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Feuerwehr in Gägelow sitzt auf dem Trockenen

Gägelow Feuerwehr in Gägelow sitzt auf dem Trockenen

In der Gemeinde steht nicht ausreichend Löschwasser zur Verfügung / Wehrführer macht seit Jahren auf das Problem aufmerksam

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Die Feuerwehrleute löschen in der Nacht von Sonntag zu Montag den Brand des Wohnhauses am Wiesenweg in Gägelow. Dennoch hatten sie Mühe, an das Löschwasser heranzukommen. FOTO: KARL-ERNST SCHMIDT

Gägelow. Als in der Nacht zu Montag das Heim von Familie Taruttis in Flammen steht (die OZ berichtete), kommt aus den Schläuchen der freiwilligen Feuerwehr minutenlang kein Wasser – der Druck über die Wegstrecke ist zu niedrig. Auch die hinzugerufenen Feuerwehrleute aus Grevesmühlen können ihre Schläuche knicken – im Wortsinn. Mit zwei Bar schleicht das Wasser hinauf in die Spitze der Drehleiter. Der Wind treibt die Flammen vom Carport unter das Spitzdach des Einfamilienhauses. Am Ende bleibt vom Dachgeschoss nichts übrig. Die Grundversorgung mit Löschwasser sei nicht gegeben, wird der Polizist in seinen Bericht schreiben.

OZ-Bild

In der Gemeinde steht nicht ausreichend Löschwasser zur Verfügung / Wehrführer macht seit Jahren auf das Problem aufmerksam

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Hubert Klüßendorf weiß das. Und nicht zum ersten Mal macht der Wehrführer der freiwilligen Feuerwehr die Gemeinde Gägelow oder das Amt Grevesmühlen-Land darauf aufmerksam. So war es, als der Friseur brannte in Proseken oder die beiden Gartenlauben. Nun, da es wieder einmal an Wasser fehlte, wanderte das Thema auf die Tagesordnung der Gemeindevertretersitzung. Und Klüßendorf erklärt an diesem Dienstagabend von Neuem, was er bereits im Oktober 2011 ins Protokoll des Bauausschusses diktierte: dass die gesetzlich vorgeschriebene Menge an Löschwasser nicht zur Verfügung steht. Dass die Zufahrt zum Löschteich zuwächst, dass selbst die Hydranten zuwachsen. Dass nachts die Pumpen ausgestellt sind und erst gut 15 Minuten später spürbarer Druck auf der Leitung ist.

Die Gemeindevertreter blicken auf ihre Unterlagen, als Klüßendorf von einem Stuhl an der Wand hinüber spricht zum Sitzungstisch. Erst im Frühjahr dieses Jahres hatten sie beschlossen, einen Löschwasserbehälter abreißen zu lassen. Er sollte altersgerechtem Wohnen Platz machen. Ein Ersatz, hieß es vom Amt Grevesmühlen-Land, würde zeitnah bereitgestellt. Doch bislang sind noch nicht einmal die Planungen für den Löschteich abgeschlossen. Planungen für ein Biotop, das im Winter zufriert. Klüßendorf schüttelt den Kopf. „Das nützt uns dann auch nichts.“

Doch an diesem Abend will Klüßendorf Antworten, besser noch Lösungen. Die Gemeindevertreter haben keine. Mit dem Teich werde wohl im Frühjahr kommenden Jahres begonnen, vermeldet der Verwaltungsbeamte vom Amt. Wenn sie gewusst hätten, dass das so lange dauert, hätten sie dem Abriss der Zisterne nie zugestimmt, schimpfen die Gemeindevertreter und fordern vom Amt ein Gesamtkonzept für den Brandschutz in der Gemeinde. Der Verwaltungsbeamte zieht hörbar die Luft ein. Es geht weiter auf der Tagesordnung. Klüßendorfs Schultern fallen nach vorn.

Einkaufszentrum, Möbellager, Großbäckerei, Hotel, Industrie – insgesamt 30 Schwerpunkte, so nennt er sie, liegen im Gemeindegebiet. 29 Freiwillige sind es, die mit ihm ausrücken. In 14, 19 und 42 Jahre alten Dienstfahrzeugen. Männer, die die Toiletten im maroden Gerätehaus selbst putzen, abfallende Fliesen beiseiteräumen. Die wie Klüßendorf ohne Wasser im Schlauch auf brennende Häuser sehen. „Hör’ doch endlich auf! – sagt meine Frau immer.“

Nicole Buchmann

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