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Braucht das Kurt-Bürger-Stadion den Sonderstatus?

Stadion, Fördermittel, Doppelhaushalt: Darüber diskutiert die Wismarer Bürgerschaft heute Braucht das Kurt-Bürger-Stadion den Sonderstatus?

CDU-Fraktion spricht sich für das Aufheben des Denkmalschutzes der Wismarer Sportstätte aus / Die Stadtverwaltung sieht keine Möglichkeit

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Seit dem 22. Dezember 2008 steht das Wismarer Kurt-Bürger-Stadion auf der Liste der städtischen Denkmäler. Die Behebung des Sanierungsstaus würde nach ersten Schätzungen mehr als 5,5 Millionen Euro kosten.

Quelle: Ulrich Jahr

Wismar. Wäre ohne Denkmalschutz alles einfacher? Die CDU-Fraktion der Wismarer Bürgerschaft sieht in dem Sonderstatus, den das Kurt-Bürger-Stadion seit Dezember 2008 trägt, eine große Hürde im Hinblick auf die anstehenden Instandsetzungen. „Geplante Kosten in Höhe von 500 000 Euro für die Sanierung der Stadiontreppe zeigen, dass der Denkmalschutzstatus nicht nur Vorteile hat“, merkt Tom Brüggert, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, an. „Das Kurt-Bürger-Stadion ist eine wichtige und schöne Anlage, die aber vor allem für den Sport nutzbar sein muss und soll.“ Dafür spiele die denkmalgerechte Sanierung einer Treppe keine Rolle. „Denn dadurch verbessert sich die Situation für die Sportler nicht im Ansatz“, sagt Brüggert. Deshalb fordert seine Fraktion die Stadtverwaltung in der heutigen Bürgerschaftssitzung dazu auf zu prüfen, ob und wie der Denkmalstatus für das Stadion aufgehoben werden kann.

„Nach dem Denkmalschutzgesetz MV kann durch den Eigentümer, in dem Fall die Hansestadt Wismar, ein Antrag für die Prüfung einer Aufhebung des Denkmalstatus beim zuständigen Landesamt gestellt werden“, heißt es weiter von der CDU-Fraktion. Im Anschluss daran sei ein Genehmigungs- und Prüfverfahren zu durchlaufen. Der Eigentümer könne beispielsweise darstellen, dass eine Sanierung des Gebäudes wirtschaftlich nicht zumutbar wäre. „Aus unserer Sicht ist das der Fall. Die im vorgelegten Grobkonzept der Stadtverwaltung genannten Kosten hängen nicht nur mit dem großen Sanierungsstau zusammen, sondern auch mit dem Denkmalstatus.“ Nach einer ersten groben Schätzung belaufen sich die Kosten auf 5,63 Millionen Euro.

Ganz so einfach ist das jedoch nicht, heißt es von der Stadtverwaltung. „Eine formelle Aufhebung des Denkmalstatus sieht das Denkmalschutzgesetz MV nicht vor“, heißt es in einer Antwort des Bürgermeisters an die CDU-Fraktion. „Der Eigentümer ist laut Gesetz verpflichtet, das Denkmal im Rahmen des Zumutbaren denkmalgerecht instand zu setzen, zu erhalten und pfleglich zu behandeln. Der bauliche Zustand liefert jedoch kein Indiz dafür, das Denkmal aus der Liste zu streichen.“ Unter anderem werde auf die Möglichkeit hingewiesen, für die Instandsetzung auch Fördermittel zu beantragen.

„Die Eintragungsvoraussetzungen aus dem Jahr 2008 haben bis heute Bestand, damit ist eine Löschung aus der Denkmalliste nicht möglich“, heißt es weiter.

Seit Monaten wird in der Politik über die Sanierung des maroden Kurt-Bürger-Stadions diskutiert. Jahrelang wurde kaum etwas gemacht, was zu einem Sanierungsstau führte. Einen gemeinsamen Kurs haben Verwaltung, Bürgerschaft und der Hauptnutzer FC Anker noch nicht gefunden. Der Fußballverein sieht beispielsweise Priorität in einer Flutlichtanlage. Für die Verwaltung ist das auch aus Gründen des Denkmalschutzes fragwürdig.

Zur Geschichte des Stadions

1952 wurde das Wismarer Kurt-Bürger-Stadion eingeweiht. Geplant war, dass in der Bürgermeister-Haupt-Straße eine „Straße des Sportes“ entstehen sollte. Neben einem Schwimmbad, einer Rennstrecke und Tennisplätzen wurde auch das neue Fußball- und Sportstadion geplant. Genutzt wurde das Stadion hauptsächlich von den Wismarer Fußballvereinen, aber auch für Feldhandball. Aufgrund der schlechten Bedingungen – fehlende Drainagen und Erdbewegungen – wichen die Sportler jedoch auf den Jahnsportplatz aus.

Mit der Gründung des FC Anker Wismar am 12. Juni 1997 kehrten die Fußballer zurück ins Stadion. Das Gebäude ist ein Bau aus der Frühzeit der DDR sowie ein wichtiges Dokument der Wismarer Sportbewegung und der Architektur der Zeit. Wismars ehemalige Bürgermeisterin Rosemarie Wilcken hat sich damals für den Denkmalschutz eingesetzt.

Vanessa Kopp

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