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Fachkräfte für Brandschauen im Landkreis sind Mangelware

Aus dem Kreistag: Mitglieder tagten am Donnerstagabend in der Malzfabrik Grevesmühlen Fachkräfte für Brandschauen im Landkreis sind Mangelware

Für mehr als 1600 Objekte gibt es nur zwei Mitarbeiter in der Verwaltung / Fachdienst ist in Verzug / Externe Ausschreibung brachte keinen Erfolg

Grevesmühlen/Wismar. Im Landkreis gibt es mehr als 1600 Objekte, die alle drei bis fünf Jahre sogenannten Brandverhütungsschauen unterzogen werden müssen. Soweit zur Theorie. In der Kreisverwaltung sind zwei Mitarbeiter ausschließlich mit dieser Aufgabe betraut. Soweit zur Praxis. Die beiden schaffen es nicht allein, die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. „Eine Vollzeitkraft kann maximal 150 Gebäude im Jahr überprüfen“, rechnet Mathias Diederich, 1. Stellvertreter der Landrätin und Fachdienstleiter Brand- und Katastrophenschutz, vor. „Es ist eine Pflichtaufgabe. Aber der Gesetzgeber hat wenig darüber nachgedacht, ob die Kreise diese überhaupt erfüllen können“, kritisiert er. Soll heißen: Es fehlen Fachkräfte. „Das ist nicht nur ein kommunales, sondern ein bundesweites Problem.“

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Für mehr als 1600 Objekte gibt es nur zwei Mitarbeiter in der Verwaltung / Fachdienst ist in Verzug / Externe Ausschreibung brachte keinen Erfolg

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Brandverhütungsschau

Die Brandverhütungsschau erstreckt sich auf Gebäude, Anlagen, Einrichtungen und Lagerstätten, bei denen ein erhöhtes Brand- oder Explosionsrisiko besteht beziehungsweise durch einen Brand eine größere Anzahl von Menschen, Sachwerte oder die Umwelt gefährdet werden.

Dieser Fakt tröstet wenig. Kreistagsmitglied Simone Oldenburg (Linke) wartet mit erschreckenden Zahlen auf. So sollen ihren Angaben zufolge im Landkreis die Fristen zur Durchführung von Brandverhütungsschauen in Schulen bei 39 Einrichtungen nicht eingehalten worden sein. Dazu gehören alle fünf Schulen in Grevesmühlen, die Grundschulen Boltenhagen, Kalkhorst und Dassow, das Gymnasium in Neukloster und die Regionalen Schulen auf Poel, in Bad Kleinen, Dorf Mecklenburg, Schönberg und Klütz — um einige zu nennen. Teilweise seien die Fristen um mehr als drei Jahre überschritten, führte sie erst kürzlich in einem Schreiben an die Landesregierung aus.

Mathias Diederich und Landrätin Kerstin Weiss wissen um die Personalnot und sind nicht untätig geblieben. Die Durchführung von Brandverhütungsschauen sind bereits im vergangenen Jahr für externe Dienstleister ausgeschrieben worden. Eine Ausnahme, die die Landesregierung nach einem sogenannten Antrag auf Standardabweichung des Landkreises zugelassen hatte. Aber: Das Interessenbekundungsverfahren blieb erfolglos. Möglicher Grund: Brandverhütungsschauen müssen durch Ingenieure mit einer besonderen Ausbildung durchgeführt werden. Und die sind mit nur zwei Büros in Mecklenburg-Vorpommern Mangelware. Dafür gibt es mehr Brandschutzplaner. „Etwa 150“, erläuterte Mathias Diederich. „Doch wir haben nur acht Rückmeldungen.“ Selbst an Hochschulen habe er nach Studenten gefragt. Ebenfalls erfolglos.

Der Berg an Arbeit wird also nicht weniger. So, wie es jetzt aussieht, werde er auch nicht abgearbeitet werden können, glaubt Mathias Diederich. Deshalb sollen wichtige Objekte wie Kindertagesstätten, Schulen und Altenpflegeheime den Vorrang bekommen, wie er erklärt.

Die Kosten für die Brandverhütungsschauen übernehmen die Objekteigentümer. Eine entsprechende Gebührensatzung verabschiedeten die Kreistagsmitglieder am Donnerstagabend während ihrer Sitzung. Für die Erstbegehung fällt eine Grundgebühr von 135 Euro an. Hinzu kommen für eine 30-minütige Begehung 27 Euro, jede weitere angefangene halbe Stunde kostet 27 Euro. Eine 30-minütige Nachschau kostet 108 Euro, jede weiter halbe Stunde 27 Euro.

Von Jana Franke

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