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Pastor dankt für Jahrhundertbauwerk

Wismar Pastor dankt für Jahrhundertbauwerk

Sankt-Nikolai-Kirche: Für 1,3 Millionen Euro wurden der Turm gesichert und Gewölbe erneuert

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Nach vielen Jahren zeigt sich die Nikolaikirche komplett ohne Baugerüste und wird dadurch mehr denn je zu einem beliebten Fotomotiv.

Wismar. Schöner denn je zeigt sich die Nikolaikirche in der Wismarer Altstadt. Innen und außen. Erstes sichtbares Zeichen: Nirgendwo verstellt ein Baugerüst den Blick auf die Kirche, die von 1381 bis 1487 als Kirche der Seefahrer und Fischer erbaut worden war. Sie gilt als Meisterwerk der Spätgotik im nordeuropäischen Raum. Im Inneren wandert der Blick nach oben: Zwölf Gewölbe, stark vom Verfall bedroht, strahlen in neuer Schönheit.

OZ-Bild

Sankt-Nikolai-Kirche: Für 1,3 Millionen Euro wurden der Turm gesichert und Gewölbe erneuert

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In die Turm- und Gewölbesanierung sind in den beiden letzten Jahren 1,33 Millionen Euro geflossen. Aus dem Bundes-Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ hat die Stadt als Eigentümerin der Kirche 800 000 Euro eingeworben, 533 000 Euro hat die Kirchengemeinde St.Nikolai aufgebracht. Pastor Roger Thomas ist begeistert: „Als Kirchengemeinde danken wir für die große Sanierungsmaßnahme.

Es wurde jetzt Großes vollbracht, ich denke die Bauleistungen kann man als Jahrhundertbauwerk bezeichnen.“

Letzte Arbeiten vor langer Zeit

Die letzten großen Arbeiten liegen etwa 200 Jahre zurück. Beim Turm hat es noch länger gedauert. Projektleiter Kristian Fleischhack vom Planungsbüro Angelis & Partner Wismar: „Es waren die ersten Arbeiten am Turm seit dem Turmsturz 1703. Die Folgen, die wir deutlich sehen konnten, haben wir jetzt korrigiert.“ Der Reparaturstau sei riesig gewesen.

In einem kleinen festlichen Rahmen dankte der Pastor im Beisein von Vertretern der Stadt, der Bürgerschaft, Baufirmen, wie Bauunion Wismar, Gerüstbau Lenschow Steinhausen, und der Kirchengemeinde für das gute Zusammenspiel. Roger Thomas: „Das ist alternativlos, das kann keiner alleine stemmen.“ Der Pastor lobte die Bürgergemeinde und sprach damit sowohl Touristen an, die mit ihren Spenden die Kirche unterstützen, als auch Bürger der Stadt, die sich mit dem Kulturdenkmal identifizieren, und zum Beispiel über das von der Firma HW Leasing Wismar organisierte Nikolaibankett Geld einwerben.

Zwölf Gewölbe wie neu

Zwölf Gewölbe – insgesamt gibt es 56 in St. Nikolai – wurden im nördlichen Seitenschiff sowie in der südlichen Eingangshalle und im südlichen Seitenschiff fertiggestellt. Sie waren stark gefährdet und gehörten allesamt zur Kategorie A, also der schlechtesten. Die Kosten beliefen sich auf 572 000 Euro. Parallel wurden Gurtbogenmalereien durchgeführt, die durch das Nikolaibankett finanziert wurden.

In die Turmsanierung sind 761000 Euro geflossen. Dazu zählten Reparaturen an den Holzbalkendecken und Treppen im Turm, der Einbau zusätzlicher Holzbalken für die Statik und die Verbesserung des Glockenstuhls durch Versteifungskreuze. Außerdem wurden Holzluken erneuert, vorhandene Leitern und Treppen im Turm verstärkt. Ein nächster Schwerpunkt war in schwindelerregender Höhe die Sicherung des Mauerwerks an der Fassade, hier vor allem an der Südwest- und Nordwestecke des Turms, wo sich faustgroße Risse aufgetan hatten. Zudem mussten die Eisenanker an der Westseite überarbeitet werden.

Bürgermeister Thomas Beyer (SPD): „Hinter uns liegt die größte Baumaßnahme in St. Nikolai seit der Wende.“ Für 2018 geplante Maßnahmen beinhalten Sockelreparaturen in den Außenbereichen der Nordseite und am Chorumgang. Der Bauantrag ist gestellt, die Finanzierung noch nicht gesichert. Außerdem sollen Gewölbe der Schadenskategorie B (mittlere Schädigung) Bestandteil der nächsten Anträge sein.

Essen für Leib und Seele

Auch der Bürgermeister hob das Zusammenwirken von Stadt, Bürgergemeinde und Kirchengemeinde hervor und würdigte das Projekt „Leib und Seele“ in St. Nikolai. Seit zehn Jahren gibt es mit Unterstützung der Nikolaigemeinde jeden Montag und Freitag eine Einladung für Leib und Seele. Der Mittagstisch in der Winterkirche macht es mit vielen ehrenamtlichen Helfern möglich, seinen Gästen eine warme Mahlzeit für einen Euro anzubieten.

Pastor Roger Thomas wird die Bauzeit trotz aller Umstände in guter Erinnerung behalten: „Ich war auch auf dem Gerüst, um mit den Handwerkern zu erzählen und mir einiges zeigen zu lassen. Ich habe großen Respekt vor der Arbeit.“

Heiko Hoffmann

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