Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
Kein Geld zur Reparatur der Straßen

Höltingsdorf Kein Geld zur Reparatur der Straßen

Schlechter muss nicht, besser darf immer. Mit diesen Worten beschreiben Anwohner der Dorfstraße in Höltingsdorf, einem Ortsteil der Gemeinde Passee, den Zustand ...

Höltingsdorf. Schlechter muss nicht, besser darf immer. Mit diesen Worten beschreiben Anwohner der Dorfstraße in Höltingsdorf, einem Ortsteil der Gemeinde Passee, den Zustand des Weges vor ihrer Haustür: Schlagloch an Schlagloch mit nachgemessenen vier bis sechs Zentimetern Tiefe. Die Gemeinde hat kein Geld, um die Schäden auszubessern. Daher hatten die Anwohner an Mecklenburg- Vorpommerns Bürgerbeauftragten Matthias Crone geschrieben. „Die Antwort war schon enttäuschend“, sagt Horst Steinlein (74).

OZ-Bild

Schlechter muss nicht, besser darf immer. Mit diesen Worten beschreiben Anwohner der Dorfstraße in Höltingsdorf, einem Ortsteil der Gemeinde Passee, den Zustand ...

Zur Bildergalerie

Große Hoffnungen hatten sich die Höltingsdorfer zwar ohnehin nicht gemacht, aber nur darauf zu verweisen, dass man die Gemeinde um eine Stellungnahme gebeten habe, ist ihnen dann doch zu wenig. „Wie soll die denn aussehen? Dass die Gemeinde kein Geld hat, wissen wir selbst, und dass der Bürgermeister sich nach Kräften bemüht, sogar noch das anscheinend Unmögliche doch möglich zu machen, auch“, betont der ehemalige Lehrer. Bürgermeister Adolf Wittek (parteilos) bestätigt, dass die Sanierungsmaßnahmen, die sich die Gemeinde in Höltingsdorf leisten könnte, nicht ausreichen würden. Auch er hat eine Antwort des Bürgerbeauftragten erhalten — und ist darüber ziemlich sauer: „Was soll sein Hinweis, dass die Gemeinde für die Straße verantwortlich ist. Das wissen wir selbst.“ Das Land solle sich lieber bemühen, die Gemeinden finanziell „auskömmlich“ auszustatten, so wie es in der Kommunalverfassung stehe, wettert Wittek. Bei den Straßen könne Passee derzeit nur ein Drittel der Reparaturen ausführen, die eigentlich notwendig wären. „Auskömmlich geht anders“, so der Bürgermeister.

Adolf Wittek kennt die Not der Höltingsdorfer: „Die Straße ist zwischen den Hausnummern 1 und 8 so schlecht, dass sich ein Abfallentsorger geweigert hat, dort die Tonnen abzuholen.“ Die Gemeinde hat sofort reagiert. Jetzt holt ein anderes Unternehmen das Altpapier dort ab. Die Dorfstraße bleibt eine Schlaglochpiste mit Risiken. „Ich musste einmal die schnelle medizinische Hilfe anfordern, der Rettungswagen ist kaum durchgekommen“, erinnert sich Horst Steinlein. Seine Frau Karin (72), ebenfalls eine ehemalige Lehrerin, ergänzt: „Ich mag mir nicht vorstellen, was passiert, wenn es hier mal brennt und die Feuerwehr nicht durchkommt.“

Die Höltingsdorfer wohnen idyllisch am Waldrand. Horst Steinlein schaut die Straße hinauf und hinunter: „Als die Postkutsche noch das Haupttransportmittel war, war unsere Dorfstraße mal die Hauptstraße von Neubukow nach Bützow.“ So einen Status soll sie auf keinen Fall wieder bekommen. Die Dorfbewohner lieben ihre Ruhe und wollen keine Rennpiste vor der Haustür. „Aber wenigstens einen Weg, der ordentlich befahren werden kann“, betont Karin Steinlein. Allerdings muss er auch Schwergewichte aushalten. Die landwirtschaftlichen Maschinen und Forstfahrzeuge sind nun mal viel größer und schwerer als früher.

„Vor acht bis zehn Jahren wurde eine Splittschicht auftragen und anschließend mit Teer überzogen. Das hat einige Jahre gut gehalten“, sagt Horst Steinlein. Inzwischen ist von der Teerschicht kaum noch etwas zu erkennen. Und sie muss nach dem Willen der Anwohner auch gar nicht neu gegossen werden. „Aber wir wollen, dass die Straße solide ausgebessert wird — und die Qualität der Arbeit auch kontrolliert wird“, erklärt Karin Steinlein. Das sei in der Vergangenheit zu selten geschehen. „Mehrfach wurde zwar ein Loch zugemacht, aber 14 Tage später war es schon wieder da.“ Voller Neid schaut Adolf Wittek auf das Programm des Bundes zum Breitbandausbau. Bis 2018 werden dafür insgesamt 2,7 Milliarden Euro bereitgestellt. Der 60-jährige Bürgermeister von Passee seufzt: „Warum kann der Bund nicht mal ein ähnliches Programm für bedürftige Gemeinden auflegen, zur Sanierung ihrer Straßen?“

Von Sylvia Kartheuser

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Politik
Verlagshaus Wismar

Mecklenburger Straße 28
23966 Wismar

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag 10.00-17.00 Uhr
Freitag 10.00-16.00 Uhr

Leiterin Lokalredaktion: Kerstin Schröder
E-Mail: wismar@ostsee-zeitung.de
Telefon: 0 38 41 / 415 65

Ticket- und Anzeigenverkauf: 03841 / 41550.

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.