Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 18 ° Regenschauer

Navigation:
Nach dem Aus für die Arena rückt das Stadion in den Fokus

Wismar Nach dem Aus für die Arena rückt das Stadion in den Fokus

Drei Fraktionen fordern morgen in der Bürgerschaft von der Verwaltung ein Konzept zur Beseitigung des Sanierungsstaus im Kurt-Bürger-Stadion

Voriger Artikel
Schlampige Arbeit: Unterschiedliche Zahlen
Nächster Artikel
Landtagskandidaten im Kreuzverhör

Das Kurt-Bürger-Stadion muss in erheblichem Ausmaß saniert werden. Einige Bereiche sind wie beim Testspiel gegen den Hamburger SV für Zuschauer gesperrt.

Quelle: Vanessa Kopp

Wismar. Das Aus für die Multifunktionsarena (die OZ berichtete) und die Landtagswahlen am 4. September befeuern die Diskussion um die Sportanlagen in Wismar. In der morgigen Sitzung der Bürgerschaft soll der Bürgermeister beauftragt werden, „ein Feinkonzept zur frühzeitigen Beseitigung des Sanierungsstaus im Kurt-Bürger-Stadion bis zum September 2016 vorzulegen“. Dem ursprünglichen Antrag von FDP/Grüne sind inzwischen auch die Für-Wismar-Fraktion und die CDU beigetreten.

OZ-Bild

Drei Fraktionen fordern morgen in der Bürgerschaft von der Verwaltung ein Konzept zur Beseitigung des Sanierungsstaus im Kurt-Bürger-Stadion

Zur Bildergalerie

René Domke, Fraktionschef FDP/Grüne, schaltet schon in den Angriffsmodus: „Ich hoffe, es stehen auch SPD und Linke zu einer schnellen Sanierung.“ Tom Brüggert (CDU) nimmt den Ball im sozialen Netzwerk Facebook auf und ätzt: „Das bleibt abzuwarten, bei unseren vorherigen Vorstößen gab es ja kein Interesse.“

Das wiederum veranlasst Detlef Schmidt, der regelmäßig die Heimspiele von Anker Wismar und den TSG-Handballerinnen verfolgt, zu diesem Konter: „Wenn im Vorfeld der Wahlen der CDU-Sportminister und auch der CDU-Fraktionsvorsitzende mit Förderbescheiden in ihren Wahlkreisen wedeln, ist hier nichts übrig.“ Süffisant fügt Schmidt hinzu: „Ich hätte mir auch gewünscht, dass die Kommunalpolitiker, die regelmäßig vor der Wahl in die Sportstätten kommen, dies auch danach machen.“

Die geplante Multifunktionsarena hat seit Monaten die Diskussion um den Sanierungsstau Wismarer Sportanlagen überlagert.

Die Kosten für die Arena waren schon während der Planung aus dem Ruder gelaufen. Zuletzt war von 63 Millionen Euro die Rede. Zu einem Finanzierungskonzept war es nie gekommen. Die Fox & Friends Ltd.

& Co. KG aus Ludwigsburg, Baden-Württemberg, wollte eine Multifunktionsarena für 10000 Sitzplätze und eine Kapazität für 20000 Konzertbesucher unter einem Cabrio-Membrandach bauen. Der Komplex für Sport, Rehabilitation und Entertainment sollte Pilotcharakter haben, um ähnliche Anlagen im In- und Ausland zu errichten.

Schon vor vier Wochen hatte Geschäftsführer Waldemar Vogt gegenüber OZ eingeräumt, dass die Ziel-Investitionssumme zunächst bei 35 Millionen Euro gelegen habe und die Wirtschaftlichkeit kaum noch gegeben sei.

Die Kostenexplosion, kein konkreter Investor, erst sollte ohne Fördermittel gebaut werden, dann wurden 16,5 Millionen Euro erhofft – unterm Strich bot die Investorenseite ein ganz schwaches Spiel.

Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) nannte es gestern verantwortungslos, dass große Erwartungen geweckt wurden. Beyer: „Viele Dinge hätte man im Vorfeld klären können, so verhält man sich nicht.“

Das Kurt-Bürger-Stadion war Teil der Planung, aber nicht Bestandteil der Kosten. Diese wurden mit fünf Millionen Euro angegeben, von einer Kostenteilung zwischen Investor und Stadt war die Rede. Auf Bildern waren das Stadion sowie drei dahinter liegende kleinere Sportplätze mit Rasenheizung zu sehen. Zu schön, um wahr zu sein.

Die Verwaltung, so Beyer, sei nicht untätig gewesen. Es sei immer klar gewesen, dass die Stadt das Stadion nicht in private Hände gibt. Ein Förderantrag sei gestellt, mit dem FC Anker seien Sanierungsschwerpunkte besprochen worden. Beyer: „Uns ist eine Förderung vom Land in Aussicht gestellt worden.“ Diese liege bei 90 Prozent.

Nach dem Antrag von FDP/Grüne, Für Wismar und CDU sind in das Konzept, das die Verwaltung nun erstellen soll, neben den im Investitionsplan eingestellten Mitteln von 889000 Euro auch Finanzierungsquellen aus Sponsoringleistungen und freiwillige Sanierungsbeiträge von Bürgern und Unternehmen der Hansestadt aufzunehmen.

Da mit einer zeitnahen Sanierung des Stadions nicht zu rechnen sei, kritisiert René Domke: „Inzwischen verfallen die baulichen Anlagen des Stadions immer weiter. Der Zustand ist einer Weltkulturerbestadt und großen kreisangehörigen Stadt, in der der Sport grundsätzlich hohes Ansehen genießt, unwürdig.“

Als ersten Schritt kündigt der Bürgermeister die Fertigstellung der jetzt gesperrten Treppenanlage an. Das sei überfällig. Danach müsse man sehen, wie viel Geld übrig ist, um weitere Dinge wie zum Beispiel die Spielfläche in Angriff zu nehmen. Beyer: „Wir wollen einen ordentlichen Schritt vorankommen.“

Domke moniert hingegen: „Eine klare Vorstellung der Sanierungsmaßnahmen oder gar ein Konzept liegt nicht vor.“

Heiko Hoffmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Proseken
Traumhafter Zieleinlauf bei der Premiere im letzten Jahr: Mitorganisator Bernd Kolz wird von vier Frauen – Jeanette Kohagen, Dörte Dittschlag, Kathrin Hoffmann und Nicole Fernholz (v. l.) – auf den letzten Metern der zwölf Kilometer langen Strecke eskortiert.

Laufen, Skaten und Nordic Walking am 1. Juli / Radsportler sind am 2. Juli gefordert / Der TSV Gägelow hofft auf 150 Teilnehmer / Fußball-EM kann vor Ort geguckt werden

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Politik
Verlagshaus Wismar

Mecklenburger Straße 28
23966 Wismar

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag 10.00-17.00 Uhr
Freitag 10.00-16.00 Uhr

Leiterin Lokalredaktion: Kerstin Schröder
E-Mail: wismar@ostsee-zeitung.de
Telefon: 0 38 41 / 415 65

Ticket- und Anzeigenverkauf: 03841 / 41550.

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.