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Archäologisches Landesmuseum soll nach Bad Kleinen

Bad Kleinen Archäologisches Landesmuseum soll nach Bad Kleinen

Für das Mühlengelände und seine Bauwerke am Nordufer des Schweriner Sees gibt es nach jahrelangem Stillstand endlich ein Konzept.

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Das Mühlengelände in Bad Kleinen — zwischen Schweriner See und den Bahnschienen — soll nach den Vorstellungen der Gemeinde und der Konzeptentwickler Standort für das Archäologische Landesmuseum werden.

Quelle: Ulrich Jahr

Bad Kleinen. Für das Mühlengelände und seine Bauwerke am Nordufer des Schweriner Sees gibt es nach jahrelangem Stillstand endlich ein Konzept. Mit einer Gegenstimme haben es die Bad Kleiner Gemeindevertreter beschlossen.

OZ-Bild

Für das Mühlengelände und seine Bauwerke am Nordufer des Schweriner Sees gibt es nach jahrelangem Stillstand endlich ein Konzept.

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Im Mühlengebäude soll das Archäologische Landesmuseum untergebracht werden. Favorisiert wird außerdem eine Mischnutzung aus Wohnen, Tourismus, spezialisiertem Einzelhandel und Kultur. Das Silo ist für den Abriss vorgesehen.

Im Kultusministerium von Mecklenburg-Vorpommern ist die Hoffnung auf ein Museum der Archäologie in Bad Kleinen neu, wie gestern Sprecher Henning Lipski auf OZ-Nachfrage sagte. Auch das Konzept beziehungsweise die Machbarkeitsstudie sei nicht bekannt. Das Ministerium will bis Mitte des Jahres die Standortfrage für das Landesmuseum klären. Die Konkurrenz ist groß (siehe Infokasten rechts).

Insgesamt schätzen die Experten die notwendigen Investitionskosten für das „Mühlenviertel“ in Bad Kleinen auf knapp 22,3 Millionen Euro. In welchem Umfang und Zeitraum das Konzept mit Leben erfüllt wird, muss in den kommenden Monaten geklärt werden. So gilt es, einen neuen Bebauungsplan festzulegen. Außerdem ist zu klären, ob die Entwicklung des Areals mit einem Generalinvestor oder mit mehreren Einzelinteressenten erfolgen soll.

Das Konzept wurde entwickelt von der Schleswig-Holsteinischen GLC Glücksburg Consulting AG. Rund 90 000 Euro hat die vom Land geförderte Studie gekostet.

Professor Martin Weigel hat das im Rahmen einer Machbarkeitsstudie von der Gemeinde in Auftrag gegebene Nutzungskonzept den Kommunalpolitikern und interessierten Einwohnern vorgestellt. Es dient nun als Grundlage für die weitere Planung. Weigel: „Wir haben hier keine einfachen Voraussetzungen vorliegen: Das Gelände ist durch die Bahntrasse vom Hauptort getrennt und nur über eine in örtlicher Randlage befindliche Brücke mit ihm verbunden. Das schränkt die Nutzungsmöglichkeiten natürlich ein.“

Dennoch gäbe es gute Möglichkeiten, das Terrain als „Mühlenviertel“ zu entwickeln und Investoren zu gewinnen. Für ihre Konzeption hat die GLC auch auf eine im Vorfeld durchgeführte Bürgerbefragung zurückgegriffen. Immerhin hatten sich etwa 140 Haushalte daran beteiligt.

„Das Votum der Einwohner deckt sich erfreulicherweise sowohl mit unserer Einschätzung als auch den Wünschen des Denkmalschutzes“, so Weigel. Das beziehe sich auf die Nutzung aus Wohnen, Tourismus, Einzelhandel und Kultur.

Auch bei der Erhaltenswürdigkeit der Gebäude herrscht weitestgehend Konsens: Mühlen-, Wohn-, Garagen- und Trafogebäude sollen bleiben und einer neuen Nutzung zugeführt werden. Laut GLC-Konzept ist dies prinzipiell aus wirtschaftlicher Sicht machbar, jedoch: „Eine Nutzung des Mühlengebäudes ist nur mit einem Konzept, wie zum Beispiel die Unterbringung des Archäologischen Landesmuseums, machbar.

Dann allerdings nur mit Landesunterstützung oder einem Förderer, da die spezifischen Revitalisierungskosten zu hoch sind. Eine Gemeinde der Größe von Bad Kleinen kann die Lasten dieses Gebäudes nicht allein tragen“, so eine Prämisse der Studie.

Der Silo-Betonklotz indes kann abgerissen werden, wenn es der Entwicklung der Fläche dienlich ist. Auf insgesamt 2,7 Hektar könnten dann neue Gebäude errichtet werden. Der notwendige Lärmschutz zu den Bahngleisen soll durch einen Schutzwall erreicht werden.

Mühlenwerke

Die Mühlenwerke Bad Kleinen waren früher die größte Mühle in Mecklenburg. Ihr Bau begann 1910, die Inbetriebnahme war 1916. Ab Mitte der 1930er-Jahre

wurden alle Mehlsorten produziert. Mehl wurde bis nach Schleswig-Holstein und das Rheinland per Bahn und Schiff geliefert. 1964 wurde das 5000 Tonnen Getreidesilo errichtet.

1989 produzierten die 72 Beschäftigten 22 000 Tonnen Weizen- und Roggenmehl. 1993 kaufte die schwedische Firma Nordmills den Betrieb. Diese stellte den Mahlbetrieb kurz darauf ein und legte die Mühle dann 1996 endgültig still.

Im Jahr 2012 kaufte die Gemeinde das Areal für 150000 Euro, um es schrittweise für touristische Nutzungen zu vermarkten, was ihr bis heute jedoch nicht gelungen ist.

Museum für Archäologie

7 Standorte werden bisher für ein Archäologisches Landesmuseum gehandelt: Rostock, Schwerin, Stralsund, Greifswald, Neustrelitz, Groß

Raden und Tollensetal. Jetzt kommt Bad Kleinen hinzu.

Geht es nach Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) soll bis zum Sommer alles klar sein. „Seit 25 Jahren schieben wir dieses Thema vor uns her. Das ist nicht weiter hinnehmbar“, sagte er im Februar gegenüber der OZ.

Die archäologischen Schätze des Landes zählen zu den besten Sammlungen Europas. Doch sie schmoren nur in Depots. In einem Landesmuseum sollen sie nun für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das neue Landesmuseum soll eine Dauerausstellung beherbergen und eine große, wechselnde Sonderschau.

Von Peter Täufel

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