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Alte Reithalle wird nicht zum Depot fürs Phantechnikum

Wismar Alte Reithalle wird nicht zum Depot fürs Phantechnikum

Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) bekam für seine Vorlage in der Bürgerschaft keine Mehrheit. Sie stimmte aber für eine höhere Förderung des Landesmuseums.

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Das Phantechnikum, das sich auf dem ehemaligen Garnisonsgelände in Wismar befindet, benötigt dringend Lagermöglichkeiten für die Ausstellungsstücke. Fotos (2): Peter Preuß

Wismar. Gestern Abend um 20.40 Uhr stand fest: Wismars Verwaltung muss nach einem neuen Standort für ein Depot des Phantechnikums suchen. Ohne Diskussion und mit großer Mehrheit hatten die Mitglieder der Bürgerschaft den Vorschlag von Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) abgelehnt, aus der alten Reithalle am Bürgerpark ein Lager für das Technische Landesmuseum zu machen.

Die Reithalle solle als Veranstaltungsort bestehen bleiben, hatte Karin Lechner für den SPD-Antrag geworben. „Was einmal weg ist, kommt schwer wieder“, hatte sie gemahnt. Die Für-Wismar-Fraktion hatte sich dem Antrag spontan angeschlossen. „Nach der Diskussion in der Öffentlichkeit freut es mich, dass die SPD sich zur Stimme der Bürger macht“, erklärte Sabine Mönch-Kalina.

Beim Pressegespräch kurz vor der Sitzung hatte Beyer bereits durchblicken lassen, dass er in der Entscheidung über den Antrag vor allem ein Zeichen sehe, in welche Richtung die Entwicklung gehen solle. „Aber es muss allen auch klar sein, dass jede andere Lösung deutlich teurer wird“, sagte er.

Senator Andreas Wellmann wurde deutlicher. Noch seien nicht alle Bausteine des Phantechnikums realisiert. Dazu zähle das Depot, ein ganz wichtiger Teil für Museen und oft größer als die Ausstellungen selbst. „Ohne die Reithalle als Lager würde die gesamte Realisierung etwa sechs Millionen Euro kosten“, so Wellmann. Eine Umsetzung sei dann aber frühestens ab 2018 möglich. Der stellvertretende Bürgermeister erinnerte: „Wir haben einen Haushalt mit Defizit und ein Konsolidierungskonzept.“ Erst bei einem ausgeglichenen Haushalt, könne über eine so große Investition nachgedacht werden, sagte Wellmann. Und das werde aber frühestens 2017 der Fall sein.

Ebenfalls mit großer Mehrheit beschloss die Bürgerschaft, die Förderung für das Phantechnikum aufzustocken von 100 000 Euro auf 150 000 Euro. „Das ist die Voraussetzung dafür, dass die Betriebs GmbH des Museums die Fördermittel des Landes überhaupt in Anspruch nehmen kann“, hatte Thomas Beyer um die Zustimmung geworben. Die insgesamt 400 000 Euro seien dringend nötig für die Sach- und Personalkosten des Phantechnikums. Das Technische Landesmuseum sei derzeit unterfinanziert, machte der Bürgermeister deutlich. Die vergangenen Jahre hätten allerdings gezeigt, dass die Verhandlungen mit dem Kultusministerium zäh seien und es Fortschritte „nur ganz kleinen Schritten gibt“, erklärte Beyer.

Das Land war bereit, seine Förderung um 75 000 Euro auf insgesamt 250 000 Euro aufzustocken, unter der Voraussetzung, dass auch die Stadt mehr Geld für das Phantechnikum gibt.

Reingard Berger von der Bürgerfraktion fragte sich, ob das Land auch andere Städte zwingt, ihre Förderung für Landeseinrichtungen zu erhöhen. Für Michael Werner (Für Wismar) ist dieser Umgang eine „Erpressung vom Land“. Seine Fraktion schloss sich dem Antrag der CDU-Fraktion an, die vom Land eine höhere Beteiligung forderte. „Wo Landesmuseum drauf steht, muss auch Landesmuseum drin sein“, betonte Wolfgang Box. Daher könne seine Partei nur in den Ruf nach angemessener Finanzierung einstimmen, dem schloss sich auch die Linksfraktion an. „Ein Museum ist eine Bildungseinrichtung, und Bildung ist Ländersache“, so Christa Hagemann.

Die Zustimmung zu dem Beschluss war auch deshalb so dringend, weil das Geld vom Land bereits eingetroffen ist. Die Betriebsgesellschaft des Phantechnikum darf aber erst darauf zugreifen, nachdem Wismar seinen Förderanteil erhöht hat.

Phantechnikum
Am 1. Dezember 2012 eröffnete das Technische Landesmuseum gemeinsam mit der Hansestadt Wismar das Erlebniszentrum über die Welt der Technikgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns.



Auf 2500 Quadratmetern erwarten die Besucher im Ausstellungshaus Objekte, viele Experimente und Technik zum Anfassen.

 



Sylvia Kartheuser

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Wismar
Die alte Reithalle am Bürgerpark, die sich in unmittelbarer Nähe zum Phantechnikum befindet, wird kein Depot fürs Museum.

Wismars Bürgerschaft lehnte Donnerstagabend mit großer Mehrheit den Vorschlag von Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) ab.

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