Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 18 ° Regenschauer

Navigation:
11 000 Euro gehen an „Das Boot“

Wismar 11 000 Euro gehen an „Das Boot“

Sozialausschuss teilt Fördergelder für Wohlfahrtspflege im Landkreis Nordwestmecklenburg zu / Budget ist zu knapp für die Anträge / Wismarer Verein musste „bitter kämpfen“

Wismar. Aller guten Dinge sind drei – irgendwie, irgendwann. Der Sozialausschuss des Kreistages hat sich schlussendlich geeinigt, wie hoch die Förderungen für die Wohlfahrtspflege im Jahr 2016 ausfallen. Drei Anläufe hat es gebraucht, das Geld unter den Antragstellern zu verteilen.

 

OZ-Bild

Über dieses Budget bestimmt der Ausschuss. Die Verwaltung macht lediglich Vorschläge.“Karla Krüger (SPD), Fachbereichsleiterin

Quelle:
OZ-Bild

Dank der Unsicherheiten haben wir unsere Öffnunzeiten täglich um zwei Stunden verkürzt.“Sandra Rieck vom Verein „Das Boot“

Quelle:
OZ-Bild

Über dieses Budget bestimmt der Ausschuss. Die Verwaltung macht lediglich Vorschläge.“Karla Krüger (SPD), Fachbereichsleiterin

Quelle:

„Über dieses Budget bestimmt der Ausschuss“, betonte Karla Krüger (SPD), Fachbereichsleiterin für Jugend, Soziales, Gesundheit und Bildung. „Gemessen an den Meldungen der Träger reicht das Geld nicht.“ In dem alljährlichen Verfahren macht die Verwaltung Vorschläge, wie hoch die jeweilige Fördersumme nach ihrem Ermessen ausfallen könnte. „Die Bettdecke ist in jedem Fall zu kurz. Der Ausschuss muss entscheiden, ob der Arm oder der Fuß friert.“

An der Bettdecke wurde gezerrt, an einigen Enden hart für ein Stück davon gekämpft. So beispielsweise beim Wismarer Verein „Das Boot“. Für das Jahr 2016 hat der Ausschuss dem Verein 11 000 Euro zugesprochen. „Doch das war ein bitterer Kampf“, sagte Sandra Rieck vom hauptamtlichen Vorstand. Anfangs sollte es gar nichts für den Verein zur Förderung seelischer Gesundheit und Integration geben.

Der Vorschlag der Verwaltung lautete nach erstmaligem Intervenieren dann 5000 Euro. Beantragt hatten Sandra Rieck und Kollegin Kristina Brossog 15 000 Euro. „Mit 5000 Euro könnten wir unsere Arbeit nicht sicher stellen. Ohne Einbußen beim Leistungsangebot wäre das nicht möglich. Wir denken uns die Zahlen doch nicht einfach aus“, erklärte Sandra Rieck aufgebracht dem Ausschuss. Dank der unsicheren Situation habe der Verein die Öffnungszeiten seiner Begegnungsstätte – eine Anlaufstelle für Behinderte, Flüchtlinge und seelisch Erkrankte – bereits täglich um zwei Stunden verkürzt. „Wir haben unseren Antrag mehrfach auf Wunsch der Verwaltung geändert und alles eingearbeitet“, sagte Sandra Rieck und klopfte auf einen dicken Ordner. „Wenn von der Verwaltung behauptet wird, dass unsere Maßnahmen bereits durchfinanziert seien, dann ist das schlichtweg falsch.“ Seit November arbeite sie mit Kristina Brossog an dem Antrag. „Das ist keine Wertschätzung unserer Arbeit!“

Verhärtete Fronten zwischen Träger und Verwaltung. Vorgeworfen wurden einerseits öffentliche Falschdarstellung und mangelnde Kooperation, die Verwaltung hingegen bemängelte Ungenauigkeiten im Antrag und fehlende Erklärungen. Aussage gegen Aussage.

„Ich bin nun schon 15 Jahre Mitglied in diesem Ausschuss, aber solche Diskrepanzen gab es noch nie“, schätzte Ausschussmitglied Anett Gruß (CDU) das Prozedere ein. „Wenn nicht einmal die Zahlen stimmen, womit sollen wir denn arbeiten?“ Bereits in der vorhergehenden Sitzung konnte der Punkt Wohlfahrtspflege nicht abschließend behandelt werden, da Tabellen und Zahlen nicht übereinstimmten (die OZ berichtete).

Die Bettdecke liegt nun passend, jedenfalls mehr oder weniger. Das Budget wurde nach langer Diskussion unter den Trägern aufgeteilt. Neben dem Verein „Das Boot“ standen zusätzlich noch die Arbeiterwohlfahrt mit der Ausländerberatung und das Deutsche Rote Kreuz mit der sozialen Beratung und der Integrationsstelle auf der Vergabeliste. Beide sollen in diesem Jahr 21000 Euro gefördert bekommen. Weitere 35 000 Euro fließen an den Verein Aids-Hilfe Westmecklenburg.

Vanessa Kopp

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
OZ-Bild
mehr
Mehr aus Politik
Verlagshaus Wismar

Mecklenburger Straße 28
23966 Wismar

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag 10.00-17.00 Uhr
Freitag 10.00-16.00 Uhr

Leiterin Lokalredaktion: Kerstin Schröder
E-Mail: wismar@ostsee-zeitung.de
Telefon: 0 38 41 / 415 65

Ticket- und Anzeigenverkauf: 03841 / 41550.

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.