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Alte Gärtnerei wird Flüchtlingsunterkunft

Bobitz/Tressow Alte Gärtnerei wird Flüchtlingsunterkunft

Die seit vier Jahren ungenutzte alte Gärtnerei in dem Bobitzer Ortsteil Tressow am gleichnamigen See könnte schon bald aus ihrem Dornröschenschlaf wieder erwachen.

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In dem ehemaligen Schulungsgebäude der Alten Gärtnerei soll eine Notunterkunft für anerkannte Asylbewerber entstehen, mit etwa acht Quadratmeter großen Zimmern, Gemeinschaftsküche und -duschen. Fotos (5): Peter Täufel

Bobitz/Tressow. Die seit vier Jahren ungenutzte alte Gärtnerei in dem Bobitzer Ortsteil Tressow am gleichnamigen See könnte schon bald aus ihrem Dornröschenschlaf wieder erwachen. Wenn es nach dem Willen des Eigentümers geht, soll das ehemalige Schulungsgebäude nun zu einer Notunterkunft für anerkannte Asylbewerber werden. Der Verein „DOT–KOM“ (das steht für Demokratie, Teilhabe, Kommunikation) als Eigentümer strebt mit dem Projekt der Kulturgärtnerei ein offenes Wohn- und Kulturprogramm für die aktive Integration von Geflüchteten im ländlichen Raum an.

OZ-Bild

Die seit vier Jahren ungenutzte alte Gärtnerei in dem Bobitzer Ortsteil Tressow am gleichnamigen See könnte schon bald aus ihrem Dornröschenschlaf wieder erwachen.

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In der Einwohnerversammlung am Montagabend in der Bobitzer Turnhalle, zu der die Gemeindevertretung geladen hatte, stellte der stellvertretende Vorsitzende Michael E. Deppe die Pläne vor. „Wir wollen ein Zentrum schaffen, in dem man aktiv aufeinander zugehen kann. Das bringt mehr Verständnis füreinander und ein besseres Miteinander", warb der Diplom-Sozialpädagoge.

Der Verein „DOT–KOM“, dessen prominenteste Vorstandsmitglieder wohl Birgit und Horst Lohmeyer aus Jamel sind, ist der Nachfolger des VFBJ Tressow e.V., dem das Objekt seit dem Jahr 1991 gehört und der dort eine Ausbildungsstätte für sozial benachteiligte Jugendliche betrieb.

Nun also Flüchtlinge. „Die Situation ist die, dass Flüchtlinge, die den Status ,Anerkannter Asylbewerber‘ bekommen haben, unverzüglich aus den zentralen Flüchtlingsunterkünften raus und eine eigene Wohnung suchen müssen. Da das auf die Schnelle kaum möglich ist und sie nicht auf einmal obdachlos sind, braucht es solche kurzfristigen Notunterkünfte“, führte Deppe aus. Eine bis maximal acht Wochen würden Asylbewerber dort bleiben. Man habe bereits Erfahrung mit solch einer Unterkunft, die derzeit in der Jugendscheune Neukloster betrieben wird. Selbige müsse aber aus Pachtvertragsgründen geschlossen werden. Deshalb wolle man nach dem Umbau bis zu 20 anerkannte Asylbewerber in der alten Gärtnerei in Tressow unterbringen.

84 Einwohner lauschten den Ausführungen der „DOT–KOM“-Vertreter. Vorsorglich ob des brisanten Themas hatte die Polizei einen Beamten in sowie zwei Streifenwagen vor der Halle postiert. Nötig war das jedoch nicht. Die Fragen der Bürger gingen in eine ganz andere Richtung: „Das Schulungsgebäude ist dafür nicht geeignet, da ist ja nicht mal ne richtige Heizung drin! Es sei denn, Ihr investiert vorher 300 000 Euro in den Ausbau“, zeigte sich Reinhard Dopp sichtlich besorgt. Der Rentner kennt das Objekt genau, hat es damals selbst mit aufgebaut. „Nur, wenn Du mir das garantieren kannst, dass sich die Flüchtlinge dort wohlfühlen, kann ich zustimmen“, richtet er sich direkt an Deppe.

Die Gemeindevertreterin Kathi Krtschil (BWG) interessierte noch etwas ganz anderes: „Was passiert denn danach mit der alten Gärtnerei, wenn das mit den Flüchtlingen vorbei ist, wie sehen Ihre Planungen in drei, vier Jahren aus?“ Langfristig solle dort wieder eine Ausbildungsstätte entstehen, für Deutsche und vielleicht ausländische Mitbürger, lautete die Antwort. „Wir werden der beantragten Nutzungsänderung auf unserer nächsten Gemeindevertretersitzung am kommenden Montag wohl zustimmen, obwohl die Hälfte der Abgeordneten noch skeptisch ist. Aber was hilft‘s, wir müssen es erst einmal so glauben. Wir können Ihnen sowieso keine Steine in den Weg legen, Sie sind schließlich die Eigentümer und wir wollen ja auch, dass dort wieder etwas geschieht“, sagte Bürgermeisterin Stefanie Uth (parteilos) am Ende der Veranstaltung.

Von Peter Täufel

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