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Wismar Plattdeutsche Straßennamen in Hansestadt
Mecklenburg Wismar Plattdeutsche Straßennamen in Hansestadt
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06:32 25.04.2017
Der Hase – plattdeutsch Mümmelmann – soll im neuen Wohngebiet zum Zuge kommen. Quelle: Foto: Dpa

Plattdeutsch schlägt Hochdeutsch. Eine Abstimmung im Bauausschuss endete 8:1. Wenn die Bürgerschaft am Donnerstag den Vorschlägen folgt, gibt es in Wismar erstmals plattdeutsche Straßennamen.

In Wismar soll es erstmals niederdeutsche Straßennamen geben. Dann kommt der Mümmelmann - laut Duden ein scherzhafter Ausdruck für Hase, nicht zu verwechseln mit dem Kräuterlikör - in das neue Wohngebiet im Stadtteil Wendorf. Die Verwaltung will sich vorab mit Experten des Mecklenburger Platt in Verbindung setzen.

Und dann kommt der Mümmelmann – laut Duden ein scherzhafter Ausdruck für Hase, nicht zu verwechseln mit dem Kräuterlikör – in das neue Wohngebiet in Wismar-Wendorf. Doch so einfach ist die Sache nicht. Denn der hochdeutsche Vorschlag lautete Hasenberg. Da Platt gewonnen hat, geht es nun um „Hasenbarg“ oder „Mümmelmannsbarg“. Die Verwaltung will sich vorab mit Experten des Mecklenburger Platt in Verbindung setzen. In einer Stadt mit der Niederdeutschen Bühne, der „Plattdüütsch Eck“ in der OZ und der Großen Stadtschule „Geschwister-Scholl-Gymnasium“, in der Plattdeutsch als Wahlpflichtfach für das Abitur zugelassen wird, sollte es an Experten nicht mangeln.

Einfacher verhält es sich mit dem Straßennamen „Utkiek“ für Ausguck, nicht zu verwechseln mit der Wendorfer Gaststätte „Kiek in“. Die dritte Straße soll „Achter de Wisch“ heißen – für die Grundstücke hinter der Wiese.

Zu der Straße, die in das neue Wohngebiet in Seebad Wendorf hineinführt, gab es eine plattdeutsche Kampfabstimmung unter den Mitgliedern des Bauausschusses. Der „Strandlöper“, also der Strandläufer, verlor gegen den niederdeutschen Küstenwald – also „Tau’n Küstenwald“. „Es gibt weder für Küste noch für Wald einen passenden plattdeutschen Ausdruck“, sagt die Wismarerin Karin Musilinski, eine Liebhaberin des Plattdeutschen und viele Jahre OZ-Redakteurin. Sie findet plattdeutsche Namen für Straßen gut, gibt aber zu bedenken, „dass nicht jeder Einwohner des neues Wohngebietes und jeder Gast des Plattdeutschen mächtig ist“. Daher regt sie an, dass Straßenschilder mit der hochdeutschen Übersetzung versehen sein sollten.

Das Wohngebiet in Seebad-Wendorf wird für 87 Eigenheimgrundstücke erschlossen. „Da das neue Wohngebiet in Ostseenähe entsteht, ist die Vergabe von plattdeutschen Straßennamen vorgesehen“, begründet die Verwaltung ihr Ansinnen.

Die Suche nach Straßennamen für das neue Wohngebiet war zunächst vertagt worden. Die Verwaltung hatte Schipperstraat (Schifferstraße), Maatenstieg (Matrosensteig), Segelmakergang (Segelmachergang) und Stüermannsweg (Steuermannsweg) ins Spiel gebracht. Das stieß auf wenig Gegenliebe.

Daher sollten sich alle Fraktionen an der Namenssuche beteiligen. FDP/Grüne hatten keine parat, die CDU fand die der Verwaltung gut, die SPD hatte vier Namen in petto, die Bürgerfraktion mit „To’n Küstenwald“ immerhin einen. Die Einwohner des neuen Wohngebietes sind zumindest namentlich nicht bekannt und können sich im Zweifelsfall gegen die Namensnennung nicht wehren.

Ein Vorreiter in Sachen plattdeutscher Straßennamen wäre die Hansestadt bei einer Beschlussfassung nicht. Die Insel Poel ist schon weiter. In Timmendorf gibt es Fischerstieg (Fischerweg), Tau’n Lüchttorm (Zum Leuchtturm), An Haben (Am Hafen) und Nah’n Kliff (dicht an der Steilküste).

Heiko Hoffmann

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