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Wismar Pferde sind ins Dorf zurückgekehrt
Mecklenburg Wismar Pferde sind ins Dorf zurückgekehrt
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00:00 27.07.2018
Die Eheleute Manfred und Brigitte Jedzini mit Hündin Tilly inmitten ihres Gartens vor dem Wohn- und Ferienhaus, der früheren Remise.
Alt Farpen

Inmitten des Dorfes ragt ein großes reetgedecktes Gebäude heraus. Davor ein wunderschön angelegter Staudengarten, in dem es bunt blüht. Nebenan leuchtet gelb ein längliches Gebäude.

Familie Jedzini sanierte die Gebäude auf dem herunter- gekommenen LPG-Gelände, dem früheren Gutshof. Sie züchtet Vollblutaraber.

Manfred Jedzini präsentiert nicht ohne Stolz, was er aus dem Gebäudeensemble der früheren LPG Tierproduktion Blowatz gemacht hat. Die ehemalige, unter Denkmalschutz stehende Fachwerkremise aus dem Jahr 1780 mit Lehmausfachung und Reetdach hat der Bauingenieur fachkundig restauriert – außen wie innen. Das alte Holzständerwerk konnte er zum Teil erhalten, sagt er. In das Haus zog die vierköpfige Familie Jedzini 2010 ein. Es beherbergt außerdem vier Ferienwohnungen mit separaten Zugängen.

„Als wir das Anwesen 2002 erworben haben, war es sehr heruntergekommen. Wir brauchten viel Idealismus, um auf der Hofanlage ein neues Zuhause für uns und unsere Pferde zu schaffen“, erzählt der 72-Jährige. Etwa 700 Kubikmeter Beton habe er aus dem Erdreich holen müssen. Vor dem Stall entdeckten sie eine Güllegrube, 15 Meter im Durchmesser und 22 Meter tief. „Und voller Gülle“, erinnert sich Manfred Jedzini.

In Niedersachsen betrieb die Familie seit 1980 eine Vollblutaraberzucht. „Das Gestüt war zu klein geworden, und wir konnten dort nicht erweitern.“ Durch Zufall entdeckten die Jedzinis auf einer ihrer Urlaubsreisen nach Mecklenburg-Vorpommern das etwa zwei Hektar große Hofgrundstück in Alt Farpen. 20 Hektar Weideland konnten sie dazu erwerben.

Aus dem früheren Kälberstall wurde der Pferdestall, der nun gelb in der Sonne leuchtet. Ein kleiner Pavillon mit Fensterfront bietet den Feriengästen bei schlechtem Wetter Schutz.

Eine Allee mit alten Birnensorten führt vorbei am 60 mal 23 Meter großen Reitplatz, zur Koppel der Hengste und zu einem weiteren imposanten Gebäude: dem früheren Getreidespeicher des Landwirtschaftsbetriebes, in dem 36 Hochsilos standen, 48 Meter lang und 24 Meter breit. „Den Speicher wollen wir zur Reithalle umbauen“, berichtet der Hausherr. Er denkt, dass sie in zwei Jahren genutzt werden kann. Sie wird eine 14 Meter breite Reitfläche bieten. Einen Teil des Fachwerks an dem Speicher hat er bereits erneuern lassen.

Zurzeit lässt er Pensionsboxen anbauen. „Wir wollen Feriengästen mit eigenen Pferden ermöglichen, bei uns Reiturlaub zu machen“, nennt Jedzini das nächste Ziel und verweist auf die guten Ausreitemöglichkeiten in der Region.

„Es macht schon Spaß, den Hengsten beim Kappeln zuzusehen“, erzählt Alexander Breitenbach, selbst ein Pferdenarr, wie er sagt. Mit seiner Partnerin hat der Urlauber aus der Nähe von Chemnitz die Gegend mit dem Fahrrad und dem Auto erkundet.

Esther, die Tochter von Brigitte und Manfred Jedzini, wird das Gestüt weiterführen und Pferde ausbilden. Die 29-Jährige ist von Beruf Pferdefachwirtin. Die Liebe zu den Vierbeinern und die Reitleidenschaft hat sie von der Mutter.

Haike Werfel

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