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Gägelow zehrt von seinen Rücklagen

Gägelow Gägelow zehrt von seinen Rücklagen

Entscheidungen über die Gebühr für die Turnhallennutzung und zum Bau von Windkraftanlagen wurden vertagt

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Tischtennis wird auch beim TSV Gägelow in der Turnhalle in Proseken gespielt. Das kostet Geld. Einer Senkung der Nutzungsgebühr für den Sportverein hat das Gemeindeparlament noch nicht zugestimmt. Den Volksvertretern lagen keine aussagekräftigen Zahlen über die Einnahmen und Ausgaben vor.

Quelle: Frank Reichelt

Gägelow. Haushalt und Haushaltssicherungskonzept standen ganz oben auf der Tagesordnung der Gemeindevertretersitzung in Gägelow. Und ähnlich wie fast alle Kommunen in Nordwestmecklenburg, weist auch der Ort am westlichen Rand der Hansestadt Wismar ein sattes Minus im Ergebnishaushalt für das aktuelle Jahr aus. Knapp 580000 Euro fehlen der Gemeinde mit ihren rund 2500 Einwohnern und den Orten Gägelow, Gressow, Jamel, Neu Weitendorf, Proseken, Stofferstorf, Weitendorf, Wolde und Voßkuhl.

Doch anders als mancherorts, muss die Gemeinde für die Zahlungsfähigkeit keinen Kredit aufnehmen. Sie kann das Defizit aus dem Eigenkapital decken. Auch für den Finanzhaushalt, in dem tatsächlich Geld fließt, besteht keine Gefahr. Lediglich 2400 Euro fehlen dort, bei einer Bilanzsumme von gut drei Millionen Euro. Das seien die Ergebnisse einer konsequenten Haushaltspolitik mit ihrem seit 2006 geltenden Haushaltssicherungskonzept, sagte Kristine Lenschow vom Amt Grevesmühlen- Land.

Im Hinblick auf die Zukunft gibt es laut Verwaltung aber Handlungsbedarf. „Sie sind noch zahlungsfähig und damit besser gestellt als viele andere Kommunen. Damit das so bleibt, sollten Sie für die kommenden Jahre nach Möglichkeiten der Optimierung suchen“, warnte Kerstin Lenschow, Leiterin des Bereichs Finanzen.

Irgendwie passte es dazu, dass es an dem Abend auch um den Antrag des Sportvereins TSV Gägelow ging. Er hatte eine deutliche Senkung, beziehungsweise Befreiung von der Nutzungsgebühr der die Turnhalle für Kinder- und Jugendgruppen beantragt. Der Antrag ist bereits von August. Hintergrund ist die Gebührensatzung, die für die Nutzung der Halle 43 Euro pro Stunde vorsieht. Die wurden allerdings bisher nie bei den ortsansässigen Vereinen, speziell beim TSV, erhoben, da es immer deutliche Ermäßigungen gab.

Der Sportverein beantragt, dass die Kommune nur zwölf Euro pro Stunde bei Erwachsenengruppen und keine Gebühren bei Gruppen mit Kindern und Jugendlichen erheben solle. Damit entgingen der Gemeindekasse rechnerisch knapp 31000 Euro. Grundsätzlich sind die Gemeindevertreter zu einer Förderung bereit, allerdings nicht in dieser Höhe. Da ihnen bis dato keine Zahlen über Einnahmen und Ausgaben des TSV vorlagen, wollte sie sich eigentlich über eine etwas höhere Gebühr einigen. Doch just in dem Moment verteilte der Vereinsvorsitzender Wolfgang Harder die entsprechende Aufstellung mit der Ankündigung, sie nach der Abstimmung sofort wieder einzusammeln und nicht bei den Gemeindevertretern zu belassen.

„So funktioniert das nicht. Die Zahlen hätten uns im Vorfeld vorliegen müssen. Jetzt können wir das nicht mehr berücksichtigen“, wehrte Bürgermeister Uwe Wandel (parteilos) den Vorstoß ab. Letztlich wurde auf Antrag beschlossen, die Entscheidung zu vertagen und erst einmal in den Haupt- und Finanzausschuss zur Prüfung zu verweisen.

Dass Gägelow grundsätzlich viel auf dem sozialen Sektor tut, zeigt sich daran, dass im aktuellen Haushalt 30000 Euro für die Instandsetzung der sechs Spielplätze auf dem Gemeindegebiet eingestellt sind. Wie kommunale Einnahmen erhöht werden können, darüber gibt es in Gägelow klare Vorstellungen. Sie hängen mit der viel gescholtenen Windkraft zusammen: Entgegen des allgemeinen Trends will die Gemeinde, auf deren Territorium sich bereits ein entsprechendes Eignungsgebiet mit zwanzig Anlagen befindet, jetzt auch eine eigene Windanlage haben. In der kurzen Diskussion während der Sitzung wurde aber schnell klar, dass sich hier ebenfalls noch einmal die Ausschüsse damit befassen müssen. Allerdings möglichst bis Ende März, denn es drängt die Zeit.

 



Peter Täufel

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