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1389 anerkannte Flüchtlinge in Nordwestmecklenburg

Wismar 1389 anerkannte Flüchtlinge in Nordwestmecklenburg

Gut 600 Asylbewerber sind noch im Verfahren / Sozialausschuss sieht Bedarf für weiteren Helfer / Die Verwaltung will auf breiter Basis ein Integrationskonzept entwickeln

Wismar. „Da ist in der vorigen Sitzung wohl ein falscher Eindruck entstanden“, resümierte die Vorsitzende des Sozialausschusses des Kreistags von Nordwestmecklenburg Renate Lüders (Die Linke) nach einer Diskussion über Arbeitsgelegenheiten für Asylbewerber. 80 Cent pro Stunde, 250 Euro pro Teilnehmer und Monat für den Träger, Zwangsverpflichtung – die Reaktionen der Ausschussmitglieder vor ein paar Wochen waren zum Teil drastisch (die OZ berichtete).

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Gut 600 Asylbewerber sind noch im Verfahren / Sozialausschuss sieht Bedarf für weiteren Helfer / Die Verwaltung will auf breiter Basis ein Integrationskonzept entwickeln

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„Wenn wir die Informationen gehabt hätten, die uns nun vorliegen, wäre es nicht zu solchen Missverständnissen gekommen“, stellte Ausschussmitglied Kerstin Claus (FDP) fest. Die Kritik ging an Fachdienstleiter Frank Brinker, der die Regelung zu den Arbeitsgelegenheiten auf Grundlage des neuen Integrationsgesetzes skizziert hatte.

„Wir haben keine eigene Berichtsvorlage für den Ausschuss erarbeitet, weil der Landkreis in diesem Bundesgesetz nur der verlängerte Arm ohne Entscheidungskompetenz ist“, erklärte Brinker auf OZ-Nachfrage. Man müsse sehen, wie umfangreich man den Ausschuss in solchen Dingen informiere. Die Mitglieder hatten es dann selbst in die Hand genommen, und die beiden Träger – der Verein „Das Boot“

und der Verein „dot.kom“ – nutzten die Möglichkeit, um ihre Konzepte vorzustellen. Demnach würden Asylbewerber nur mit ihrem Einverständnis Arbeitsgelegenheiten verrichten und darüber hinaus umfassend betreut. Der Spracherwerb stünde an erster Stelle.

Zu wenig Integrationslotsen?

Ohne Sprachkenntnisse sind die Probleme im Alltag programmiert, ist Hilfe von außen nötig. Die leisten unter anderem die Integrationslotsen, die wiederum anerkannte Flüchtlinge bei der Wohnungssuche, bei Behördengängen und Ähnlichem begleiten. Derzeit kümmern sich drei Menschen auf zweieinhalb Personalstellen um 1389 anerkannte Flüchtlinge in Nordwestmecklenburg – Stand 30. September dieses Jahres. Zu wenig, da war sich der Ausschuss einig. Zumal noch gut 600 Asylbewerber im Verfahren sind – und das laut Brinker mit guter Aussicht auf Anerkennung. Tino Schwarzrock (Grüne) merkte zudem an, dass in den kommenden ein bis zwei Jahren mit Familiennachzug zu rechnen sei. Am Ende einigten sich die Mitglieder darauf, dem Kreistag zu empfehlen, von der Verwaltung eine weitere Vollzeitstelle sowie eine fortlaufende Analyse der Zahlen zu fordern. Sie folgten damit Vorlagen von Dennis Klüver (Piraten) und der Fraktion Die Linke.

Im Hinblick auf die Finanzierung gab Brinker zu bedenken, dass die Landesmittel bereits jetzt die Kosten für die Integrationslotsen nicht deckten. Schwarzrock verwies in dem Zusammenhang auf einen Kreistagsbeschluss, laut dem der Landkreis die Bedingungen für eine gelingende Integration schaffen soll. „Dazu gehört, dass man sich darüber im Klaren ist, selbst Geld in die Hand zu nehmen.“ Das Geld vom Land sei lediglich eine Basisausstattung und reiche nicht aus.

Inzwischen haben sich Jobcenter und Kreisverwaltung darauf verständigt, die Integrationslotsen zu unterstützen. Wie Landrätin Kerstin Weiss (SPD) mitteilte, wechselt am 1. November ein Mitarbeiter des Jobcenters zunächst für ein halbes Jahr in den regionalen Integrationsservice.

Auftakt für Integrationskonzept

Die Verwaltung legte zudem Verfahrensabläufe im Umgang mit Asylbewerbern und erkannten Flüchtlingen im Landkreis vor. Das Papier soll Auftakt sein für ein Integrationskonzept, das gemeinsam mit Ehren- und Hauptamtlichen zu erarbeiten ist. Auch der Sozialausschuss solle eingebunden werden. Zudem werde ein Integrationsbeauftragter als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Nicole Buchmann

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