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Landkreis geht gegen Imbissbuden vor

Boltenhagen Landkreis geht gegen Imbissbuden vor

Die Betreiberin der Stände an Boltenhagens Mittelpromenade soll nicht genehmigte Anlagen stilllegen

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Viele Gäste nutzen das preiswerte Angebot an den Imbissständen zwischen Mittel- und Strandpromenade .

Quelle: Fotos: K. Huschke (3), J. Franke, G. Skorupski, Privat

Boltenhagen. Der Streit um die Imbissbuden an der Mittelpro- menade in Boltenhagen erhält neuen Schwung. Seit mehr als zehn Jahren stören sich Gemeinde und Kurverwaltung an der wilden Bebauung im Bereich südlich des Restaurants „Zur Düne“. Jetzt hat Imbiss-Betreiberin Evelin Neumann Post bekommen. „Die Be- treiberin eines teilweise rechts- widrig genutzten Imbisses in Boltenhagen wurde durch den Landkreis aufgefordert, die Nutzung der nicht genehmigten Teile/Anlagen einzustellen“, heißt es auf Anfrage von der Kreisverwaltung. Evelin Neumann habe das Handeln der Bauaufsicht gerichtlich überprüfen lassen – mit dem Ergebnis, dass das Gericht dem Landkreis rechtmäßiges Handeln be- stätigte. Heißt: Der Abriss wäre rechtmäßig.

OZ-Bild

Die Betreiberin der Stände an Boltenhagens Mittelpromenade soll nicht genehmigte Anlagen stilllegen

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In diesem Ort wird mit unterschiedlichen Maßstäben gemessen. Ich habe rechtliche Schritte eingeleitet.“Evelin Neumann,

Imbiss-Betreiberin

Der Aufforderung kommt Evelin Neumann bisher allerdings nicht nach. Der Betrieb an der Mittelpromenade geht unverändert weiter. „Da immer noch nicht genehmigte Teile genutzt werden, werden gegenwärtig Zwangsmaßnahmen (Zwangsgeld) gegen die Verursacherin erlassen, um das rechtswidrige Handeln einzustellen“, heißt es vom Landkreis weiter.

Die Betreiberin wehrt sich gegen die Entscheidung, bewertet sie als nicht gerechtfertigt. „Ich habe rechtliche Schritte eingeleitet und Beschwerde gegen die Verfügung eingelegt“, sagt Evelin Neumann.

Sie kämpft vor dem Verwaltungsgericht gegen die Nutzungsuntersagung und deren Sofortvollzug. „Es gibt auch andere illegale Bebauungen in Boltenhagen wie die Cafégärten“, behauptet die Gastronomin.

„Doch in diesem Ort wird mit unterschiedlichen Maßstäben gemessen. Nur mit mir macht man sowas. Ich bin auf 180.“

Seit 1996 betreibt Neumann den Imbiss. Die Stände habe sie damals übernommen. Bei einer Begehung mit dem Bauamtsleiter wäre damals alles genehmigt worden, sagt Sven Neumann, Sohn der Betreiberin. In der nun zugeschickten Untersagung gehe es nach seiner Auskunft um Bauten, die schon vor zwanzig Jahren standen. Das habe man vor Gericht anhand von Luftbildern beweisen können, erklärt der leitende Angestellte. In der Zwischenzeit habe sich die Anlage „eigentlich unwesentlich“ vergrößert, wie der 33-Jährige erklärt. Er kritisiert: „Mit uns spricht von der Gemeinde ja auch niemand. So läuft das in Boltenhagen.“ Sven Neumann glaubt zu wissen, was hinter dem Ärger steckt: „Die CDU und die Immobilienmakler wollen uns hier weg haben.“

„Das ist absoluter Käse“, erwidert Boltenhagens Bürgermeister Christian Schmiedeberg (CDU) auf diese Behauptungen. Gleichzeitig ist er froh, dass der Landkreis als verantwortliche Baubehörde endlich zur Tat schreitet. „Wir stören uns schon lange an diesen Imbissen. Sie sind ein Schandfleck und kein Aushängeschild für unser Ostseebad. Dass sie sich im Zentrum befinden, ist umso ärgerlicher.“ Seit 16 Jahren gelte für die Fläche ein rechtskräftiger Bebauungsplan. Die Gemeinde sei bei den Erweiterungen der Anlagen aber nie einbezogen worden. „Wenn wir das überall in Boltenhagen so geschehen lassen, haben wir hier bald Wildwest“, betont das Gemeindeoberhaupt. Eine Aufhebung oder Änderung des B-Plans sei von Gemeindevertretern mehrfach diskutiert und abgelehnt worden. Sven Neumann wiederum bezeichnet den B-Plan aus dem Jahr 2001 als rechtswidrig, da ein Teil des Imbissareals als Grünfläche überplant worden sei.

Dass die Imbissstände von den Gästen im Ostseebad gut angenommen werden, spielt für Schmiedeberg keine Rolle. „Es gibt da nichts schönzureden. Was nicht genehmigt ist, muss zurückgebaut werden.“ Dass sich künftig einige Besucher über die Schließungen beschweren könnten, nehme er in Kauf. „Es wird immer welche geben, die nicht einverstanden sind. Daran darf man das Recht nicht bemessen“, so der CDU-Politiker.

Kurdirektorin Claudia Hörl stimmt dem Bürgermeister zu, die Stände seien kein Aushängeschild für den Ort. „Es gab von Gästen vermehrt Beschwerden über den Imbiss – aus verschiedenen Gründen“, berichtet sie. Nicht nur an der Optik würden sich viele stören, auch die hygienischen Bedingungen seien angesprochen worden. „Ich bin ein wenig erstaunt, dass nach so langer Zeit wirklich noch etwas passiert“, gibt Hörl zu. Doch es gebe Regeln, an die sich jeder halten müsse.

Gepachtet hat Evelin Neumann das Grundstück, auf dem die Imbissbuden stehen, von Anja Seidel, der Betreiberin des Restaurants „Zur Düne“. Seidel sieht sich beim vermeintlich illegalen Treiben ihrer Pächterin nicht in der Verantwortung. Sie halte sich heraus, sehne aber auch ein Ende des Streits herbei. „Das strapaziert meine Nerven. Ich habe immer den Ärger“, sagt sie. Auswirkungen auf den Betrieb in ihrem Lokal gebe es aber nicht. Der Pachtvertrag läuft noch ein paar Jahre.

Daniel Heidmann

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