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Wismar In Wismar leben weniger Menschen als gedacht
Mecklenburg Wismar In Wismar leben weniger Menschen als gedacht
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04:05 03.09.2013
Wismar hat durch das Ergebnis der letzten Volkszählung vier Prozent seiner Einwohner verloren. Fotos (2) und Montage: Nicole Hollatz
Wismar

In der Hansestadt leben 1767 Menschen weniger als bisher gedacht und errechnet. Laut städtischer Internetseite hat Wismar 44 484 Einwohner. Eine Zahl, die so genau sie sich liest, kaum stimmen konnte. „Durch die Einwohnermeldeämter wurden die Ergebnisse der letzten Zählungen immer weiter fortgeschrieben“, erklärt Dr. Henrik Fanger von der Stadtverwaltung. Seit den letzten Volkszählungen, die im Osten 1981 und im Westen 1987 stattfanden, wurde nur addiert oder subtrahiert. Neugeborene und Zuwanderer kamen hinzu, Verstorbene und Emigranten wurden abgezogen.

Die Zahl aus dem Jahre 1981 jedoch nicht infrage gestellt. Ein umstrittenes, fehlerhaftes Prozedere.

Durch die Bürokratie entstehen pro Gemeinde zwei verschiedene Bevölkerungszahlen, einmal im Statistischen Amt Mecklenburg-Vorpommern, wo diese Fortschreibungen geführt werden. Dazu in den jeweiligen Kommunen mit ihrem Melderegister. Und nun die dritte Zahl, die des Zensus.

„Je mehr Erfassungsstellen es gibt, desto mehr unterschiedliche Zahlen fallen an“, erklärt Fanger. Die amtliche Zahl für Wismar: 42 290 Einwohner zum Stichtag 9. Mai 2011. „Wir hätten Widerspruch einlegen können“, so Henrik Fanger. „Haben wir aber nicht, die Zahlen sind sicherlich korrekt, wir hätten keine Begründung für den Widerspruch gehabt.“

Mit diesem statistischen Bevölkerungsverlust von vier Prozent gehört Wismar nach Schwerin zu den ganz großen Zensus-Verlierern des Landes. Verloren haben alle Städte und Landkreise Mecklenburg-Vorpommerns, außer Greifswald. Die Universitätsstadt hatte auf einmal fast 900 Einwohner mehr. „Diese Zahlen gelten bis zum nächsten Zensus, sie sind jetzt Grundlage für die nächsten Fortschreibungen“, so Fanger. 2024 soll europaweit gezählt werden. Bereits 2014 wird Wismar die Folgen der veränderten Bevölkerungszahlen spüren. „Finanziell wird sich was ändern“, meint Fanger.

„Das Land hat schon mal ein paar Berechnungen gemacht mit den neuen Zahlen, aber ein offizieller Bescheid steht noch aus“, fügt Henrik Fanger hinzu. Ab 2014 wird Wismar 700 000 Euro weniger an Zuweisungen erhalten. „Damit rechnen wir“, so Fanger und ergänzt: „Wir müssen in Zukunft von anderen Zahlen ausgehen.“

Dieser Minuseffekt wird aber zum Teil kompensiert durch die geringere Kreisumlage. „Die Kreisumlage, die auf Grundlage der Einwohnerzahl ermittelt wird, sinkt ja genauso. Derzeit gehen wir von 500 000 Euro aus, die wir als Stadt für den Landkreis Nordwestmecklenburg weniger berappen müssen“, hat Fanger festgestellt.

Nichts ändert sich an der Größe der Wismarer Bürgerschaft. Die ist im Paragrafen 60 des Landes- und Kommunalwahlgesetzes (LKWG) geregelt. Bei Städten mit einer Einwohnerzahl zwischen 30 001 und 50 000 kann die Gemeindevertretung 37 Plätze haben. Derzeit sind nur 35 Plätze davon belegt.

Bevölkerungsentwicklung

1300 sollen bereits 5000 Menschen im jungen Wismar gelebt haben. 1871 waren es über 14 000, 1910 mehr als 24 000 Menschen.

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges lebten 27 500 Menschen in Wismar, 1945 waren es 38 000. 1981, zur letzten Zensuszählung der DDR, wurden 57 718 Menschen in Wismar gezählt.

Nicole Hollatz

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