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Wismar Poeler Seenotretter bisher 26-mal im Einsatz
Mecklenburg Wismar Poeler Seenotretter bisher 26-mal im Einsatz
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11:20 30.07.2018
Gern nutzten die Besucher die Fahrten mit den Seenotrettungsbooten, hier die „Konrad Otto“ des Kühlungsborner Teams. Quelle: Haike Werfel
Wismar/Timmendorf

Schlange stehen am Anleger des SeenotrettungsbootesWolfgang Wiese“ im Timmendorfer Hafen. Die Poeler Crew und ihre Kollegen vom Kühlungsborner Boot „Konrad Otto“ laden zu kurzen Ausfahrten ein. Es eine Gelegenheit, auf ihre ehrenamtliche Arbeit bei der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) aufmerksam zu machen. Einmal im Jahr informieren sie über ihren wichtigen Job: am Tag der Seenotretter.

Am Tag der Seenotretter stellten die 22 Poeler ihre Arbeit vor. Die Besucher zeigten großes Interesse an diesem Ehrenamt. Andrang herrschte auch am Timmendorfer Leuchtturm, der geöffnet war.

Komplett spendenfinanziert

„Kaum einer weiß, dass wir uns komplett aus Spenden finanzieren“, sagt Jörg Westphal. Der Leiter des Informationszentrums MV in Rostock und Klaus-Dieter Kudick unterstützen ihre Poeler und Kühlungsborner. „Es gibt auf See, wenn wir in Not Geratene retten, keine Schaulustigen. Zum Glück. Aber deshalb wissen die meisten nicht, was wir tun.“ Darum sei es so wichtig, ihre Arbeit vorzustellen. Der gebürtige Wismarer freut sich, wenn Besucher ein Faltblatt mitnehmen, auf dem sie später erklären, Förderer der Seenotretter zu werden. „Wenn viele dieser Blätter bei uns eintreffen, dann waren wir heute erfolgreich.“

Am Sonnabend zwei Seglern geholfen

In diesem Jahr hatten die Poeler schon 26 Einsätze, berichtet Vormann Thomas Lietz. „Am Sonnabend erst haben wir zwei Seglern geholfen, die sich bei dem starken Wind im flachen Wasser festgefahren hatten. Manche haben kein ordentliches Kartenmaterial an Bord.“ Bis zu 60 Einsätze haben die 22 Poeler Seenotretter im Jahr. In der Regel wegen Maschinenausfällen oder anderer Hilfeleistungen. Im März waren vier Kajakfahrer in Richtung Rerik in Seenot geraten. „Drei haben es an Land geschafft. Den vierten haben wir stark unterkühlt gerettet. Der hatte richtig Glück“, erzählt Thomas Lietz.

Rettung von Surfern inszeniert

Wie solch eine Rettung von Verletzten vor sich geht, erleben die Besucher am Nachmittag. „Zwei Surfer prallen zusammen, sie haben einen Schwimmer nicht gesehen, erleiden Kopfverletzungen und einen gebrochenen Arm.“ Thomas Moll, von Beruf Schiffsmechaniker und mit 30 Jahren der jüngste Seenotretter auf Poel, hat sich das Szenario ausgedacht.Bei Rico Zehr können Interessierte an der Reanimationspuppe die Herzdruckmassage und Beatmung üben. Der Notfallsanitäter ist ebenfalls Mitglied der DGzRS. Er ermuntert zu Zivilcourage.Andrea Lembcke (33), die einzige Frau bei den Poeler Seenotrettern, erläutert den Gästen das moderne Rettungsboot „Wolfgang Wiese“. „Es schafft mit dem 880-Liter-Tank 240 Seemeilen, hat 380 PS, ist bis zu 18 Knoten schnell und kann fast 30 Gerettete aufnehmen.“ Damit ist es schneller und bietet mehr Platz als der Vorgänger, die „Günther Schöps“.

Leuchtturm ist einmal im Jahr geöffnet

Außer auf das Seenotrettungsboot zieht es viele Besucher auf den Leuchtturm. Auch hier ist der Andrang groß. Doch den geduldig Wartenden bietet sich nach 82 Stufen Aufstieg eine weite Sicht. Frank Linke, Ayke Brunnlieb und Wilfried Lange vom Wasser- und Schifffahrtsamt öffnen seit drei, vier Jahren das 21 Meter hohe Bauwerk am Tag der Seenotretter.

Haike Werfel

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