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Wismar Parken am Kreissitz nun für alle

Außerhalb der Dienstzeiten können Wismarer und Gäste Autos kostenlos abstellen

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Parken am Kreissitz in Wismar nun für alle

Von Nicole Buchmann

Wismar. Der im Dezember eröffnete Parkplatz an der Kreisverwaltung in der Rostocker Straße ist von nun an auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Außerhalb der Dienstzeiten der Verwaltung und am Wochenende können Autofahrer die 121 Stellflächen kostenlos nutzen.

OZ-Bild

Außerhalb der Dienstzeiten können Wismarer und Gäste Autos kostenlos abstellen

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Nordwestmecklenburgs Landrätin Kerstin Weiss (SPD) nannte die Übergabe an die Öffentlichkeit gestern einen „erfreulichen Termin“. Anwohner seien an sie und Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) herangetreten und hätten um die Nutzung des Parkplatzes für alle gebeten, erklärte Weiss. Unter ihnen die Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs Wismar, Anne-Marie Schlaberg. Seit der Fertigstellung des Parkplatzes frage sie sich, warum die Fläche abends ungenutzt und hell erleuchtet sei. Sie machte ein Foto, postete es mit dem entsprechenden Kommentar auf die Facebookseite von Kerstin Weiss. „Und dann wurde ich zur Freigabe für alle eingeladen“, freute sich Schlaberg.

Das Ansinnen habe eingeleuchtet, waren sich Weiss und Beyer einig. Schließlich sei die Parkfläche von Steuergeldern bezahlt worden. Wie viel Geld der Kreis am Ende tatsächlich in den Parkplatz investiert hat, ist noch unklar. Laut Weiss seien es am Ende weniger als die geplanten 880000 Euro gewesen.

Um eine Nutzung außerhalb der Dienstzeiten zu ermöglichen, musste der Landkreis neue Lärmschutzgutachten einholen. Eine Nutzung nach 17 Uhr war in der Baugenehmigung bislang nicht vorgesehen.

Dennoch: In den Nachtstunden bleibt die Schranke unten. Von 22 Uhr abends bis 6 Uhr morgens sollen die Anwohner nicht durch Verkehr gestört werden. „Die gleiche Regelung haben wir bereits auf zwei Parkplätzen in Wismar – an der Reuter-Schule und am Wallgarten“, sagte Bürgermeister Beyer. Und diese würden trotzdem ausgiebig genutzt.

Kerstin Weiss setzt darauf, dass sich Autofahrer an die für die Öffentlichkeit geltenden Zeiten halten. Deshalb bleibe die Schranke zwischen 6 und 22 Uhr offen. „Wenn das nicht klappt, müssen wir überlegen, wie wir sicher stellen, dass die Parkplätze während der Dienstzeiten für Verwaltungsmitarbeiter und Besucher zur Verfügung stehen“, sagte Weiss. Sollte sich herausstellen, dass der Bedarf größer ist, bliebe noch die Freifläche unmittelbar daneben, um die der Parkplatz dann erweitert werden könnte.

Rückblende: Mit der Diskussion um den Neubau des Kreissitzes im Herbst 2014 begann auch die Diskussion um den Parkplatz. Eine Million Euro hatte die Verwaltung zunächst dafür geplant. Es hagelte Kritik aus der Kreistagsopposition. Kosten halbieren, Schotter, Asphalt, 200 oder 86 Stellplätze, kostenpflichtig oder kostenlos – die Debatte zog sich über fast zwei Jahre, beschäftigte Ausschüsse und Kreistagssitzungen. Am Ende standen vier Varianten zur Diskussion. Asphaltiert, beleuchtet, kostenlos auf 121 Stellflächen ist nun daraus geworden.

Kreistagspräsident Klaus Becker (CDU) kann das Ausmaß der Debatte nachvollziehen. „Parkplätze bewegen die Leute, weil sie unmittelbar davon betroffen sind.“ Gerade in Wismar seien Stellflächen ein rares Gut – vor allem kostenlose. „Die Regelung passt sich in unser Parkraumkonzept ein, Stellflächen außerhalb der Innenstadt kostenlos zur Verfügung zu stellen, ergänzte Beyer.

Parkzeiten

Die Stellflächen an der Rostocker Straße stehen der Öffentlichkeit außerhalb der Dienstzeiten der Kreisverwaltung zur Verfügung. Das bedeutet: Montags bis donnerstags von 17 Uhr bis 7 Uhr.

Freitags von 15 Uhr bis montags 7 Uhr. Ausgenommen davon sind Besucher der Kreisverwaltung.

Der Parkplatz wird nachts immer von

22 Uhr bis 6 Uhr verschlossen. Die Stellplätze stehen kostenlos zur Verfügung. Dauerparken ist auf Grund der oben genannten Zeiten ausgeschlossen.

KOMMENTAR

Vertrauen oder Kontrolle?

Steuergelder, die nun der Öffentlichkeit zugutekommen – ist das tatsächlich lobenswert oder sollte das nicht selbstverständlich sein? Sei’s drum. Was mich viel mehr interessiert, ist, wie die Öffentlichkeit mit dem ihr gereichten kleinen Finger umgeht. Schon gestern parkten Ratzeburger, Neumünsteraner und Magdeburger dort – während der Dienstzeiten der Kreisverwaltung. Lasst es mal Mai werden oder Juni. „Ich – dann eine Weile nichts“ lautet das Motto dieser Tage leider viel zu oft. Der kurze Weg in die Altstadt ist auch verlockend. Und wer weiß, vielleicht öffnen die Ämter in der Rostocker Straße bald schon um 6 Uhr. Weil die Mitarbeiter dann ohnehin schon da sind, damit sie einen Parkplatz finden.

Nicole Buchmann

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