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Hornstorf: Die höheren Windräder werden gebaut

Hornstorf Hornstorf: Die höheren Windräder werden gebaut

Die Gemeinde stoppt Aufstellung des B-Plans / Entscheidung fällt im Staatlichen Amt für Umwelt und Natur

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Es hat keinen Sinn mehr, die Aufstellung des Bebauungsplans zu verfolgen.“ Andreas Treumann, Bürgermeister

Hornstorf. Die Gemeindevertreter von Hornstorf haben das Aufstellungsverfahren für den Bebauungsplan zur Erneuerung von Windrädern im Ortsteil Rohlstorf gestoppt.

 

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Die Windräder bei Neubukow sind riesig. Ähnlich hohe Anlagen mit Gesamthöhen von 150 und 180 Metern könnten ab 2017 auch im Hornstorfer Ortsteil Rohlstorf gebaut werden.

Quelle: Renate Peter

„All das, was wir durch den B-Plan regeln wollten, wie Höhe und Abstand zur Wohnbebauung, dürfen wir nicht regeln. Das regelt das Staatliche Amt für Umwelt und Natur“, begründete Bürgermeister Andreas Treumann (Wählergemeinschaft) die Rücknahme. Daher sei es sinnlos, die Aufstellung weiter zu verfolgen. Die höheren Anlagen würden so oder so gebaut werden, unabhängig vom Willen der Gemeinde. Das sahen die Gemeindevertreter genauso und stimmten geschlossen dem Aus für den B-Plan zu.

Der Betreiber des Windparks Rohlstorf, die Getproject GmbH aus Kiel, hat im Januar beim Stalu alle Unterlagen für das notwendige Verfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BimschG) eingereicht. Es soll den Schutz geben vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge. „Insgesamt mussten wir zu der Bauplanung zwölf Gutachten vorlegen“, erklärte Neithardt Christian Kempcke, Architekt bei Getproject und Leiter der Projektentwicklung, den Hornstorfern. Einen hohen Stellenwert hatten dabei das Schallschutz- und das Schattenwurfgutachten. Doch auch die Auswirkungen auf Fledermäuse, das Verhalten der Windräder bei Turbulenzen und eine Umweltverträglichkeitsprüfung gehören zu den Unterlagen.

Derzeit stehen neun Getproject-Windräder auf der Fläche zwischen Rohlstorf und Kartlow. Nach der Erneuerung, dem Repowering, sollen es noch vier sein. Doch die sollen deutlich mehr leisten.

„Derzeit haben wir einen Stromertrag von jährlich 19 Millionen kWh. Bei den neuen Anlagen rechnen wir mit 40 Millionen kWh“, sagte Kempcke.

Größte Sorge der Anwohner ist die Lärmbelästigung – abgesehen davon, dass die vier neuen Windräder mit 150 und 180 Meter Gesamthöhe doppelt so hoch würden wie die vorhandenen. „Die Anlagen sind 14 Jahre alt, und damals gab es noch keine verbindlichen Richtlinien“, erinnerte der Leiter der Projektentwicklung. Das hat sich geändert, mittlerweile gibt es Richtwerte für die Schall-Immission, also für den Geräuschpegel, der in einem gewissen Umkreis um die Anlagen ankommen darf. Das vom Deutschen Lloyd angefertigte Gutachten habe gezeigt, dass der Richtwert von den alten Anlagen „zum Teil deutlich überschritten“ wird, stellte Kempcke fest.

Untersucht wurde auch der Lärmpegel der neuen Windräder. Er liegt laut Gutachten jederzeit unterhalb der zulässigen Richtwerte. „Das wird für die Anwohner eine eindeutige Verbesserung“, ist Kempcke sicher. Auch für den Schattenwurf (Disco-Effekt) gelten inzwischen Beschränkungen. „Die maximale Dauer des Schattenwurfs darf pro Jahr 30 Stunden nicht überschreiten. Anders ausgedrückt:

Anwohner müssen mit höchstens 30 Minuten pro Tag leben“, erklärte der Getproject-Mitarbeiter. Das sei zwar immer noch nicht schön, „aber ich denke, im Hinblick auf das Ziel, erneuerbare Energien zu stärken, hinnehmbar“.

Derzeit ist die Gemeinde an den Gewinnen des Windparks finanziell nicht beteiligt. Getproject hat ihr aber verschiedene Angebote gemacht. „Ob wir uns als Genossenschaft mit kleineren Beiträgen oder als GmbH mit einer größeren Einlage beteiligen, darüber werden wir erst Ende des Jahres reden“, sagte Bürgermeister Andreas Treumann. Dann, wenn das Bimsch-Verfahren abgeschlossen und die Genehmigung für das Repowering da sei.

Aus der Geschichte

2001 die Getproject GmbH aus Kiel nimmt den Betrieb von neun Anlagen im Windpark Rohlstorf auf. Das Mitte der 90er Jahre ausgewiesene Eignungsgebiet ist insgesamt 99 Hektar groß.

2015 im März stellen Vertreter des Betreibers der Gemeindevertretung ihre Pläne zur Erneuerung des Windparks vor. Statt der neun Windräder sollen es nur noch vier werden, die allerdings doppelt so hoch würden, wie die vorhandenen.

Im April 2015 gründen 16 Einwohner eine Bürgerinitiative und sammeln Unterschriften gegen die Erneuerung, das Repowering, der Windkraftanlagen. Im Mai übergeben sie Listen mit mehr als 400 Unterschriften an Bürgermeister Andreas Treumann (WG).

Im Januar 2016 reicht Getproject im Staatlichen Amt für Umwelt und Natur die Planungsunterlagen und Gutachten für das Genehmigungsverfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz ein. Das Ergebnis steht noch aus.

Sylvia Kartheuser

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