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Auf Druck: Klützer Amtsvorsteherin wurde vor die Tür gesetzt

Klütz Auf Druck: Klützer Amtsvorsteherin wurde vor die Tür gesetzt

Anfang Mai verkündete Renate Menzel überraschend ihren Rücktritt / Über die Gründe wurde spekuliert

Klütz. Anfang des Monats verschickte Renate Menzel, seit August 2014 Amtsvorsteherin im Amt Klützer Winkel, eine kurze Pressemitteilung. Der Inhalt: Aufgrund der gestiegenen beruflichen Belastungen könne sie ihr Amt nicht länger ausüben. Der Rücktritt löste reihenweise Spekulationen aus. Denn die berufliche Belastung hatte sich für die Mitarbeiterin einer Krankenkasse nicht verändert. Was also steckte hinter der Personalie? Viele Fragen, wenig Antworten: Sämtliche Anfragen an das Amt wurden mit Hinweis auf den Schutz der Persönlichkeitsrechte von Renate Menzel abgebügelt. Dabei tobte hinter den Kulissen eine heftige Debatte über das Ausscheiden der 52-Jährigen.

 

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Renate Menzel (52) hat Anfang Mai ihren Rücktritt erklärt.

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Wie jetzt bekannt wurde, ist Renate Menzel keineswegs freiwillig von ihrem Amt zurückgetreten. Sie kam mit ihrem Schritt einem Disziplinarverfahren zuvor, das gegen sie eingeleitet worden wäre, wenn sie weiterhin als Vorsteherin agiert hätte.

Der Grund für das drohende Disziplinarverfahren sind Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Schwerin wegen Urkundenfälschung und Betrugs. Das Verfahren wurde mittlerweile eingestellt und zwar gegen Zahlung einer Auflage. Eine solche Einstellung kommt immer dann ins Spiel, wenn der Beschuldigte ein Gerichtsverfahren vermeiden will und Staatsanwaltschaft und Richter zustimmen. Ein Freispruch ist diese Einstellung keineswegs. Ermittelt worden war, nachdem der mittlerweile verstorbene Ex-Ehemann von Renate Menzel Anzeige erstattet hatte. So soll die Amtsvorsteherin 2007 und 2008 Unterschriften gefälscht haben, um an ehemals gemeinsame Geldanlagen und Konten zu gelangen.

Nachdem die OSTSEE-ZEITUNG angekündigt hatte, eine Stellungnahme des Amtes notfalls über eine Anordnung des Verwaltungsgerichtes zu erwirken, erreichte folgender Schriftsatz die Redaktion: „Nachdem bekannt wurde, dass gegen Frau Menzel der Verdacht bestanden hat, sich in den Jahren 2007 und 2008 im Rahmen der Trennung von ihrem früheren Ehemann strafbar verhalten zu haben, entstand bei Mitgliedern des Amtsausschusses die Sorge, dass sich daraus Folgen für die Amtsführung der Amtsvorsteherin ergeben könnten. Darauf angesprochen, wies Frau Menzel darauf hin, dass die Staatsanwaltschaft Schwerin ein entsprechendes Ermittlungsverfahren bereits im Jahre 2008 eingestellt hätte und dass die gesamte Angelegenheit längst verjährt sei. Um allerdings eine weitere Diskussion im Amtsausschuss und darüber hinaus zu vermeiden, hat sich Frau Menzel entschlossen, von ihren Ehrenämtern unter anderem auch als Amtsvorsteherin zurückzutreten. Frau Menzel erklärte weiterhin, dass sie sich aufgrund der zu erwartenden beruflichen Belastungen nicht mehr in der Lage sieht, ihre ehrenamtlichen politischen Mandate auszuführen.“

Stellungnahme von Renate Menzel zu dem Thema

Die ehemalige Amtsvorsteherin Renate Menzel hat auf OZ-Anfrage gestern folgende Stellungnahme gesandt: „Fakt ist, dass mein Ex-Mann ein Verfahren gegen mich eingeleitet hat, welches vor Jahren eingestellt wurde. Im Vorfeld und auch danach gab es diverse juristische Streitigkeiten. Ein rein persönlicher ,Rosenkrieg’, egal ob in der Vergangenheit oder nicht, gehört für mich nicht in die Öffentlichkeit.

Ich scheue sachliche Auseinandersetzungen nicht, stehe jedoch für eine ,Hexenjagd’ nicht zur Verfügung. Im Übrigen unterliege ich in Teilbereichen der Verschwiegenheitspflicht meinem Ex-Mann gegenüber und muss und werde mich daran halten.

Die Diskussion ist nicht der Grund für meinen Rücktritt, sondern lediglich der Anlass, meinen Rücktritt bereits zum 30. April 2016 zu erklären.

Abschließend weise ich darauf hin, dass ich mich an der Diskussion schon deshalb nicht ausreichend betätigen kann, weil ich sämtliche Unterlagen nach dem Tod meines Ex-Mannes vernichtet habe.“

Michael Prochnow

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