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Wismar Die Tourismus-Information zieht ins Welterbezentrum
Mecklenburg Wismar Die Tourismus-Information zieht ins Welterbezentrum
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00:00 29.03.2014
Blick auf die Reihe mit Giebelhäusern in der Lübschen Straße neben der Heilig-Geist-Kirche. Das zweite von rechts saniert die Stadt zum Welterbezentrum und das linke Nachbargebäude für Gewerbe und Wohnen. Quelle: Museum

Nun ist es amtlich: Das Welterbezentrum in der Lübschen Straße wird der neue Standort der Tourist-Information. Das haben die Mitglieder der Wismarer Bürgerschaft am Donnerstag mit 22 Ja- bei zwölf Nein-Stimmen beschlossen, Enthaltungen gab es keine. Eine Rückkehr ins Stadthaus am Markt, das derzeit saniert wird, ist damit vom Tisch. Dort sollen die Finanzverwaltung sowie das Bürgerbüro mit Einwohnermeldeamt und Wohngeldkasse einziehen, so der Plan der Stadtverwaltung. Derzeit ist das Amt für Finanzen in der Großschmiedestraße untergebracht und die Stadt muss jährlich etwa 200 000 Euro Miete zahlen.

Vor der Abstimmung in der Bürgerschaft wurde, wie seit Wochen, heftig und kontrovers diskutiert. „Dass es unterschiedliche Meinungen gibt, habe ich erwartet. Die Lübsche Straße aber eine hohle Gasse oder Nebenstraße zu nennen, halte ich aufgrund ihrer Bedeutung nicht für angemessen“, sagte Bürgermeister Thomas Beyer (SPD). Mit dem Umzug der Tourist-Information ins Welterbehaus werde zudem der Neustrukturierung des Amtes für Welterbe, Tourismus und Kultur Rechnung getragen. „Ich denke, dass sich die beiden Einrichtungen gegenseitig aufwerten werden“, so Beyer.

Kein Verständnis für die Verlagerung der Tourismus-Information zeigte die Für-Wismar-Fraktion (FWF). „Die Tourismusgruppen stehen am Markt und dort halten auch die Busse“, sagte Gerd Zielenkiewitz.

Er erinnerte auch daran, dass die Tourismus-Information vor zwei Jahren eine wesentliche Rolle beim Beschluss für die Sanierung des Stadthauses gespielt hatte. „Und jetzt werfen wir ihn einfach um?“, so Zielenkiewitz.

Es sei richtig, dass die Tourismus-Information im Stadthaus ein Punkt des Beschlusses gewesen sei, antwortete Senator Michael Berkhahn (CDU). „Es ist aber immer auch um die Nutzung für die Verwaltung gegangen“, betonte er. Innerhalb von zwei Jahren ändere sich nun mal manches. „Und wenn sich dann bessere Möglichkeiten bieten, muss man sie ergreifen“, so Berkhahn. Die Lübsche Straße sei aus seiner Sicht der bessere Standort für die Touristen-Information.

Bürgermeister und Senator betonten zudem, dass durch die Anlaufstelle für Besucher gleichzeitig eine öffentliche Nutzung für das Welterbezentrum hergestellt werde, was ja von der Stadt gewollt sei.

Das brachte René Domke (FDP) auf eine andere Idee: Statt der Tourismus-Information könnte doch das Bürgerbüro mit in die Lübsche Straße 23 ziehen. „Dann ist die öffentliche Nutzung auch gewährleistet“, argumentierte Domke. Die FDP brachte einen entsprechenden Antrag ein, dem aber nur deren vier Bürgerschaftsmitglieder zustimmten.

Eine mögliche Begründung für die Ablehnung lieferte Christa Hagemann (Die Linke): „Das Bürgerbüro mit Einwohnermeldebehörde und Wohngeldstelle passt einfach nicht ins Welterbezentrum.“ Das gehöre nun wirklich ins Stadthaus und zur Finanzverwaltung.

„Wenn wir mit unserer Wismar-Information erfolgreich sein wollen, müssen wir nach vorn schauen“, betonte Siegfried Ballentin (CDU). Das Welterbezentrum sei ein guter Standort. Darüber hinaus sei er es leid, dass immer wieder Anträge eingebracht würden, „über die wir als Bürgerschaft gar nicht zu entscheiden haben, sondern wo es um Sachen geht, die der Bürgermeister durchsetzen muss“.

Ähnlich empfindet es Thomas Beyer. Er sagte: „Ich habe den Eindruck, dass manche Bürgerschaftsmitglieder es darauf angelegen, einen Dissens zwischen Verwaltung und Bürgerschaft zu kreieren. Dieses Spiel mache ich nicht mit.“ Damit endlich Ruhe herrsche, habe er den Beschlussvorschlag zur Tourismus-Information eingebracht.



Sylvia Kartheuser

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