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Park & Ride-Projekt vor dem Aus?

Boltenhagen Park & Ride-Projekt vor dem Aus?

Das Problem: Im Boltenhagener Ortsteil Wichmannsdorf wird es vorerst keinen neuen Parkplatz geben.

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Die schnelle Alternative zu einem neuen P & R-Parkplatz in Wichmannsdorf: die etwa 60 Stellflächen an der Sport- und Freizeitanlage.

Quelle: Sylvia Kartheuser

Boltenhagen. Der Testbetrieb für das Park & Ride-Projekt in Boltenhagen steht auf der Kippe. Denn einen Parkplatz im Ortsteil Wichmannsdorf wird es nicht von heute auf morgen geben — auch keinen provisorischen. Da die Stellflächen im Außenbereich geplant sind, hatte die Gemeinde beim Landkreis einen Bauantrag gestellt. Eine Entscheidung steht noch aus, weil es für den Bereich kein Baurecht gebe, ließ der stellvertretende Landrat Gerhard Rappen (CDU) gestern über die Pressestelle mitteilen. In Plänen sei die Fläche derzeit mit „Landwirtschaft“ ausgewiesen.

„Bevor die Gemeinde das nicht ändert, hat der Landkreis über gar nichts zu entscheiden“, hieß es aus der Kreisverwaltung. Fest stehe aber, dass die Zustimmung für einen Probe-Parkplatz bauplanungsrechtlich nicht möglich sei.

Christian Schmiedeberg (CDU), Boltenhagens amtierender Bürgermeister, bleibt dennoch zuversichtlich, dass der P & R-Testbetrieb beginnen kann. In der nächsten Woche werde es ein Gespräch beim Landkreises geben, „bei dem wir versuchen werden, die Kuh vom Eis zu holen“.

Eine Alternative könnte der Parkplatz an der Sport- und Freizeitanlage sein, zumindest für eine Übergangszeit. Der Vorsitzende des SV Boltenhagen, Mirko Klein, hat der Gemeinde und der Kurverwaltung mitgeteilt, dass sie die Stellflächen für einen P & R-Betrieb nutzen dürften. Unter bestimmten Voraussetzungen. Bevor der erste Bus den Parkplatz anfährt, müsse geprüft werden, ob für die Nutzung überhaupt alle Genehmigungen vorlägen. Ebenfalls geprüft werden solle, ob der Platz während der Probezeit versicherungstechnisch der Gemeinde oder der Kurverwaltung zugeordnet werden könne.

Darüber hinaus sollten Kurverwaltung oder Gemeinde für mögliche Schäden am Parkplatz durch den P & R-Verkehr bezahlen.

Entspannter ist die Situation für den P & R-Parkplatz im Ortsteil Tarnewitz. „Darüber haben wir zwar noch nicht diskutiert, aber ich sehe da keine Probleme“, sagte Christian Schmiedeberg.

Erstens seien dort bereits Parkflächen und zweitens lägen sie innerorts.

Die Zeit drängt. Am 1. Mai sollte der Probebetrieb beginnen und mit einem Preis von zwei Euro für Parken plus Busfahrt den Parkplatz am Ortsrand für Tagesgäste attraktiv machen. „Es wird eng, irgendwie hängt alles in einer Schleife“, erklärte Kurdirektorin Claudia Hörl. Die aus dem geplanten Verkehrskonzept entwickelten Vorgaben für das P & R-Projekt gebe es seit September 2012, bestätigte der amtierende Bürgermeister. Und sagt selbstkritisch: „Wir könnten schon weiter sein, da hätte auch ich mehr Druck machen müssen.“ Noch sei kein Bus gemietet und kein Personal für den P & R-Verkehr eingestellt worden.

Der Probebetrieb könnte nicht nur wegen des fehlenden Parkplatzes scheitern. „Bis jetzt habe ich auch noch keinen entsprechenden Beschluss der Gemeindevertreter“, erklärte die Kurdirektorin.

Billig parken und fahren
Parkplätze sind in Boltenhagen

im Sommer äußerst knapp. Auf der Ostseeallee, der einzigen Durchgangsstraße in Ost-West-Richtung, kommt es durch Parkplatzsuchende immer wieder zu Stopp-and-Go-Verkehr.

Das Park & Ride-Projekt soll das

Ortszentrum entlasten, weil Tagesbesucher schon die Parkplätze an

den Ortseingängen nutzen. Anlocken soll sie der Preis von zwei Euro für

die Tageskarte. Im Preis enthalten

sind die Busfahrten ins Zentrum und zurück zum Parkplatz. Zum Vergleich: die Tageskarte im Ortszentrum

von Boltenhagen kostet sechs Euro.

Sylvia Kartheuser

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