, sagt er.

Bio-Laden setzt auf Pfandsystem

Auch in Boltenhagen trinkt sich der Kaffee inzwischen mit leichterem Gewissen. Im Tarnewitzer Bioladen „Stellshagen Meer“ in der Boltenhagener Ostseeallee gibt es den Kaffeebecher nun gegen einen Euro Pfand (die OZ berichtete). Katleen Herr von der Kurverwaltung des Ostseebades sagt dazu: „Wir haben natürlich großes Interesse daran, dass nicht mehr so viel Müll durch Pappbecher entsteht.“ Das sollte weiter verfolgt werden.

Vorgemacht haben es schließlich bereits andere Städte in Mecklenburg-Vorpommern. In Greifswald beschloss das Stadtparlament im April die Einführung eines „Greifswalder Potts“ für 2018. Auch Stralsund will Mehrwegtassen verteilen lassen. In Rostock gibt es schon in vielen Bäckereien und Cafés die Möglichkeite, wiederverwertbare Becher zu kaufen oder seinen eigenen mitzubringen (die OZ berichtete).

Rabatt für selbstmitgebrachte Becher und Verpackungen

Ein Pfandsystem kommt im Café Bela zwar nicht Frage, „dafür sind wir zu klein“, sagt Inhaberin Julia Kögel. Sie bietet ihren Kunden dafür eine andere Möglichkeit: „Wer seinen To-Go-Becher oder andere Verpackungen selbst mitbringt, bekommt Rabatt.“ Die gelernte Systemgastronomin weiß, dass immer mehr Menschen dafür ein Bewusstsein entwickeln. Schwierig sei es aber mit den Touristen. „Die sind nur kurz in der Stadt und bringen dann natürlich keine eigene Becher mit“, sagt die Wismarerin. Für diese Kunden will Julia Kögel dafür künftig komplett abbaubare Kaffeebecher anbieten.

Stadt Wismar plant bislang keinen eigenen To-Go-Becher

Ein eigenes Konzept zu den To-Go-Bechern wie es Bürgerschaften in anderen Hansestädten des Landes planen, gibt es in Wismar bislang übrigens nicht.

Viele Wismarer sind sich dennoch einig: Die Pappbecher müssen weniger werden. „Wir sind eine Wegwerfgesellschaft und selbst ein Pfand auf Papp- und Plastikbecher würde der Umwelt helfen“, sagt Detlef Greinke, der auch in seinem Eiscafé in der Mecklenburger Straße solche umweltschonenden Kaffeebecher verkauft.

Auch Christian Blödorn findet: „Umwelttechnisch ist so ein Pfand natürlich super. Der Service mit den Bechern sollte aber der gleiche bleiben. Es wäre einfach übertrieben, wenn jeder seinen eigenen Becher mitbringen müsste.“

Michaela Krohn

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