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Poel hat noch Luft für Investitionen

Kirchdorf Poel hat noch Luft für Investitionen

Bei der Gewerbesteuer gibt es einen deutlichen Rückgang, einen Anstieg bei Verkehrsverstößen. Die Seegras-Entsorgung kommt der Gemeinde teuer zu stehen.

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Größtes Vorhaben ist die sanierungsbedürftige Kurverwaltung in Kirchdorf, die zum Haus des Gastes ausgebaut werden soll.

Quelle: Fotos: is, zg, hoff

Kirchdorf. Auf der Insel Poel geht noch was. Während andere Gemeinden stöhnen und sich kaum noch Investitionen oder Reparaturen leisten können, kann die Ostseegemeinde noch die Zukunft gestalten. Alles andere wäre aber auch fatal für die Tourismushochburg in Nordwestmecklenburg.

„Die Sanierung des ,Haus des Gastes‘ gehört 2014 und 2015 zum größten Projekt in unserer Gemeinde“, blickt Bürgermeisterin Gabriele Richter (parteilos) voraus. 1,6 Millionen Euro sind veranschlagt, Fördermittel für 90 Prozent sind der Gemeinde in Aussicht gestellt worden. Die Gemeindevertretung hatte 2012 beschlossen, für das Bauvorhaben einen Investitionszuschuss von maximal 200 000 Euro zu zahlen. Gabriele Richter: „Die Bauanträge wurden durch das Architekturbüro Institut Jäntsch Rostock erarbeitet und liegen dem Landkreis Nordwestmecklenburg zur Genehmigung vor.“

Rückblickend auf das letzte Jahr sagt das Inseloberhaupt, dass der „Spagat zwischen wünschenswerten Investitionen und nicht aufschiebbaren Ausgaben gut gemeistert“ worden sei. Das wird auch für dieses Jahr angestrebt. Der Ergebnishaushalt mit rund 4,1 Millionen Euro ist so gut wie ausgeglichen. Das Minus beträgt 15 000 Euro.

Als Erfolg wertet die Bürgermeisterin: „Für dieses Haushaltsjahr ist keine Erhöhung der Hebesätze geplant.“ Doch ein Fragezeichen folgt: „Ob die Hebesätze in Zukunft für Gewerbesteuer, Grundsteuer A und B so bleiben, soll noch diskutiert werden. Auch wenn wir derzeit noch im Landesdurchschnitt liegen, muss über eine Veränderung nachgedacht werden, um den Haushaltsausgleich trotz steigender Belastungen auch in den kommenden Jahren zu sichern. Seit 2012 kam es in diesem Bereich zu keiner Reform.“

Sorge bereitet zum Beispiel das rückläufige Aufkommen bei den Gewerbesteuern. 2014 wird mit knapp 250 000 Euro geplant, das sind 28 Prozent weniger als 2013 (351 000 Euro). Richter: „Durch den Wegfall von Betriebsstätten sind Mindereinnahmen in Höhe von circa 80 000 Euro zu verzeichnen.“

Festhalten will die Gemeinde an freiwilligen Leistungen (siehe Infokasten). „Jedoch mussten wir Kürzungen zum Vorjahr in Höhe von circa 5000 Euro vornehmen“, so die Bürgermeisterin und sagt: „Vereine leisten ehrenamtlich einen großen Beitrag auf breiter Basis im Sport, in der Kultur, in der Seniorenarbeit und der Jugendarbeit sowie in vielen anderen Bereichen in unserer Gemeinde. Dies ist nicht hoch genug zu würdigen und die Zuwendungen sollen diese Wertschätzung unterstreichen.“

Eingestellt wurde auf der Insel eine zweite Politesse ab Februar für 30 Stunden in der Woche. Begründet wird dies mit dem enormen Anstieg der Ordnungswidrigkeiten im ruhenden Straßenverkehr. Im Jahr 2013 gab es 5832 Ordnungswidrigkeiten. Das sind mehr als doppelt so viele Vorgänge wie im Vorjahr.

Einige Investitionen und freiwillige Leistungen auf der Insel
78 000 Euro (in drei Jahren) für Schulhof (Abriss Betonplatten und Aufwertung) sowie Hortgebäude (Trockenlegung).


Sanierung Gehwege (75 000 Euro): Abschnitte Finkenweg, Feldstraße, Neue Straße und Straße der Jugend.


Schöpfwerk in Timmendorf: Gesamtkosten 237 000 Euro, Eigenanteil der Gemeinde 77 000 Euro.


Reparatur Anleger und Stege in den Häfen Kirchdorf und Timmendorf: 40 000 Euro. Außerdem wird in beiden Häfen die WLAN-Verfügbarkeit ausgebaut (3000 Euro).



Touristisches Leitsystem für Wander- und Radtouren: 47 000 Euro, davon 40 000 Euro Fördermittel beantragt.


Angeschwemmtes Seegras muss mit neuen baulichen Anlagen als Abfallprodukt zwischengelagert werden. Hierzu muss zunächst das Gelände des Bauhofes in Kaltenhof überplant und als eine Abfalllagerungs- und -entsorgungsfläche umgerüstet werden. Geschätzte Kosten: 61 000 Euro.

13 Vereine und Einrichtungen erhalten freiwillige Leistungen in Höhe von 19 370 Euro. Zum Beispiel: Schützenverein 1000 Euro, Verein Poeler Leben 8000 Euro, Mehrgenerationenhaus (Kofinanzierung) 5000 Euro, Poeler Sportverein 4500 Euro, Segelclub Insel Poel 1500 Euro.


Der Jugendclub ist an fünf Tagen in der Woche geöffnet und beschäftigt einen Jugendsozialarbeiter. Dafür sind 17 300 Euro im Haushalt veranschlagt. Die Stelle des Schulsozialarbeiters wird voraussichtlich zum Schuljahr 2014/15 neu besetzt: Kostenanteil 5000 Euro.



Sportstätten werden unentgeltlich vom Sportverein genutzt. In die Unterhaltung der Sportstätten fließen 46 000 Euro.


Krippe, Kindergarten und Hort: Der prozentuale Anteil der Gemeinde an der Beteiligung der Elternbeiträge bleibt unberührt. Die geplanten Kosten sind mit 304 000 Euro kalkuliert.
Die Gemeinde zahlt über den gesetzlich vorgeschriebenen Anteil hinaus, sodass sie von einer freiwilligen Leistung in Höhe von 30 000 Euro spricht.

 



Heiko Hoffmann

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