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Metelsdorf: Plötzlich sind Windkraftanlagen möglich

Metelsdorf Metelsdorf: Plötzlich sind Windkraftanlagen möglich

Zwei kleine sogenannte Potenzialsuchräume für Windkraftanlagen sind neuerdings auf dem Territorium der Gemeinde Metelsdorf vorgesehen.

Metelsdorf. Zwei kleine sogenannte Potenzialsuchräume für Windkraftanlagen sind neuerdings auf dem Territorium der Gemeinde Metelsdorf vorgesehen. Sie befinden sich südlich der Autobahn 20, unmittelbar an der Grenze zur Gemeinde Barnekow, und nordwestlich von Klüssendorf und Martensdorf. Beide Bereiche, wo Windräder aufgestellt werden könnten, sind genau einen Kilometer zu beiden Ortsteilen entfernt. Damit würde der neu festgelegte Mindestabstand zu Siedlungen eingehalten werden.

Vor gut sechs Monaten, als die Gemeinden informell an der Teilfortschreibung des Regionalen Raumentwicklungsprogramms, Kapitel „Energie“, beteiligt wurden, gab es diese beiden Potenzialsuchräume nicht. Insofern hatten vier der sechs Mitglieder in der Gemeindevertretung ihr Okay gegeben, zwei enthielten sich der Stimme. Jetzt weist der Entwurf des fortgeschriebenen Raumentwicklungsprogramms diese möglichen Windenergiegebiete aus. Beschlossen am 20. Januar von der Verbandsversammlung (siehe Info-Kasten) des Regionalen Planungsverbandes Westmecklenburg.

Bürgermeister Ulrich Gilde (SPD) zeigte sich verwundert: „Klüssendorf ist der Kernbereich eines FFH-Gebietes und das soll jetzt als geeignet für Windkraftanlagen ausgewiesen werden.“ Nach seiner Auffassung widerspreche dies der Absicht des Landes, FFH-Gebiete landesrechtlich unter Schutz zu stellen. Denn das Umweltministerium von Till Backhaus (SPD) ist dabei, EU-Recht in Landesrecht umzusetzen. Es will die bereits unter Schutz stehenden Europäischen Vogelschutzgebiete mit den Gebieten gemeinschaftlicher Bedeutung (FFH-Gebiete) in einer Natura 2000-Gebiete-Landesverordnung zusammenführen. In den neu formulierten Erhaltungszielen ist unter anderem ein „Verschlechterungsverbot für die Natura 2000-Gebiete“ festgelegt. „Das bedeutet, dass auch eine Minderung vorhandener Qualitäten von Habitaten eine erhebliche Beeinträchtigung darstellen kann“, heißt es im Gesetzestext. Deshalb sieht Bürgermeister Gilde naturschutzrechtliche Belange bei der Ausweisung der beiden möglichen Windeignungsgebiete nicht berücksichtigt. Zudem erinnerte er daran, dass „Investoren vor vielen Jahren begehrliche Blicke auf die Flächen geworfen“ haben.

Metelsdorf hat im Rahmen des Beteiligungsverfahrens bis zum 30. Mai Zeit, eine Stellungnahme zum Entwurf des fortgeschriebenen Raumentwicklungsprogramms abzugeben. Der Bürgermeister forderte die Gemeindevertreter auf, sich bis dahin Gedanken zu machen.

„Wir sollten nicht von vornherein alles ablehnen“, meinte Petra Schmidt (CDU). Sie plädierte dafür, sich von Fachleuten das Für und Wider von Windkraftanlagen in besagten Bereichen erläutern zu lassen. „Wir haben uns ja bisher noch nicht damit befasst.“ Reinhard Stieglitz (CDU) warnte davor, Windenergie als „Teufelszeug“ darzustellen. „Atomkraftwerke will keiner, aber irgendwo muss der Strom herkommen.“ Lehne die Gemeinde Windkraftanlagen ab, gehe ihr vielleicht Geld verloren, gab Stieglitz außerdem zu bedenken. Ties Möckelmann informierte die Gemeindevertreter darüber, dass er sich als Geschäftsführer eines Landwirtschaftsbetriebes, der in den Potenzialsuchräumen Flächen bewirtschaftet, aus der Diskussion heraushalten werde.

Das Gremium einigte sich darauf, eine Einwohnerversammlung zum Thema „Windkraft“ einzuberufen. In der sollen Gegner und Befürworter zu Wort kommen. Nicht zuletzt ist Volkes Meinung gefragt, in dessem Interesse die gewählten Vertreter im Mai einen Beschluss fassen wollen.

Karl Schmude, Leiter des Amtes für Regionalplanung, erklärte auf OZ-Anfrage, die Beteiligung der Gemeinden im Juni 2015 sei „informell und vorab“ gewesen und keine Grundlage für die Teilfortschreibung des Programms. Auch der Entwurf bedeute noch nichts. „Es werden jetzt Fakten zusammengetragen zur vorgeschlagenen Kulisse und im Detail geprüft.“

Von Haike Werfel

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