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Wismar Gartenarbeit und italienische Oper als Ausgleich für Politik
Mecklenburg Wismar Gartenarbeit und italienische Oper als Ausgleich für Politik
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03:44 05.09.2013
René Domke (41) mag mediterranes Flair und kehrt „wenigstens auf einen Espresso“ gern beim Italiener am Wassertor in Wismar ein. Zur Politik kam er als Jugendlicher. „Das Freiheitsstreben in Künstlerkreisen hat mich zum Liberalismus und zur FDP geführt“, sagt er. Quelle: Sylvia Kartheuser
Wismar

Das Handy klingelt. „Entschuldigung, ich werde mich ein wenig verspäten, ich hatte die Baustelle vergessen.“ René Domke verabscheut es, zu spät zu kommen. „Das ist, als würde man anderen die Zeit stehlen. Aber jetzt habe ich es ja geschafft“, sagt der 41-Jährige, als er mir wenige Minuten später am Wassertor in Wismar gegenübersitzt und mit sichtlichem Genuss den ersten Schluck seines Espressos trinkt.

Er ist spürbar skeptisch, dass er Persönliches preisgeben soll, über Dinge reden, die so gar nicht zu seinem beruflichen oder politischen Alltag gehören. Nach dem zweiten Schluck Espresso lehnt er sich zurück und fragt: „Na, was wollen Sie denn wissen?“

Naja, zum Beispiel wie sein Familienleben aussieht. „Ich bin ledig und im Moment auch nicht auf der Suche.“ Er habe einfach zu viel zu tun, gerade jetzt im Wahlkampf. Gleichwohl habe er ein Familienleben, betont der Diplom-Finanzwirt und Kommunalpolitiker, den es jetzt in den Bundestag zieht. Dafür würden seine drei älteren Geschwister mit ihren Familien sorgen. „Außerdem lebt in dem ausgebauten Haus auch meine Mutter. Eigentlich kommt sie zwar ganz gut zurecht, aber es ist doch gut, wenn jemand vor Ort ist“, sagt René Domke.

Zu dem Haus in Dargetzow gehört auch ein großes Grundstück. „Es zu pflegen, ist eines meiner Hobbys, die Gartenarbeit ist ein wunderbarer Ausgleich, beim Rasenmähen kann ich gut über alles Mögliche nachdenken“, erklärt der 41-Jährige. Wenn die Zeit es erlaubt, treibt er auch gern Sport, vorwiegend Geräte- und Ausdauertraining. „Ich würde auch gern Mannschaftssport machen, aber das geht nicht, dafür ist mein Tagesablauf zu unregelmäßig. Ich muss mir Dinge suchen, die ich unabhängig von bestimmten Zeiten machen kann.“

Hat er sich beim Sport auch die auffällige Narbe an der Stirn eingehandelt? Das ganz in Grau gekleidete Mitglied der Wismarer Bürgerschaft lacht: „Nein, die habe ich, seit ich zwei bin. Ich bin in ein Motorrad gelaufen.“

Jetzt ist die Narbe fast ein Erkennungszeichen. Obwohl der athletisch gebaute 1,85 Meter große und 95 Kilo schwere Mann mit dem schmalen Bartstreifen am Unterkiefer schon durch seine Statur auffällt. René Domke schaut an sich herunter. „Zehn Kilo müssen weg, ich habe zu viel auf den Hüften. So fühle ich mich nicht wohl“, stellt der überzeugte Vegetarier fest. Seit 20 Jahren ernährt er sich fleischlos und weiß die mediterrane und asiatische Küche zu schätzen, „die arbeiten ganz anders mit dem Gemüse“.

Die Diät muss aber bis nach den Bundestagswahlen warten. Genauso wie seine vielfältigen kulturellen Interessen: Konzerte, Theater, Ausstellungen. „Ganz besonders mag ich Oper. Leider hatte ich dieses Jahr keine Zeit, so etwas wahrzunehmen“. Da muss es dann eben die CD mit der Lieblingsoper „Turandot“ tun. „Aber eigentlich liebe ich die italienische Opern generell, ganz besonders die von Giacomo Puccini, ,Tosca‘, ,La Boheme‘ und so weiter.“

Und dann kommen wir doch kurz auf die Politik. „Ich habe die DDR noch bewusst miterlebt und in der Pubertät das Freiheitsstreben in Künstlerkreisen“, erzählt René Domke. Als politisch interessierter Jugendlicher habe ihn das zum Liberalismus und letztlich in die FDP geführt. Besonders beeindruckt habe ihn Hans-Dietrich Genscher mit seiner liberalen Freiheits- und Außenpolitik. „Der Kampf um Bürgerrechte ist nach wie vor ein für mich wichtiger Anknüpfungspunkt, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen“, sagt der Kommunalpolitiker.

René Domke schaut auf die Uhr. Die Zeit ist schnell verflogen. Er muss los, quer durch Wismar zum nächsten Termin — und er will pünktlich sein.

Serie

Bundestagswahl

2013

Die Direktkandidaten
Wahlkreis 13: Karin Strenz (CDU, Mitglied des Bundestages, Goldberg), Martina Bunge (Die Linke, Mitglied des Bundestages, Warnemünde), Frank Junge (SPD, Pressesprecher, Wismar), René Domke (FDP, Diplom-Finanzwirt, Wismar), Ulrike Seemann-Katz (Bündnis 90/Die Grünen, Diplom-Pädagogin, Crivitz), Dennis Klüver (Piraten, Politikwissenschaftler, Rehna), Gustav Graf von Westarp (Freie Wähler, Diplombiologe, Goldberg), Stefan Köster (NPD, Landtagsmitglied, Pätow-Steegen)

Sylvia Kartheuser

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