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Baumhaus als Anker für Traditionsschiffe

Wismar Baumhaus als Anker für Traditionsschiffe

Anlaufstelle für „Poeler Kogge“, „Atalanta“, „Marlen“ und „Schlepper Bösch“ / Maritime Ausstellung für Besucher / Politik muss über Vergabe entscheiden

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Für das Baumhaus am Alten Hafen mit den Schwedenköpfen im Eingangsbereich gibt es sehr konkrete Pläne, es zu einem maritimen Traditionszentrum zu machen. Fotos (2): Vanessa Kopp

Wismar. Das Baumhaus am Alten Hafen soll ein Publikumsmagnet für Liebhaber traditioneller Schiffbaukunst werden. Vier Fördervereine – Poeler Kogge, Atalanta, Marlen und Schlepper Bösch (noch in Gründung) – haben sich zusammengeschlossen. Sie wollen von der Stadt das Mitte des 18. Jahrhunderts erbaute Haus übernehmen.

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Anlaufstelle für „Poeler Kogge“, „Atalanta“, „Marlen“ und „Schlepper Bösch“ / Maritime Ausstellung für Besucher / Politik muss über Vergabe entscheiden

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Inhaltlich setzen die Vereine auf drei Schwerpunkte: die Hansezeit und der Schiffstyp „Kogge“, Segelschiffe des 20. Jahrhunderts und Fischereitradition in Wismar.

Es soll kostenlose Ausstellungen geben, Vorträge und Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche. Die Vereine haben ihre Büros in den oberen Etagen. Wunsch der Fördervereine mit ihren insgesamt 568 Mitgliedern ist es, dass die Schiffe möglichst nah am Baumhaus ihre Liegeplätze haben. „Wir wollen das Traditionsbewusstsein für Schiffe in Wismar fördern und darüber hinaus ein maritimes Traditionszentrum einrichten, das offen ist für weitere Vereine und Besitzer von Traditionsschiffen“, sagt Reinhart Kny, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins „Poeler Kogge“.

Die Pläne sind sehr konkret und mit der Stadt durchgesprochen. Im Kulturausschuss gab es große Zustimmung. Am Ende muss die Bürgerschaft entscheiden.

Nach dem Finanzierungskonzept zum Erwerb und zur Sanierung des Baumhauses übernehmen die Fördervereine das Grundstück in Erbbaurecht. Im Gespräch sind 66 Jahre. Der jährliche Erbbauzins, der an die Stadt zu zahlen wäre, würde demnach 6000 Euro betragen. Für die Sanierung wurde ein Gutachten erstellt. Danach soll das Haus in mehreren Jahren schrittweise für 357000 Euro auf Vordermann gebracht werden. Die Finanzierung sämtlicher Kosten erfolgt aus den Einnahmen, die mit den Schiffen erzielt werden.

Derzeit wird das Erdgeschoss des Baumhauses für Ausstellungen genutzt. Dabei bleibt es auch 2017. Für die Zeit danach müsste nach Ausweichobjekten Ausschau gehalten werden. Von Mitgliedern des Kulturausschusses wurden das Theaterfoyer, der Rathauskeller und das Schabbellhaus nach der Neueröffnung ins Spiel gebracht. Untermieter im Baumhaus ist bis Ende 2017 die Penta Real Estate, die den Ohlerich-Speicher umbaut. Auch dabei bleibt es. Der Förderverein der Poeler Kogge könnte bei Zustimmung durch die Bürgerschaft „wohnen“ bleiben.

Nach positiven Gesprächen mit der Verwaltungsspitze hoffen die Fördervereine Anfang 2017 mit dem Einzug. „Von uns aus könnte es morgen losgehen“, lässt Reinhart Kny keine Zweifel an der Ernsthaftigkeit aufkommen.

Wolfgang Box (CDU) sieht eine „maritime Aufwertung des Alten Hafens“, Harald Kothe (Linke) spricht von einer „klasse Idee“, Christian Speck (Für Wismar) von „einem schlüssigen Konzept“ und Ronny Keßler (SPD) von „genialen Synergien im Baumhaus“.

Das Baumhaus

Direkt am Alten Hafen in Wismar steht das in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts errichtete Baumhaus. Vom dort aus wurde früher der Hafen bei Nacht oder bei drohender Gefahr verschlossen. Hierzu wurde eine Kette vor die Hafeneinfahrt gezogen, um unerlaubten Schiffen das Anlegen im Hafen zu verwehren. Diese Aufgabe hatten die so genannten Bohmschlüter, die im Baumhaus untergebracht waren. Sie bedienten von Land aus den Schlagbaum. Daher auch der Name Baumhaus.

Bereits im Jahre 1672 werden zum ersten mal die Schwedenköpfe erwähnt. Sie sind zwei Herkulesbüsten, die auf Dalben in der Hafeneinfahrt in Höhe Wendorf standen.

Im Jahr 1902 beschädigte ein finnischer Lastkahn die Köpfe. Deshalb wurden sie originalgetreu nachgegossen. Ein historischer Schwedenkopf ist im Stadtgeschichtlichen Museum Schabbellhaus zu sehen.

Heiko Hoffmann

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