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Pferd wartet auf Sattel und Reiter

Bad Doberan Pferd wartet auf Sattel und Reiter

Nach vier Jahren umfassender Arbeiten: Das Reiterstandbild im Münster ist fast fertig rekonstruiert

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Bad Doberan. Langsam wird das Pferd mittels Seilen und Ketten über eine mächtige hölzerne Rampe an seinen Platz gefahren – ein deutlich sichtbares Zeichen, dass das Reiterstandbild im Doberaner Münster bald wieder seine ursprüngliche Formation annimmt. „Das wirkt schon alles sehr aufwendig“, sagt Kustos Martin Heider. „Ist aber notwendig, damit das Pferd nicht über das Eisengitter gehoben werden muss.“

OZ-Bild

Nach vier Jahren umfassender Arbeiten: Das Reiterstandbild im Münster ist fast fertig rekonstruiert

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Damit gehen die umfangreichen Arbeiten am historischen Grabmal in die finale Phase. „Bereits im Jahr 2013 haben die Voruntersuchungen am Reiterstandbild begonnen, seit 2015 läuft die Restaurierung“, sagt Heider. „So lange haben wir uns noch nie mit einem Einzeldenkmal beschäftigt.“ Dabei waren und sind jede Menge Stein- und Holzrestauratoren im Einsatz, per Stickstoff-Begasung mussten Käfer abgetötet werden, die das Holz nachhaltig geschädigt hatten.

Moderner Schutz gegen Feuchtigkeit

Um künftig möglichst wenig Feuchtigkeit in das Grabmal eindringen zu lassen, wurden zusätzlich zu den im Untergrund erfolgten Maßnahmen drei Entlüftungsfugen in den Fußboden integriert.

„Das war gar nicht so einfach“, erklärt Heider. „Denn damit hatte sich auch das Fliesen-Raster verändert.“ Apropos Fliesen: „Die wurden komplett vom Boden entfernt und in der Werkstatt aufwendig gereinigt“, sagt der Münster-Kustos. „Das war vorher alles ein einheitliches Grau – jetzt ist das zweifarbige Muster wieder gut sichtbar.“ Zudem entspreche das verlegte Raster dem vorgefundenen originalen Zustand: „Jede einzelne Fliese befindet sich jetzt wieder exakt an ihrer ursprünglichen Position – schon beeindruckend, mit welcher Fertigkeit die Restauratoren hier arbeiten.“

Ganz ähnlich verhalte es sich mit der Reiter-Statue: „Hier wurden bei einer Restaurierung in den 1950er Jahren an einigen Stellen zellulosehaltige Kittungen verwendet – die sind mit der Zeit erheblich verwittert.“ Auch in diesem Fall hätten die Fachleute alte und neue Teile „wunderbar angepasst“, freut sich Heider: „Jetzt findet sich an der Statue wieder Lindenholz – angelehnt ans Original.“ Schäden entfernen und gleichzeitig die historische Substanz erhalten – „das ist ja immer eine Gratwanderung“, macht Heider deutlich. Weit vorangeschritten sei darüber hinaus auch die Konservierung des Eisengitters: „Zur Zeit werden fehlende Teile nach Vorlagen in der Werkstatt neu geschmiedet, retuschiert und angebaut“, erklärt der Kustos. „Toll, dass wieder jedes einzelne Teil zum Leben erweckt wird.“

Im September wird Restaurierung abgeschlossen

Ende Juli geht es dann Schlag auf Schlag: Zunächst bekommt das Pferd seinen Sattel wieder, im Anschluss der Reiter seinen Kopf – und in der ersten September-Hälfte soll die gesamte Restaurierung des Reiterstandbildes abgeschlossen sein.

Unterstützt wird die Maßnahme von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung sowie der Ostseesparkasse Rostock. Die Eigenmittel stammen aus dem Münsterhaushalt der Kirchengemeinde, einer Zuwendung aus dem Münsterbauverein, dem Denkmalfonds der Nordkirche, Patronatsmitteln sowie einer großen Privatspende. Übrigens: Der Greifswalder Kunsthistoriker Detlef Witt arbeitet seit Monaten die Geschichte um das Reiterstandbild des Fürstlich Mecklenburgischen Geheimen Rates und Hofmeisters Samuel Behr (1575-1621) auf. „Ende des Jahres wird es dazu ein Buch geben“, kündigt Martin Heider an. „Darin sind dann auch sämtliche Ergebnisse der Restaurierung enthalten.“

Vortrag am 20. Juli

„Das Doberaner Münster im Jahrhundert der lutherischen Reformation“ ist der Titel einer Vortrags- und Sonderführungsreihe, die anlässlich des Reformationsgedenkens im Münster angeboten wird.

Die dritte Folge findet an diesem Donnerstag um 16 Uhr statt.

Hierbei werden die weiteren Jahre am Vorabend der Reformation und der Zeit ab 1517 behandelt. Die Veranstaltung beginnt mit einer thematischen Einführung in Form einer Bild-Text-Präsentation, es folgt ein Rundgang zu ausgewählten

Ausstattungsstücken.

Bis in den Herbst stellt Münsterkustos Martin Heider verschiedene Zeiteinheiten und Themen des 16. Jahrhunderts vor.

Lennart Plottke

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