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Diskussion um Jugendamt: Landrätin verteidigt ihren Kurs

Grevesmühlen Diskussion um Jugendamt: Landrätin verteidigt ihren Kurs

In der Behörde der Kreisverwaltung sollen kurzfristig zwei Stellen neu besetzt werden / Kerstin Weiss weist Kritik der CDU zurück

Grevesmühlen. Deutliche Kritik aus den Reihen der CDU-Fraktion in Richtung Landrätin. Im Nachgang zur Kreistagssitzung am Montag im Wismarer Zeughaus hat CDU-Fraktionschef Thomas Grote wenig Verständnis für die Handlungsweise der Verwaltungsspitze. Grund für die Sondersitzung des Kreistages war der Fall eines misshandelten Jungen (3) aus Grevesmühlen Mitte Mai.

Öffentlich geworden war der Fall durch einen anonymen Brief, in dem die personelle Notsituation im Jugendamt Nordwestmecklenburgs angeprangert wurde. Mehrere Stellen sind dort aktuell unbesetzt.

„Es ist die Aufgabe der Landrätin beziehungsweise der Verwaltung, diese Stellen zu besetzen“, so Thomas Grote. „Und wenn es dabei Probleme gibt, dann muss der Kreisausschuss rechtzeitig informiert werden. Ich habe das Gefühl, dass die Verwaltung ihrer Pflicht nicht nachkommt.“ Dass die Sitzung am Montag größtenteils unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, kann Thomas Grote zum Teil nachvollziehen. „Die Daten über die Familie gehören nicht in die Öffentlichkeit. Was ich nicht verstehe, ist der Widerspruch der Landrätin zum Tagesordnungspunkt über die personelle Situation in der Behörde. Wenn es Probleme dort gibt, dann muss man diese auch öffentlich nennen.“

Ein Problem wurde am Montag im nicht öffentlichen Teil deutlich. Nach OZ-Informationen dauerte es zehn Tage, bis der Fall des dreijährigen Jungen bis zur Fachdienstleiterin und der Landrätin gelangt war. Am 13. Mai wurde das Kind ins Krankenhaus gebracht, nachdem die Mitarbeiter des Jugendamtes Alarm geschlagen hatten. Erst am 23. Mai wurde Karla Krüger, 2. Beigeordnete und Fachdienstleiterin, informiert.

Wie Landrätin Kerstin Weiss (SPD) bestätigte, sei der Informationsfluss in der Tat zu bemängeln. „Das geht gar nicht. Auf jeden Fall wird die Anweisung zur sofortigen Information besonderer Vorkommnisse erneuert.“

Was die personelle Situation in der Behörde anbetrifft, weist die Landrätin die Kritik allerdings zurück. Denn zum Jahresbeginn sei lediglich eine Stelle unbesetzt gewesen, erst im Laufe des Jahrs habe sich die Situation verschärft. Zwei der vier unbesetzten Stellen könnten nach Aussage der Landrätin kurzfristig besetzt werden, da sich auf die Ausschreibung mehrere Kandidaten gemeldet hätten.

Kerstin Weiss: „Der Personalrat hat heute der Einstellung zum nächstmöglichen Zeitpunkt zugestimmt. Diese beiden Bewerber sind keine ausgebildeten Sozialarbeiter, sondern haben eine artverwandte Qualifikation.“

Mit der Einstellung des neuen Personals würde sich auch die Fallzahl für die Mitarbeiter reduzieren. Derzeit kommen auf eine Stelle 47 Fälle, würden alle offenen Stellen besetzt, läge das Verhältnis bei 1:38 – was den Empfehlungen des Gutachtens nahekommen würde. „Ich werde, um das Verhältnis weiter zu verbessern und die Kollegen zu entlasten, zunächst eine Kraft zusätzlich einstellen und dann zum 1. Januar 2017 eine weitere, das aber abhängig von der Entwicklung der Fallzahlen. Somit hätte ich den Spielraum, den mir der Kreistag gegeben hat, eingehalten.“ Dass der Tagesordnungspunkt zu den Abläufen im Jugendamt aufgrund ihres Widerspruch von der Tagesordnung genommen wurde, begründet sie wie folgt: „Es würden unweigerlich Daten öffentlich, die dort nicht hingehören.“

Michael Prochnow

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