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Kaputte Straßen und Brücken: Kreis braucht 32 Millionen Euro

Wismar Kaputte Straßen und Brücken: Kreis braucht 32 Millionen Euro

Die 34 dringlichsten Vorhaben sind im Investitionsplan mit einer Bauzeit bis 2025 vorgesehen / Das Land hat bislang 6,5 Millionen Euro an Fördermitteln zugesagt

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Die Kreisstraße 18 führt durch Warnow, einem Dorf bei Grevesmühlen. Sie ist mit Zustandsnote 5 versehen. Die Erneuerung der knapp 1,2 Kilometer langen Straße kostet rund 1,5 Millionen Euro. Das Land hat 787500 Euro an Fördermitteln zugesagt. Die Planung liegt bereits vor, aber ein Planfeststellungsverfahren ist noch notwendig. Die Maßnahme steht an siebter Stelle der Prioritätenliste des Landkreises.

Quelle: Dana Dolata

Wismar. Fast 100 Millionen Euro benötigt der Landkreis, um seine maroden Straßen und baufälligen Brücken zu sanieren sowie neue Radwege zu bauen. Die 34 dringlichsten Investitionen, die laut Prioritätenliste bis zum Jahr 2025 realisiert sein sollen, kosten rund 32 Millionen Euro. Das Land will sich an diesen Instandsetzungs- beziehungsweise Baumaßnahmen bislang mit lediglich 6,445 Millionen Euro beteiligen.

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Die 34 dringlichsten Vorhaben sind im Investitionsplan mit einer Bauzeit bis 2025 vorgesehen / Das Land hat bislang 6,5 Millionen Euro an Fördermitteln zugesagt

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„Die Fördermittel fließen bis 2019. Mehr Geld wird der Landkreis nicht bekommen“, berichtete Silvia Große im Bauausschuss des Kreistages. Sie ist in der Verwaltung für Hoch- und Straßenbau zuständig.

„Dennoch werden wir weiterhin Fördermittel beim Land beantragen, in der Hoffnung, dass andere Landkreise die Eigenmittel nicht zur Verfügung haben.“

Laut Investitionsplan sollen bis 2019 die Kreisstraße 14 von Grevenstein nach Welzin, einschließlich beider Ortsdurchfahrten, und die K 66 von Grambow bis zur Kreisgrenze mit Landeszuschüssen instandgesetzt werden. Vorgesehen ist ferner, bis Jahresende mit dem Neubau der Brücke in Neuburg zu beginnen. Noch in diesem Jahr ist die Sanierung der K 37 von Kletzin nach Moltow geplant.

Fördermittelzusagen gibt es bereits auch für den Neubau der K 22 in Zierow samt Sanierung der Straße bis zur Stadtgrenze von Wismar, für den Bahnübergang in Grieben, für den Neubau der Brücke in Kneese, für die Ortsdurchfahrt der K 18 durch Warnow bis zur Landesstraße 02 sowie für die K 6 von Groß Molzahn nach Stove an der L 02.

Laut Silvia Große hat der Landkreis auch die Planung für die Sanierung der Ortsdurchfahrten in Klocksdorf, Rankendorf, Böken sowie für die Sanierung der L 03 bis Böken bereits in Auftrag gegeben. Das soll in diesem Jahr auch noch für die Ortsdurchfahrt in Meierstorf geschehen.

Für weitere dringende Investitionen gibt es noch keine Vorplanungen, sie gehen ab 2017 in Auftrag beziehungsweise es sind noch Machbarkeitsstudien notwendig. „Wir haben in den nächsten zehn Jahren einen Investitionsstau von 32 Millionen Euro“, fasste Bau-Fachdienstleiter Burghard Bohm zusammen.

Hinzu kommen 19 Straßenabschnitte und Ortsdurchfahrten, die mit der Zustandsnote 5 bewertet sind. Die Sanierungskosten betragen knapp 32 Millionen Euro. Für weitere 53 Straßen mit der Zustandsnote 4 wurde ein Investitionsbedarf von rund 34 Millionen Euro ermittelt.

„Das ist ein sehr, sehr hoher Bedarf“, stellte Bauausschussvorsitzender Frank Meier (Liste CDU) fest. Angesichts der Bundestagswahl 2017 schlug er vor, die Bundestagsmitglieder aus dem Landkreis, Karin Strenz (CDU) und Frank Junge (SPD), einzuladen und sie für die Probleme zu sensibilisieren. „Der Bund muss mehr Mittel für die Infrastruktur zur Verfügung stellen. Nicht nur wir haben diesen Sanierungsbedarf, der besteht bundesweit“, sagte Meier.

Ausschussmitglied Christian Albeck (SPD) plädierte dafür, im nächsten Doppelhaushalt 2017/18 die benötigten 5,5 Millionen Euro für die genannten Sanierungsvorhaben in Klocksdorf, Rankendorf, Böken und Meierstorf plus die Strecke Böken – L 03 einzustellen, auch wenn der Landkreis keine Fördermittel in Aussicht hat. „Wir sollten trotzdem loslegen und jedes Jahr drei Kilometer Straße sanieren.“ Detlef Kohrt (SPD) pflichtete ihm bei: „Es muss der politische Wille da sein, trotzdem zu bauen.“ Das sei auch im Interesse der Wirtschaft, begründete der Unternehmer. „Ich muss mit meinen Firmenfahrzeugen zu den Kunden ins Dorf kommen können. Sind die Straßen zu schlecht, siedelt sich auch kein Handwerker in den Dörfern an.“

Dennoch war sich der Bauausschuss einig, auch Druck auf den Bund aufzubauen – über den Landkreistag, den Städte- und Gemeindetag und über die beiden Bundestagsmitglieder. Deshalb werden Karin Strenz und Frank Junge demnächst eingeladen.

Straßenbewertung

385Kilometer lang sind die Straßen in Nordwestmecklenburg, für deren Instandhaltung der Landkreis zuständig ist.

Alle fünf Jahre lässt die Kreisverwaltung den Zustand der Kreisstraßen untersuchen. Sie werden von einem beauftragten Ingenieurbüro begangen beziehungsweise befahren. Das ist zuletzt im Jahre 2013 geschehen.

Die Bewertung des Straßenzustandes erfolgt nach festgelegten Kriterien. Dabei bedeuten die Zustandsnoten:

1 - Neubauzustand

2 - Gebrauchsspuren

3 - leichte Schädigung

4 - deutliche Schädigung

5 - starke Schädigung

Haike Werfel

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