Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
Landkreis fehlen Millionen, um Straßen zu erhalten

Wismar Landkreis fehlen Millionen, um Straßen zu erhalten

Finanzbedarf vorgestellt: Im Haushalt ist nicht einmal die Hälfte der benötigten Mittel vorhanden / Verwaltung schlägt außerplanmäßige Maßnahmen vor

Voriger Artikel
1389 anerkannte Flüchtlinge in Nordwestmecklenburg
Nächster Artikel
Schilder gegen Hunde-Kot

Die Ortsdurchfahrt in Warnow steht auf der Liste der planmäßigen Straßenbaumaßnahmen. Sie soll bis Ende 2019 ausgebaut werden.

Quelle: J. Franke

Wismar. Dem Landkreis Nordwestmecklenburg fehlen fast vier Millionen Euro, um den aktuellen Zustand der Kreisstraßen zu erhalten. Das geht aus dem Bericht hervor, den Silvia Große dem Bauausschuss des Kreistages vorgestellt hat. Die Verwaltungsmitarbeiterin, zuständig für Hoch- und Straßenbau, hatte auf Anfrage des Kreistages einen Finanzbedarf für die Instandhaltung der Kreisstraßen aufgestellt.

Ergebnis: „Es wären jährlich 6,6 Millionen Euro nötig, um den jetzigen Zustand der Straßen zu erhalten“, berichtete sie. Aktuell stünden allerdings nur 2,7 Millionen Euro für derartige Maßnahmen im Haushalt zur Verfügung. Die Konsequenz: Die Straßen drohen in den kommenden Jahren zunehmend schlechter zu werden. Die Verwaltung schlägt deshalb vor, für die Jahre 2017 und 2018 jeweils eine Million Euro zusätzlich für Arbeiten zur Instandhaltung in den Haushalt einzustellen.

In den aufgestellten Finanzbedarf sind laut Silvia Große unter anderem auch die Personalkosten für die Kreisstraßenmeisterei sowie die Kosten für die Aufträge und das Sachgebiet eingeflossen. „Die Kosten scheinen mir immens hoch“, sagte Ausschussmitglied Christian Albeck (SPD) zur Auflistung. Doch Große entgegnete: „Die anfallenden Arbeiten sind viel umfassender als man denkt.“ Unter anderem würden auch 25000 Bäume in den Aufgabenbereich fallen. Sie stehen entlang der insgesamt 385 Kilometer langen Kreisstraßen in Nordwestmecklenburg.

„Das Defizit hat uns nicht überrascht. Es ist seit Jahren Thema“, sagte Frank Meier (CDU), Vorsitzender des Bauausschusses, zu den Ausführungen der Verwaltungsmitarbeiterin. Er warnt: „Wir müssen höllisch aufpassen, dass uns die Infrastruktur nicht auf die Füße fällt.“ Denn die Verschlechterung des Straßenzustandes habe auch erhebliche Auswirkungen auf den wirtschaftlichen Wettbewerb. „Wir brauchen vernünftige Verbindungen. Wir reden nicht von Neubau, aber die Straßen, die vorhanden sind, müssen funktionieren“, betonte Meier.

Eine schnelle Lösung sieht er allerdings nicht. Schließlich müsse das Geld irgendwo herkommen. Für Instandhaltungsmaßnahmen seien keine Förderungen zu erwarten. „Letztlich würden die Kosten über die Kreisumlage auf die Kommunen umgelegt“, erklärte Meier. Die Ortschaften hätten aber schon mit ihren eigenen Straßen zu kämpfen. „Wir müssen Bund und Land dazu bewegen, die Sache anzugehen und dürfen die Kommunen nicht alleine lassen. Es ist nicht nur Nordwestmecklenburg oder Mecklenburg-Vorpommern betroffen, es ist ein bundesweites Problem“, so der Bauausschussvorsitzende.

Das Gremium hat sich auch mit Vorschlägen für außerplanmäßige Straßenbaumaßnahmen für die Jahre 2017 und 2018 beschäftigt. Sie sind möglich, nachdem der Kreistag in einem Beschluss für beide Jahre insgesamt vier Millionen Euro zusätzlich in Aussicht gestellt hat. „Wir haben Vorschläge gemacht, bei denen die Fertigstellung in zwei Jahren aus Sicht der Verwaltung realistisch ist“, sagte Silvia Große.

Insgesamt gehören vier Vorhaben zu diesen außerplanmäßigen Maßnahmen: Die Deckensanierung auf der Kreisstraße 05 (Thandorf – Utecht) würde demnach 1,235 Millionen Euro kosten. Die Arbeiten könnten bis zum 31. Dezember 2017 beendet sein. Auch die Kreisstraße 28 mit dem Neubau in der Grambower Ortslage Wodenhof ist bedacht worden. Dafür sind die Kosten mit insgesamt 765000 Euro veranschlagt.

Die Fertigstellung ist bis zum 31. Dezember 2018 angedacht. Auf der Kreisstraße 42 sind zwei Maßnahmen vorgesehen: In den Ortslagen Hundorf und Seehof am Schweriner See soll die Straßendecke für 500000 Euro saniert werden (Fertigstellung bis 31. Dezember 2017). Weitere 1,5 Millionen Euro würden laut Verwaltungsvorschlag für die Deckensanierung in Lübstorf eingeplant, die bis Ende 2018 beendet sein könnte.

Nach Protest: 34 statt 75 Bäume werden gefällt

Der Ausbau der Ortsdurchfahrt in Warnow steht auf der Prioritätenliste des Landkreises und gehört zu den dringendsten Vorhaben in Nordwestmecklenburg. Laut Plan könnte er bis 2019 umgesetzt werden. Die Kosten dafür belaufen sich auf knapp 1,5 Millionen Euro.

Die Sanierung der Warnower Dorfstraße hatte in den zurückliegenden Monaten für heftige Diskussionen in dem Ort nördlich von Grevesmühlen gesorgt. Warnows Einwohner waren in zwei Lager gespalten. Grund war die mit dem Ausbau verbundene Fällung mehrerer Alleebäume.

Die Bürgerinitiative „BürgerAktiv für Warnow“ erreichte einen Kompromiss, dem der Landkreis zustimmte. So werden jetzt nur 34 statt der zuvor 75 geplanten Fällungen nötig. Möglich wird das, weil die Straße auf fünf Meter und nicht wie zunächst geplant auf sechs Meter Breite ausgebaut wird.

Daniel Heidmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Born

Gremium will Risse im Verhältnis zu Mitarbeitern kitten

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Politik
Verlagshaus Wismar

Mecklenburger Straße 28
23966 Wismar

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag 10.00-17.00 Uhr
Freitag 10.00-16.00 Uhr

Leiterin Lokalredaktion: Kerstin Schröder
E-Mail: wismar@ostsee-zeitung.de
Telefon: 0 38 41 / 415 65

Ticket- und Anzeigenverkauf: 03841 / 41550.

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.