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Die Insel Poel kann sich noch was leisten

Kirchdorf Die Insel Poel kann sich noch was leisten

Neben dem Haus des Gastes stehen weitere Vorhaben auf dem Plan für 2016 / Keine Kürzungen in den Bereichen Senioren, Jugend und Sport

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Das Gebäude mit der Kurverwaltung in Kirchdorf soll abgerissen werden. An gleicher Stelle entsteht ein modernes „Haus des Gastes“.

Quelle: hoff

Kirchdorf. Ein „Haus des Gastes“ wird neu gebaut, die Gewerbesteuer nicht erhöht, die Sportanlagen können kostenlos genutzt werden, bei den freiwilligen Leistungen wird noch Geld raufgepackt — auf der Insel Poel geht mehr als in vielen anderen Gemeinden.

„Wir wollen einen Haushalt, der uns die notwendigen Gestaltungsräume für ein erfolgreiches Wirtschaften eröffnet und zugleich das soziale Miteinander dieser Gemeinde nachhaltig stärkt“, so Bürgermeisterin Gabriele Richter (ptl.). Trotz einiger Nachfragen zu den kommunalen Wohnungen (Falk Serbe/SPD) und Kritik an der Bezuschussung der Schülerbeförderung für auswärtige Kinder (Doris Hildebrandt/Linke) wurde der Haushalt der Gemeinde am Montagabend einstimmig beschlossen.

Der planerische Schwerpunkt liegt 2016 bei der Entwicklung von Wohnen im Alter. Die Gemeinde will altersgerechtes Wohnen auf dem Gelände des ehemaligen Sportplatzes hinter der Feuerwehr in Kirchdorf realisieren. Doch Geduld ist gefragt. „Die Planungsarbeiten umfassen einen Bearbeitungszeitraum von mehr als einem Jahr, da Baurecht zu schaffen ist“, erklärt die Bürgermeisterin.

Geplant wird außerdem eine Stellplatzanlage mit Ver- und Entsorgungstechnik für Wohnmobile auf dem Parkplatz am Schwarzen Busch.

Größtes Vorhaben für 2016/17 ist das „Haus des Gastes“ in Kirchdorf. Die Bausumme beläuft sich auf rund 1,6 Millionen Euro. Maximal 300000 Euro muss die Gemeinde aufbringen. 90 Prozent der Kosten sollen gefördert werden. Gabriele Richter: „Der Fördermittelbescheid wurde uns in Aussicht gestellt.“ Frühestens Anfang Juli wird mit der Baugenehmigung gerechnet.

Aufgewertet wird weiter die Schule in Kirchdorf. Die Zuwegung zum Schulhof soll mit 45000 Euro abgeschlossen werden, das Dach der Schule muss erneuert werden, dafür sind 80000 Euro vorgesehen. Im Schulgebäude ist ein WLAN-Netz vorgesehen (Kosten 8200 Euro).

An Vereine und Verbände werden in diesem Jahr 26350 Euro ausgereicht. „Aufgrund der guten Haushaltssituation zahlt die Gemeinde circa 3000 Euro mehr an freiwilligen Leistungen als im Vorjahr“, so die Bürgermeisterin, die weiter sagt: „Je aktiver und einsatzfreudiger die Bürgerinnen und Bürger sind, umso lebenswerter ist die Gemeinschaft, in der wir leben. Dieses Miteinander gilt es weiter zu stärken.“ Daher seien keine Kürzungen in den Bereichen Senioren, Jugend und Sport vorgesehen. Erstmalig zahlt die Gemeinde einen Zuschuss von 1000 Euro an die Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger für die Überdachung der Station.

Zu den freiwilligen Leistungen merkte die Bürgermeisterin an, dass die Gemeinde außerdem für den Schulsozialarbeiter und für den Jugendsozialarbeiter Kosten trägt. Geld geplant ist ferner für die Unterhaltung der Sportstätten, die unentgeltlich vom Poeler Sportverein genutzt werden können.

Unberührt bleibt der prozentuale Anteil der Gemeinde an der Beteiligung der Elternbeiträge für Krippe (17 Kinder), Kindergarten (61 Kinder) und Hort (61 Kinder). Die geplanten Kosten sind mit 301

000 Euro veranschlagt. Richter: „Die Gemeinde zahlt über die gesetzlich vorgeschriebenen 50 Prozent hinaus, sodass wir hier von einer freiwilligen Leistung in Höhe von 30000 Euro sprechen.“

Keine Veränderungen werden bei den Hebesätzen für die Grundsteuer A (250 Prozent), Grundsteuer B (350 Prozent) und der Gewerbesteuer (320 Prozent) vorgenommen. „Mit unseren Steuerhebesätzen liegen wir immer noch unter den durchschnittlichen Hebesätzen verglichen mit anderen Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern“, so die Bürgermeisterin. Über die Gewerbesteuer werden etwa 260000 Euro in die Gemeindekasse gespült. Neue Gebühren oder Gebührenerhöhungen stehen 2016 nicht auf der Tagesordnung, kündigte Gabriele Richter am Montag an.

Enorm ist immer noch, was die Gemeinde als Umlage an den Landkreis Nordwestmecklenburg zahlen muss — trotz der gesunkenen Kreisumlage und einer Einsparung von 63500 Euro. In diesem Jahr sind rund 797000 Euro abzuführen, das macht 17 Prozent des Gesamthaushaltes der Inselgemeinde aus.

Der Entwurf des Finanzhaushaltes sieht für 2016 ein Minus von 293000 Euro vor, was durch den Griff in die Rücklage wettgemacht werden soll.

Beispiele für Investitionen und Pro-Kopf-Verschuldung

4 Feuerlöschteiche werden saniert: in Kaltenhof, Weitendorf-Dorf, Brandenhusen und Wangern. Kosten: etwa 30000 Euro.

Für die Feuerwehr wird zur Hilfeleistung bei Unfällen ein neues hydraulisches Rettungsgerät (Rettungsschere/Spreizer) beschafft. Kosten: 23700 Euro, davon 16500 Euro Förderung.

100000 Euro sind für das Umrüsten auf LED-Energiesparlampen in den Ortsteilen Vorwerk, Weitendorf-Dorf und Kirchdorf (Gemeinde-Zentrum) geplant. Davon sollen 50 Prozent gefördert werden.

Maritimer Tourismus: 50000 Euro sind bestimmt für Reparaturen der Steganlagen in den Häfen Kirchdorf und Timmendorf und die Beteiligung an der Ausbaggerung der Liegeplätze an der Nordmole in Timmendorf.

Ein Sanitärgebäude soll auf dem Platz des Gemeinde-Zentrums in Kirchdorf errichtet und die Grünanlagen erneuert werden. Kosten: 62000 Euro (Förderung 90 Prozent).

2,366 Millionen Euro betrug der Schuldenstand der Gemeinde Ende 2015. Dies entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 945 Euro/Einwohner. Der Schuldenstand 2016 wird sich auf 2,1 Millionen Euro reduzieren. Dies ergibt eine Pro-Kopf- Verschuldung von 838 Euro/Einwohner. Gabriele Richter: „Damit befinden wir uns im Landesdurchschnitt mit vergleichbaren Gemeinden.“

Von Heiko Hoffmann

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