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Nahbus-Mitarbeiter werben beim Kreistag um Vertrauen

Wismar Nahbus-Mitarbeiter werben beim Kreistag um Vertrauen

Fraktionen fordern weiteren Evaluationsbericht, halten aber am Nahverkehrskonzept fest / Kreistagsmitglieder stimmen Finanzspritze für Nahbus zu

Wismar. Er sollte die Wende herbeiführen in der Krise des Öffentlichen Personennahverkehrs in Nordwestmecklenburg – der Evaluationsbericht des Nahverkehrskonzeptes, vorgelegt von der Stabsstelle Wirtschaftsförderung, Regionalentwicklung und Planen. Der Bericht stand am Donnerstag auf der Tagesordnung der ersten Kreistagssitzung nach der Sommerpause. Von niedrigen Fahrgastzahlen ist dort die Rede, die gesteigert werden müssten. Nur so könne das Defizit der Nahbus GmbH gesenkt werden. Ein Fünf-Punkte-Plan zeigt im Evaluationsbericht Lösungen auf – darunter Veränderungen beim Fahrplan und beim Tarifkonzept (die OZ berichtete).

Dann meldete sich in der Einwohnerfragestunde der Betriebsratsvorsitzende von Nahbus zu Wort. Er sei von den Kollegen beauftragt worden, sagte Rüdiger Jacobs. Die Zahlen, die diesem Bericht zugrunde liegen, seien nicht verlässlich, kritisierte Jacobs. Gezählt worden seien nur die Fahrscheinverkäufe, nicht aber die Fahrgäste, die beispielsweise mit Monats- oder Wochenkarten unterwegs waren.

Jacobs warb bei den Kreistagsmitglieder zudem um Vertrauen. Er zitierte Nahbus-Chef Jörg Lettau, der sich zu Beginn seiner Dienstzeit mit folgenden Worten an die Mitarbeiter gewandt haben soll: „Der Landkreis hat uns beauftragt, mit einem Esel zum Mond zu fliegen.“ Der Esel, erklärte Jacobs, sei ein überalterter Fuhrpark, wenig Personal und veraltete Computertechnik gewesen. „Aber wir sind immer noch mit Mut dabei, dieses Konzept umzusetzen. Bitte nehmen Sie den Bürgern das nicht wieder weg“, appellierte Jacobs an den Kreistag.

Der zeigte sich einig: Am Nahverkehrskonzept werde festgehalten. Auch wenn – wie Jörg Autrum (LuL) anmerkte – der Evaluationsbericht erhebliche Zweifel bei ihm aufkommen lasse. „Wenn wir die Kosten in den nächsten zwei Jahren minimieren wollen, schaffen wir das mit diesem Konzept nicht. Vielleicht holen wir den ein oder anderen mehr mit niedrigen Fahrpreise in den Bus, das Defizit werden wir so nicht minimieren“, sagte Autrum. Wolfgang Glaner (SPD) hingegen hielt es für wichtig, dass die Kurzstrecke im Preis gesenkt wird. Klar sei jedoch, dass das wieder Geld koste. Michael Berkhahn (CDU) erinnerte daran, dass mit dem neuen Nahverkehrskonzept ein Paradigmenwechsel vorgenommen worden sei. „Vom Schülerverkehr zum Nahverkehr für jedermann“, sagte Berkhahn. Es müsse evaluiert und es müsse optimiert werden – zum Wohle der Bürger.

Im Zusammenhang mit dem Nahverkehrskonzept verlas Landrätin Kerstin Weiss (SPD) einen Brief der Bürgermeister aus dem Amt Neuburg. Sie befürchten demzufolge, dass das Defizit bei Nahbus über die Kreisumlage von allen Gemeinden getragen werden muss. Im Amt Neuburg sei von den Vorteilen des neuen Konzeptes hingegen bislang nichts zu merken.

Nichts zu merken sei auch von der Einführung eines Sozialtarifes, kritisierte Björn Griese (Die Linke). Bereits im vergangenen Jahr habe der Kreistag einen Sozialtarif beschlossen. Aber noch immer lägen keine Zahlen darüber vor, wie viele Menschen diesen Tarif nutzen würden. Entsprechend fehlten auch Aussagen über die Kosten. „Natürlich werden wir eine Aussage zum Sozialtarif treffen“, sagte Landrätin Weiss. Dann müsse der Kreistag noch einmal dafür oder dagegen abstimmen.

Der Kreistag forderte die Verwaltung auf, für den Zeitraum bis 30. Juni 2017 einen weiteren Evaluationsbericht vorzulegen. Er stimmte darüber hinaus der Finanzspritze für Nahbus in Höhe von 1,7

Millionen Euro für das laufende Jahr zu.

Nicole Buchmann

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