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Früherer Denkmalpfleger gegen Schließung des Rathauskellers

Wismar Früherer Denkmalpfleger gegen Schließung des Rathauskellers

Günther Faust: Wertvolles Einzeldenkmal mit einmaliger Malerei benötigt neues Ausstellungskonzept und attraktive Exponate

Wismar. „Rathauskeller ist zum Auslaufmodell geworden“ titelte die OZ am 15. März. Die Hansestadt plant, den Rathauskeller mit der Dauerausstellung „Wismar — Bilder einer Stadt“ zu schließen. Sie sei in die Jahre gekommen, heißt es zur Begründung. Und: Die Besucherzahl sei seit Einführung der Entgeltordnung für touristische Einrichtungen Ende 2014 stark rückläufig.

„Der Rathauskeller ist ein wertvolles Einzeldenkmal aus der Gründungszeit der Stadt“, hält deren früherer Denkmalpfleger Günther Faust dagegen. „Der gewaltige Raum aus dem 13. Jahrhundert, ursprünglich genutzt als Wein- und Tuchhalle, Gaststätte, Verkaufslager und zuletzt von 1936 bis 1989 als Heizraum und Kohlenlager konnte nach dem Rathausbrand 1991 umfassend restauriert werden“, erinnert Faust. „Seit 1996 beherbergt er die Ausstellung. Damit ist es ihr als eine der wenigen norddeutschen Städte gelungen, ihren Rathauskeller zu restaurieren, einer sinnvollen und schonenden Nutzung zuzuführen und ihn somit für die Öffentlichkeit zu erschließen.“

Faust weist auf die Bedeutung dieses einmaligen Denkmals hin: „Der Keller als eigentliches Schaustück beinhaltet neben der Rekonstruktion der Renaissancefarbigkeit einen freigelegten Brunnen, zwei Schwindgruben, sechs Eingänge, zahlreiche originale Farbfassungsbeispiele und eine einmalige profane Wandmalerei aus der Gotik und der Renaissance an der Keller-Westwand. Außerhalb der Kirchen ist diese Wandmalerei eine der größten bekannten profanen Malereien in Norddeutschland!“ Eine ständig laufende Klimaanlage garantiert, dass Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsschwankungen so gering wie möglich gehalten werden, damit die Funde der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können. Seit 20 Jahren, so der Denkmalpfleger in Rente, konnten die Begehrlichkeiten für Feiern, Märkte, Konzerte, Lesungen und so weiter mit dem Hinweis auf die Einmaligkeit der Originalfassungen und -ausstattungen und deren Erhaltung verhindert werden.

„Bis auf die kontinuierlich erfolgte Sicherung der Wandmalereien wurde die Ausstellung inhaltlich und materiell seit circa zehn Jahren nicht weiterentwickelt, sondern auf Verschleiß

gefahren“, kritisiert der frühere Verwaltungsmitarbeiter. „Mit der ungerechtfertigten Erhöhung der Eintrittspreise, der Herausnahme des Kellers aus dem Bonuskartenangebot und der sukzessiven, geplanten Auslagerung von Ausstellungstücken zugunsten des noch lange nicht fertigen Museums wird dieses einmalige Kulturdenkmal, statt es zu pflegen, bewusst gefährdet.“ Günther Faust schlägt vor, „solche hochkarätigen Kunst- und Kulturgüter nach ihrem kunsthistorischen Wert und nicht immer nur nach ihrem touristischen Gebrauchswert beziehungsweise nach betriebswirtschaftlichen Erwägungen zu beurteilen. Der Rathauskeller braucht ein fachlich fundiertes Ausstellungskonzept, das ihn in seiner Substanz erhält und durch geeignete Exponate seine Anziehungskraft verstärkt. Bis dahin sollte er mit altem Eintrittspreis geöffnet bleiben!“

OZ

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